Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

07.12.2016
Nr. 67/16
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Ehrenamt als Rückgrat für Nationalpark-Touren

Pro-Nationalpark-Vereine unterstützen Nationalparkverwaltung bei rund 2000 Führungen - Künftig noch engere Zusammenarbeit - Neu organisierter Führungsservice hat sich bewährt

Dutzende ehrenamtliche Waldführer haben sich in den beiden Pro-Nationalpark-Vereinen organisiert. Zum Repertoire gehören auch Führungen mit Kindern und Jugendlichen. (Foto: Thomas Michler/Nationalpark Bayerischer Wald)

Dutzende ehrenamtliche Waldführer haben sich in den beiden Pro-Nationalpark-Vereinen organisiert. Zum Repertoire gehören auch Führungen mit Kindern und Jugendlichen. (Foto: Thomas Michler/Nationalpark Bayerischer Wald)

Max Greiner ist Vorsitzender von Pro Nationalpark Freyung-Grafenau. (Foto: Greiner)

Max Greiner ist Vorsitzender von Pro Nationalpark Freyung-Grafenau. (Foto: Greiner)

Folker Freimuth ist Vorsitzender von Pro Nationalpark zur Förderung des Zwieseler Winkels. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Folker Freimuth ist Vorsitzender von Pro Nationalpark zur Förderung des Zwieseler Winkels. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Lindberg/Mauth. Etwa 2200 Führungen standen heuer im Nationalpark Bayerischer Wald auf dem Programm – zu Fuß, mit dem Fahrrad, auf Ski oder mit Schneeschuhen. Beim überwiegenden Teil des umfangreichen Angebots sind Ehrenamtliche aus der Region die Experten. Die zertifizierten Waldführer haben sich in den beiden Vereinen Pro Nationalpark zur Förderung des Zwieseler Winkels und Pro Nationalpark Freyung-Grafenau organisiert. Zusammen bilden sie das Rückgrat für den seit Januar neu strukturierten Führungsservice im ältesten deutschen Nationalpark.

Beide Gruppierungen haben sich Ende der 1990er-Jahre gegründet. „Wir wollten die Diskussion um den Nationalpark versachlichen“, erklärt Gründungsmitglied Max Greiner, seit 2009 Vorsitzender von Pro Nationalpark Freyung-Grafenau. Ihm ist wichtig: „Wir sind ein Verein, der aktiv mitgestaltet, sich positiv in der Region einbringt.“ Sein Pendant im Zwieseler Winkel, der seit April 2016 amtierende Vorsitzende Folker Freimuth, argumentiert ähnlich: „Unser Ziel ist es, dass die Leute stolz sind auf unseren Nationalpark. Dafür müssen wir ihnen die Vorteile immer wieder bewusst machen.“

Einer der großen Pluspunkte ist dabei natürlich das reichhaltige Bildungsangebot des Nationalparks, in dem die rund 90 aktiven ehrenamtlichen Waldführer eine der Hauptrollen übernehmen. Nicht nur bei der Durchführung, sondern auch bei der Abwicklung des Führungsangebots, sprich Einteilung der Führer und Anmeldung der Teilnehmer, läuft nichts ohne die Pro-Nationalpark-Verbände, genauer gesagt deren Führungsservice.  Der hat sich zum 1. Januar 2016 neu aufgestellt und dabei die beiden Nationalpark-Landkreise personell verknüpft. „Wir können vom steten Zusammenwachsen nur profitieren“, ist Freimuth überzeugt. Und die erste Bilanz gibt Grund zur Freude: „Die Umstellung auf die neue, gemeinsame Struktur hat reibungslos funktioniert“, so Greiner.

Und das Feedback der Teilnehmer? „Wir bekommen im Großen und Ganzen nur  positive Rückmeldungen“, freuen sich beide Vorsitzende gleichermaßen. „Wenn man den Leuten die Idee des Parks fundiert erklärt und im Gelände direkt vor Ort Beispiele zeigt, sind dem Motto ‚Natur Natur sein lassen‘ gegenüber fast alle aufgeschlossen“, berichtet Greiner. Dabei würden auch neue Angebote prächtig angenommen, das zeigt unter anderem das Beispiel Bodenmais, wie Beate Gebhardt vom Führungsservice erklärt: „Wir bieten für die dortige Tourist-Info mittlerweile Tagesprogramme an, bei denen die Urlauber mit dem Zug nach Bayerisch Eisenstein fahren, durch die Nationalpark-Wälder wandern und am Ende des Tages in Ludwigsthal wieder in die Waldbahn einsteigen.“ Das Feedback könne man nur mit den Worten „sehr begeistert“ beschreiben. „Daher werden wir in Zukunft mehr in diesem Stil anbieten“, verspricht Gebhardt. Doch nicht nur Touristen sind fasziniert, auch Einheimische würden immer mehr an Führungen teilnehmen. „Gerade grenzüberschreitende Touren werden mittlerweile sehr stark von Leuten aus der Region nachgefragt“, berichtet Gebhardts Kollege Peter Auerbeck.

An neuen Projekten fehlt es übrigens nicht. Gerade im Zwiesler Winkel, wo sich der Pro-Nationalpark-Verein gerade ein „bisschen in der Findungsphase“ befindet, wie Freimuth einräumt, gibt es schon viele Pläne für 2017. „Wir wollen ein ‚Jahr des Wolfes‘ auf die Beine stellen, mit interessanten Infoveranstaltungen, die mit dem Gebrüder-Grimm-Image des Tieres aufräumen sollen.“ Außerdem will der frisch gewählte Vorsitzende eine engere Verknüpfung von heimischer Wirtschaft und Nationalpark-Natur forcieren. „Ich könnte mir zum Beispiel Seminartage vorstellen, bei denen man vormittags in unserem Schloss Ludwigsthal tagt und am Nachmittag die wilde Natur des Parks erlebt.“

Generell werben beide Gruppierungen stets mit dem Alleinstellungsmerkmal Nationalpark. „Natur Natur sein lassen, das gibt’s nur hier“, stellt Greiner fest. Für nachhaltigen Tourismus also beste Voraussetzungen. „Und da hat sich dank des Parks auch schon viel getan. Wenn früher im Mauther Ortsteil Annathal ein ‚Fremder‘ gesichtet wurde, war das eine Sensation, heute ist das Alltag.“ Damit diese Entwicklung weitergeht, müsse man weiter positive Öffentlichkeitsarbeit betreiben, meint Gebhardt: „Wir müssen immer wieder hervorheben, was unsere Region auszeichnet.“ Das sei neben der Natur eben unter anderem auch die gute Anbindung mit Bus und Bahn.

Eine gute Verbindung herrscht auch zwischen den beiden Vereinen – und sie soll noch besser werden. „Wir wollen unsere Arbeit noch enger verzahnen“, sagt Greiner. „Keiner muss das Rad neu erfinden, wenn etwas beim jeweils anderen schon super läuft“, findet auch Freimuth.

Über die jahrelange Arbeit der beiden Gruppierungen ist man auch in der Grafenauer Nationalparkverwaltung sehr froh. „Wir freuen uns ganz besonders, dass sich in den Pro-Nationalpark-Vereinen Bürger aus der Nationalparkregion mit unserer Philosophie identifizieren und uns dabei unterstützen, die Ziele unseres Schutzgebiets zu vermitteln“,  so Nationalparkchef Franz Leibl. „Gerade beim Führungsangebot ist das größtenteils ehrenamtliche Engagement das Rückgrat für unser reichhaltiges Angebot.“ Ohne die in den Vereinen organisierten Waldführer könnte der Nationalpark kein derartig üppiges Angebot bereitstellen.

Vertrauensvolle Worte gibt es gleichermaßen von Greiner und Freimuth. „Uns begleitet seit jeher eine sehr gute und ehrliche Zusammenarbeit mit der Parkverwaltung“, erklärt Greiner. Und Freimuth ergänzt: „Unsere Anliegen werden jederzeit ernst genommen, so dass es stets für beide Seiten funktionierende Lösungen gefunden werden.“ So freuen sich alle Partner auf das kommende Winter-Führungsprogramm, welches am 26. Dezember startet.

Weitere Infos zu den beiden Vereinen mit zusammen knapp 450 Mitgliedern finden Sie auf den jeweiligen Homepages unter www.pronat-zwiesel.de und www.pro-nationalpark.de. Das aktuelle Winter-Führungsangebot finden Sie unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de.

 

Bildunterschriften:

Foto 1: Dutzende ehrenamtliche Waldführer haben sich in den beiden Pro-Nationalpark-Vereinen organisiert. Zum Repertoire gehören auch Führungen mit Kindern und Jugendlichen. (Foto: Thomas Michler/Nationalpark Bayerischer Wald)
Foto 2: Max Greiner ist Vorsitzender von Pro Nationalpark Freyung-Grafenau. (Foto: Greiner)
Foto 3: Folker Freimuth ist Vorsitzender von Pro Nationalpark zur Förderung des Zwieseler Winkels. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

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