Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

20.06.2014
Nr. 0050/14
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Nationalparke Šumava und Bayerischer Wald sind Gastgeber für die internationale Transboundary Parks-Fachtagung 2015

Rückt die Vision eines gemeinsamen Urwalds von morgen zwischen Šumava und Bayerischen Wald mit seltenen Tierarten wie Luchs, Auerhuhn und Elch bei gleichzeitigem attraktiven Angebot von nachhaltigem Tourismus wieder näher? Dies ist eine der Kernfragen der Transboundary Parks-Fachtagung 2015.  (Foto: NPV Bayerischer Wald)

Rückt die Vision eines gemeinsamen Urwalds von morgen zwischen Šumava und Bayerischen Wald mit seltenen Tierarten wie Luchs, Auerhuhn und Elch bei gleichzeitigem attraktiven Angebot von nachhaltigem Tourismus wieder näher? Dies ist eine der Kernfragen der Transboundary Parks-Fachtagung 2015. (Foto: NPV Bayerischer Wald)

Das nächste Treffen der in der TransParcNet Initiative (Transboundary Parks Network) zusammengeschlossenen europäischen Schutzgebiete mit intensiver grenzüberschreitender Zusammenarbeit wird im Juni 2015 in den Nationalparken Šumava und Bayerischer Wald stattfinden. Dies kündigten kürzlich die für die deutsch-tschechische Zusammenarbeit der beiden Parke zuständigen Sachgebietsleiter Martin Starý (NP Šumava) und Hans Kiener (NP Bayerischer Wald) beim Treffen der Initiative im französisch-belgischen Naturpark Hainaut/Scarpe-Escaut an.

Im Rahmen dieser Fachkonferenz treffen sich zahlreiche Experten aus Schutzgebieten von der Barentssee im hohen Norden bis zu den italienischen Seealpen im Süden, um sich bei Exkursionen, Vorträgen und Workshops zu den langfristigen Chancen und konkreten Möglichkeiten einer intensiven grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der benachbarten Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava auszutauschen. Kernthema wird die Frage sein, wie es gelingen kann, einerseits unter dem Motto „Grenzenlose Waldwildnis“ großflächig und grenzüberschreitend vom Menschen unbeeinflusste Waldentwicklung zuzulassen, um die die biologische Vielfalt zu sichern, und andererseits die Regionalökonomie in der gesamten Nationalparkregion auf deutscher und tschechischer Seite zu stärken.

„Mit der Einladung unserer europäischen Kollegen zu uns wollen wir den Neuanfang einer intensiven Zusammenarbeit unserer beiden Nationalparke betonen. Nach drei Jahren, die von einem eher angespannten Verhältnis zwischen den Nationalparkverwaltungen in Šumava und im Bayerischen Wald geprägt waren, schlagen wir jetzt endlich die Richtung zu einem engen und gemeinsamen Schutz der Natur im Šumava ein“, sagt Martin Starý, Sachgebietsleiter für Naturschutz und Forschung des Nationalparks Šumava. „Weil die Natur keine Staatsgrenze kennt, betrachten wir die Zusammenarbeit zwischen den Nationalparken Šumava und Bayerischer Wald als eine zentrale Aufgabe. Aus diesem Grund muss auch der Schutz der Natur gemeinsam und abgestimmt erfolgen“, ergänzt Hans Kiener, Leiter der Abteilung „Planung, Besucherlenkung und Besucherinformation“ der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald.

Die Einladung der beiden Nationalparke an der deutsch-tschechischen Grenze zur Transboundary Parks-Fachtagung 2015 führte beim diesjährigen Treffen der TransParcNet-Gruppe zu spontanen positiven Reaktionen. „Ich muss gestehen, dass einige Mitglieder der TransParcNet Initiative schon angefangen hatten, sich im Geiste von einer gemeinsamen Strategie für Šumava und den Bayerischen Wald zu verabschieden. Der Titel Transboundary Park (grenzüberschreitender Park) kann nur von Institutionen geführt werden, die über die Staatsgrenze hinweg wirklich partnerschaftlich zusammenarbeiten. Deswegen wirkte hier die Botschaft wie ein ‚Wasser des Lebens‘“, kommentierte beispielsweise Jakub Kašpar, Präsident von EUROPARC Tschechische Republik und Mitglied der Koordinierungsgruppe der grenzüberschreitenden Schutzgebiete der EUROPARC Federation, die Wahl des Tagungsortes für 2015.

Die TransParcNet-Initiative (Transboundary Parks Network) wird von der EUROPARC Federation, Europas größtem Schutzgebiet-Verbund, getragen. Aktuell vereint sie 24 Schutzgebiete aus 13 europäischen Ländern, die untereinander aktiv und grenzüberschreitend kooperieren. Die Qualität der gegenseitigen Zusammenarbeit wird von einem Bewertungsprozess mit anschließender Zertifizierung begleitet. Dieser wiederholt sich alle fünf Jahre.

Zu den aktiven Mitgliedern der Initiative zählen alle vier tschechischen Nationalparke: der Nationalpark Riesengebirge, der Nationalpark Böhmische Schweiz und das Landschaftsschutzgebiet Elbsandsteingebirge, der Nationalpark Podyjí und der Nationalpark Šumava. Von den 15 Nationalparks in Deutschland trägt neben dem Nationalpark Bayerischer Wald nur der Nationalpark Sächsische Schweiz das Zertifikat „Transboundary Park“.

Das Treffen der TransParcNet Initiative im Šumava und im Bayerischen Wald wird vom 9.bis 11.Juni 2015 stattfinden. In Tschechien wird es damit bereits zum zweiten Mal stattfinden, nachdem der Nationalpark Krkonose im Jahr 2011 Veranstaltungsort dieser Tagung war.

Bildunterschrift:

Rückt die Vision eines gemeinsamen Urwalds von morgen zwischen Šumava und Bayerischen Wald mit seltenen Tierarten wie Luchs, Auerhuhn und Elch bei gleichzeitigem attraktiven Angebot von nachhaltigem Tourismus wieder näher? Dies ist eine der Kernfragen der Transboundary Parks-Fachtagung 2015. (Foto: NPV Bayerischer Wald)

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