Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

08.12.2011
Nr. 187/11
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Premiere für NP-Leiter Dr. Leibl und Personalratsvorsitzenden Nußhardt bei der Personalversammlung der Nationalparkverwaltung

Bei der Personalversammlung vom neuen Personalratsvorsitzenden J. Nußhardt (links) und Nationalparkleiter Dr. F. Leibl (rechts) für langjährige Zugehörigkeit im Öffentlichen Dienst geehrt wurden (von links) A. Schmeller (25 Jahre), R. Pöhlmann (25 Jahre), M. Gahbauer (25Jahre), M. Madl (25 Jahre), E. Seidl (50 Jahre), F. Kellermann (25 Jahre) und H. Höcker (25 Jahre).

Bei der Personalversammlung vom neuen Personalratsvorsitzenden J. Nußhardt (links) und Nationalparkleiter Dr. F. Leibl (rechts) für langjährige Zugehörigkeit im Öffentlichen Dienst geehrt wurden (von links) A. Schmeller (25 Jahre), R. Pöhlmann (25 Jahre), M. Gahbauer (25Jahre), M. Madl (25 Jahre), E. Seidl (50 Jahre), F. Kellermann (25 Jahre) und H. Höcker (25 Jahre).

Gespannt warteten 200 Mitarbeiter im Filmsaal des Hans-Eisenmann-Hauses auf die neuen Hauptakteure der traditionellen Herbstpersonalversammlung der Nationalparkverwaltung.
Als neu gewählter Vorsitzender des Personalrats zeigte Josef Nußhardt kaum Lampenfieber bei seiner Begrüßungsansprache mit persönlicher Vorstellung.
Nach einer Schweigeminute für die seit der letzten Personalversammlung im Frühjahr verstorbenen ehemaligen Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung, Alfred Brunnhölzl (70), Betriebshof Altschönau, Konrad Hilgart (84), Revier Zwieslerwaldhaus, Kurt Linsmeier (46), Dienststelle Kreuzstraßl und Walter Denk (59), Nationalparkwacht, gab der neue Personalratsvorsitzende diverse Veränderungen in Form von Neueinstellungen und Ruhestandsversetzungen bekannt.
Nußhardt berichtete auch von den acht abgehaltenen Personalratssitzungen und über die dabei besprochenen wichtigsten Themen.

Dr. Franz Leibl ist zwar schon seit 1. Mai neuer Chef der Nationalparkverwaltung, aber auch für ihn war es sein erster Auftritt vor versammelter Belegschaft.
Ähnlich wie sein Vorgänger Karl Friedrich Sinner referierte er über die bedeutendsten Ereignisse und Vorhaben der sechs Sachgebiete nicht ohne die für ihn in seiner bisherigen Amtszeit nachhaltigsten Begebenheiten zu nennen: Das Windwurfereignis im Juli, dass aus seiner Sicht „ruhig etwas später hätte kommen können“, die wohlüberlegte Naturzonenausweisung Gfällei, eine größere Windwurffläche in unmittelbarer Nähe zu Naturzonen des Nationalparks Šumava und der 130seitige Prüfbericht des Obersten Rechnungshofes.

Aus dem Sachgebiet Naturschutz berichtete der NP-Chef vom fortgeführten Anbau des Tierfreigeländes zu einer barrierefreien Einrichtung wie das Hans-Eisenmann-Haus und der Baumwipfelpfad auch. In der Antragsphase befindet sich ein LIFE-Projekt mit 50 % EU-Förderung, das unter anderem eine probeweise Beweidung eines Schachten im Falkenstein-Rachelgebiet vorsieht.
Dr. Leibl verdeutlichte auch an Hand der Renovierung des Schachtenhauses in diesem Jahr und der geplanten Sanierung der Racheldiensthütte für 2012, wie ernst die Nationalparkverwaltung den Denkmalschutz nimmt, auch wenn dies manchmal einen Spagat zur Renaturierung bedeutet.

Aus dem Bereich der Umweltbildung hob der NP-Leiter das „Schulklassen-Projekt“ hervor, zu dem 100 Schulklassen der 4. Jahrgangsstufe aus der Region den Nationalpark im Rahmen des „Internationalen Jahr der Wälder“ mit positiver Resonanz besuchten.
Auch die gelungenen Veranstaltungen auf dem Tummelplatz sowie das Luchsfest in Bayerisch Eisenstein mit Staatssekretärin Melanie Huml oder das Spechtfest im Waldspielgelände in Spiegelau waren aus seiner Sicht eine wichtige Geste an die Bevölkerung vor Ort. Die Nationalparkwacht bezeichnete Dr. Leibl als ein sehr wichtiges Organ, „sie ist das Gesicht des Nationalparks nach außen“. Über das JuniorRanger-Projekt haben heuer wieder 165 Schulkinder nicht nur das begehrte Zertifikat erhalten sondern auch intensiven Kontakt zu ihrer Heimat, dem Nationalpark Bayerischer Wald.

Auch aus dem Sachgebiet „Informationseinrichtungen“ konnte der Nationalparkleiter viel positives vermelden. So verzeichneten die Besuchermagneten Haus zur Wildnis und Hans-Eisenmann-Haus Besucherzahlen wie in den 90er Jahren, was zusammen mit dem Baumwipfelpfad die jährliche Anzahl der NP-Gäste auf über eine Million hob.
Das jetzt zum Nationalpark gehörende Waldgeschichtliches Museum in St. Oswald wird im kommenden Jahr die komplett neue Ausstellung im Untergeschoss eröffnen können.

Das Sachgebiet Forschung glänzte nach Auffassung des NP-Chefs durch den Abschluss der Hochlageninventur und des grenzüberschreitenden Auerhuhnprojekts sowie der Veröffentlichung eines Sonderbandes „Biologische Vielfalt im Nationalpark Bayerischer Wald“. Dazu Dr. Leibl: „Die Verjüngungsinventur in den Hochlagen hat gezeigt, dass der Wald von alleine nachwächst. Damit werden dem Steuerzahler ca. 15 Millionen Euro durch die unterlassene Pflanzung erspart.“ Das Auerhuhnprojekt bezeichnete der NP-Leiter als angewande Forschung, denn: „Mit den geschätzten 400 bis 450 Tieren liegt der Bestand an der unteren Grenze einer noch überlebensfähigen Population, aber wir wissen durch die räumliche Verteilung jetzt auch, wo Grenzübertrittsstellen unproblematisch sind und wohin bestehende Grenzübertrittsstellen verlegt werden könnten“.
Mit „ der erschienene Sonderband „Biologische Vielfalt im Nationalpark Bayerischer Wald“ verdeutlicht einmal mehr den Wert des Parks für den Erhalt von Tier- und Pflanzenarten, die sonst nicht mehr vorkommen“, hob Dr. Leibl dieses einmalige wissenschaftliche Werk hervor.
Ausführlich informierte der NP-Chef seine Mitarbeiter über die Borkenkäfersituation in diesem Jahr. Mit 75.000 Festmeter ging der Holzeinschlag durch Borkenkäferbefall gegenüber dem Vorjahr von 140.000 Festmetern auf knapp die Hälfte zurück. Im Rachel-Lusengebiet sank die Zahl auf nur noch 4.200 Festmeter, was, so Dr. Leibl, „nur ein Baum je Hektar Wald bedeutet“.

Breiten Raum nahm auch der Sturm vom Juli dieses Jahres ein, der abermals besonders das Falkenstein-Rachelgebiet traf. „Windwürfe haben in den letzten fünf Jahren das Waldbild dort entscheidend geprägt“, resümierte Dr. Leibl. Der Wirbelsturm vom 13.07. dieses Jahres rückt mit 105.000 bis 110.000 Festmeter Holzanfall zwischen Falkenstein und Rachel fast an die Nähe des Orkans Kyrill vom Januar 2007, dem 140.000 Festmeter zum Opfer fielen. Der NP-Chef betonte deshalb auch, dass die weithin sichtbaren Kahlflächen im Falkenstein-Rachelgebiet nur teilweise der Borkenkäferbekämpfung zuzurechnen sind.
Zum Abschluss seines inhaltsreichen Sachstandsreferates berichtete Dr. Leibl von einer insgesamt guten Haushaltssituation. So konnte der in die Jahre gekommene Fuhrpark  teilweise erneuert und auch erstmals Dienstfahrzeuge für die Leiter von Nationalparkdienststellen angeschafft werden, dringend notwendige Gebäudesanierungen, insbesondere im Bereich Brandschutz erfolgen und sogenannte Schlechtwetterarbeitsplätze geschaffen werden.
Mit einer Anspielung auf das zuvor per Powerpoint gezeigte Märchen „Die Ameise und der Löwe“ schloss der NP-Chef seine Ausführungen mit „der Löwe verabschiedet sich“.

Dem wichtigen, aber nicht immer als solches betrachtete Thema Arbeitssicherheit widmeten sich Forstrat Reinhold Weinberger und die beiden Sicherheitsbeauftragten Hubert Döringer und Forstwirtschaftsmeister Martin Plechinger, indem sie die Mitarbeiter von zwei erfolgreich durchgeführten Rettungsübungen aber auch von zwölf Arbeitsunfällen mit, bis auf einen, leichteren Ausgängen informierten.
Der Tagesordnungspunkt Neueinstellungen, Verabschiedungen, Ehrungen fiel diesmal ungewöhnlich umfangreich aus: Aus dem Ausbildungsverhältnis übernommen wurden die Tierpfleger Christoph Wagner und Michael Pfister sowie die Forstwirte Martin Heberlein und Michael Pscheidl.

Unbefristet eingestellt wurde der Tierarzt Dr. Denis Müller. Ausgeschieden sind der ehemalige Personalratsvorsitzende Bruno Schwarz (Freistellungsphase Altersteilzeit) sowie die Mitarbeiter/innen auf Zeit Melanie Schreindl, Georg Weilnböck, Katrin Mayer und Monica Hinijosa.
In Rente bzw. Pension gegangen sind: Forstoberrat Hartmut Strunz,  Regierungsamtsrat Raimund Pickel, Marianne Böhm, Christine Schaffner und Emil Seidl.
Die Ehrenurkunde für eine Dienstzeit von 50 Jahren im Öffentlichen Dienst erhielt Emil Seidl, für 40 Jahre Silvia Moosbauer und Bruno Schwarz und für 25 Jahre Maria Madl, Rosalinde Pöhlmann, Annemarie Schmeller, Erich Fuchs, Martin Gahbauer, Hans Höcker, Fritz Kellemann und Reinhard Kreuzer. In das Beamtenverhältnis übernommen wurde Regierungsinspektorin Katrin Jahncke.
Mit einer lehrreichen Powerpointpräsentation des Sachgebietsleiters für Wald- und Wildmanagement, Forstoberrat Franz Baierl, über die verschiedenen Möglichkeiten der gefahrlosen Beseitigung von Totholz entlang von markierten Rad- und Wanderwegen mit Hilfe von Harvestern, Spezialbaggern und in begründeten Einzelfällen auch Sprengungen endete eine umfang- und themenreiche Personalversammlung.
Rainer Pöhlmann

Bildunterschrift:
Bei der Personalversammlung vom neuen Personalratsvorsitzenden Josef Nußhardt (links) und Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl (rechts) für langjährige Zugehörigkeit im Öffentlichen Dienst geehrt wurden (von links) Annemarie Schmeller (25 Jahre), Rosalinde Pöhlmann (25 Jahre), Martin Gahbauer (25Jahre), Maria Madl (25 Jahre), Emil Seidl (50 Jahre) , Fritz Kellermann (25 Jahre) und Hans Höcker (25 Jahre).
Foto Rainer Pöhlmann

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