Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Grenzenlose Waldwildnis

Willkommen im Nationalpark Bayerischer Wald

PDF-Download: Faltblatt "Grenzenlose Waldwilnis" (2,4 MB)ENTDECKEN SIE DEN URWALD VON MORGEN

Unter dem Motto „NATUR NATUR SEIN LASSEN“ entwickeln sich im Nationalpark Bayerischer Wald so schon seit über vier Jahrzehnten Waldlandschaften, die hinsichtlich Struktur, Tier- und Pflanzenwelt einmalig sind und sich deutlich von den uns bekannten Wirtschaftswäldern abheben. Dazu gehört beispielsweise, dass wir hier bei uns die natürlichen Prozesse des Werdens und Vergehens im Waldökosystem zulassen und daher auch tote oder durch Windwurf gestürzte Bäume in ihrem natürlichen Umfeld verbleiben.

Diese wilde Waldnatur wachsen zu lassen, sie zu erforschen, sie aber auch für den Menschen erlebbar zu machen, gehört zu den Aufgaben unseres Nationalparks. Wir möchten Sie einladen, die wilden Wälder und die ursprüngliche Natur unseres Nationalparks zu entdecken.

Seien Sie uns als Gast herzlich willkommen!

Dr. Franz Leibl,
Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald


TYPISCHE LEBENSRÄUME UND IHRE BEWOHNER

BERGFICHTENWALD – Ein Hauch von Taiga Zu den Besonderheiten des Nationalparks Bayerischer Wald zählen die natürlichen Fichtenwälder der Hochlagen. Sie erinnern an Taigawälder und finden sich nur in den höheren, rauen Lagen von Mittelgebirgen ab ca. 1 100 m und im Alpenraum. Oft findet man hier bis in den Frühsommer hinein Schnee.

HOCHMOOR – Kein Ort für Bäume
Hochmoore umgibt die Aura des Besonderen: Hier beherrschen Moose, Gräser und Zwergsträucher im Wechsel mit wassergefüllten Kolken das Bild. Den Hochmoorpflanzen steht nur Regenwasser zur Verfügung, da mächtige Torfkörper sie von anderen Wasser- und Nährstoffquellen abschneiden.

SCHACHTEN – Vom Zauber alter Kulturlandschaften Die als „Inseln im Waldmeer“ bezeichneten Schachten sind hochgelegene waldfreie Flächen, die durch frühere Beweidung entstanden sind. Blumenreiche Magerrasen und Heuwiesen, knorrige, oft viele Jahrhunderte alte Ahornbäume sowie Lesesteinhügel entfalten einen ganz eigenen Reiz und bieten strukturreiche Lebensräume für zahlreiche und zum Teil seltene Insekten-, Vogel-, Reptilien- und Fledermausarten.

BERGMISCHWALD – Eine bunte Gesellschaft Auf den Süd- und Südwest-Hängen ist es deutlich wärmer als in den Hochlagen. Zur Fichte gesellen sich hier Weißtanne, Rotbuche und der Bergahorn. Diese Mischwälder sind flächenmäßig der bedeutendste Lebensraum in unserem Nationalpark. Besonders der Herbst wird hier mit einem „Indian Summer“ auf bayerisch zum Erlebnis.

AUFICHTENWALD – Leben auf nassem Grund Kalte Luft fließt von den Berghängen ab und staut sich in feuchten Talmulden. Selbst im Sommer treten hier Bodenfröste auf. Wie in den Hochlagen prägen Fichten den dort wachsenden Wald. Nässe und Nährstoffarmut erlauben es nur wenigen Tannen, Vogelbeeren und Moorbirken, mit den Fichten alt zu werden.

ZU JEDER JAHRESZEIT REIZVOLL

Der Sommer ist bei uns Hochsaison für Tiere und Pflanzen, aber auch für Wanderer und Radfahrer. Ein Netz aus vielen hundert Kilometern markierter Wander- und Radwege erschließt unseren Nationalpark. Unsere Erlebniswege bringen Ihnen mit zahlreichen Informationstafeln vor Ort die schönsten und attraktivsten Plätze näher.

Im Winter ist die Natur dick verschneit und viele Pflanzen- und Tierarten warten schlafend auf den Frühling. Unseren Gästen bietet der Nationalpark aber auch in der kalten Jahreszeit viele attraktive Möglichkeiten. Jetzt können Sie langlaufen, wandern oder mit Schneeschuhen den wilden Winterwald erkunden.

Bitte respektieren Sie jedoch die Winterruhe, die die Natur braucht, und benutzen Sie nur die markierten Wege. Auskunft zu präparierten Loipen, geräumten Winterwanderwegen und weiteren Winteraktivitäten erhalten Sie in den Nationalparkzentren sowie allen Tourist-Infos.

SO HABEN SIE DEN WALD NOCH NICHT ERLEBT

Mit unserem ganzjährigen Führungs- und Veranstaltungsprogramm möchten wir Ihnen unseren Nationalpark zusätzlich erschließen und Sie an seine Besonderheiten heranführen. Nationalpark-Fachleute begleiten Sie auf zahlreichen geführten Wanderungen und Radtouren.

Im persönlichen Gespräch erfahren Sie vor Ort viel Spannendes und Informatives und haben die Möglichkeit, direkt nachzufragen.

Eigene Programme für Kinder, anschauliche Fachvorträge sowie kulturelle Veranstaltungen in den Nationalparkzentren runden das Angebot ab.

Einen aktuellen Überblick hält der      Veranstaltungskalender auf unserer Homepage für Sie bereit.


NATIONALPARK FÜR ALLE

Insbesondere die Nationalparkzentren sowie unser Waldgeschichtliches Museum lassen sich mit allen Sinnen, in jedem Alter und zu jeder Jahreszeit erleben. Stolperfreie Wege mit geringem Gefälle erleichtern auch Menschen mit Behinderung, Älteren und Familien mit Kinderwagen den Besuch nahegelegener Naturschönheiten.

Unsere Ansprechpartner vor Ort gehen gerne auf Ihre individuellen Bedürfnisse ein und helfen weiter. Anfragen schon vor der Anreise
beantworten wir gerne unter: npfueralle@npv-bw.bayern.de

ECHT NATIONALPARK

1970 eröffnet, ist der Nationalpark Bayerischer Wald Deutschlands erster und ältester Nationalpark. Bis zum Jahr 2027 soll die Natur auf 75 % seiner Fläche sich selbst überlassen und damit frei von menschlicher Beeinflussung sein. Aktuell geschieht dies auf knapp 60 % der Fläche. Dieser umfangreiche Schutz natürlicher Prozesse ist das wichtigste international gültige Gütesiegel zur Qualitätsbewertung von Großschutzgebieten.

Darüber hinaus hat der Nationalpark Bayerischer Wald bislang acht nationale und internationale Auszeichnungen erhalten, darunter das Europadiplom, mit dem der Europarat Schutzgebiete mit herausragenden wissenschaftlichen, kulturellen und ästhetischen Qualitäten sowie einem angemessenen Schutzkonzept würdigt.

ZAHLEN UND FAKTEN

22 % aller in Deutschland bekannten Arten sind im Nationalpark Bayerischer Wald sicher nachgewiesen.

Besucherzahl: ca. 1 Million pro Jahr

Lage: rund 50 km nordöstlich von Passau entlang des Hauptkamms des Mittelgebirges Bayerischer Wald, direkt an der Grenze zu Tschechien

Naturausstattung: 99 % der Fläche sind Wälder, 1 % offene Hochmoore (Filze) und historische Waldweiden (Schachten)

Höchste Gipfel: Großer Falkenstein (1 315 m), Lusen (1 373 m) und Großer Rachel (1 453 m)

BESUCHEREINRICHTUNGEN

Starten Sie Ihr Nationalparkerlebnis in einem unserer Nationalparkzentren, im Waldgeschichtlichen Museum oder besuchen Sie eine der Nationalpark-Infostellen. Hier bekommen Sie Tipps und Empfehlungen und gewinnen erste Einblicke in die Nationalparkidee, die Geschichte unseres Nationalparks sowie unsere heimische Tier und Pflanzenwelt.

Speziell unsere Tier-Freigelände sind zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert: Sie laden dazu ein, scheue und zum Teil sehr seltene Wildtierarten hautnah zu erleben, die in freier Wildbahn nur mit viel Glück zu beobachten sind, wie etwa Luchs und Auerhuhn, oder die hier bereits ausgestorbenen Arten Wolf und Braunbär.

2 Nationalparkzentren mit je einem Informationshaus und einem Tierfreigelände,
1 Waldgeschichtliches Museum,
1 Rothirschgehege,
6 Informationsstellen in den Nationalparkgemeinden,
2 Jugendbildungseinrichtungen,
1 Waldspielgelände,
1 Wanderpark mit Luchsspielplatz,
1 Jugendzeltplatz

Nationalparkzentrum Falkenstein,

HAUS ZUR WILDNIS mit Dauer- und Wechselausstellungen,
TIER-FREIGELÄNDE mit 3,5 km Wanderwegen; präsentiert werden 4 Arten
STEINZEITHÖHLE als Zeitreise in die Urgeschichte der Region

Tel.: +49 9922 5002-0
E-Mail: hzw@npv-bw.bayern.de
Navi: Eisensteiner Straße, 94227 Lindberg
Igelbus- und Waldbahn-Haltestelle: Ludwigsthal

Waldgeschichtliches Museum St. Oswald

Dauerausstellung zur Entstehungs-, Nutzungs- und Kulturgeschichte der Nationalparkregion sowie verschiedene Wechselausstellungen

Tel.: +49 8552 974889-0
E-Mail: wgm@npv-bw.bayern.de
Navi: Klosterallee 4, 94568 St. Oswald
Igelbus-Haltestelle: St. Oswald Gh. Goldener Steig

Nationalparkzentrum Lusen

HANS-EISENMANN-HAUS mit Dauer- und Wechselausstellungen
TIER-FREIGELÄNDE mit 7 km Wanderwegen; präsentiert werden rund 40 Arten
PFLANZEN-FREIGELÄNDE mit 700 einheimischen Arten
GESTEINS-FREIGELÄNDE zur Geologie der Region
BAUMWIPFELPFAD der Erlebnisakademie, Länge: 1 300 m, höchster Punkt: 44 m.
Weitere Infos unter: www.baumwipfelpfad.by

Tel.: +49 8558 9615-0
E-Mail: heh@npv-bw.bayern.de
Navi: Böhmstraße 39, 94556 Neuschönau
Igelbus-Haltestelle: Nationalparkzentrum Lusen

Der Eintritt in alle Nationalpark-Besuchereinrichtungen ist frei.
Informationen zu den Öffnungszeiten erhalten Sie unter: www.nationalpark-bayerischer-wald.de/einrichtungen

NATÜRLICH MEHR ERLEBEN; DIE NATIONALPARK-PARTNER

Unsere Nationalpark-Partner sind Ihre kompetenten Ansprechpartner, wenn es um Urlaub im Nationalpark Bayerischer Wald geht. Besonders in den Bereichen Gastronomie, Unterkünfte und öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV) stehen sie für Qualität und Umweltbewusstsein und fühlen sich dem Nationalpark und der Region besonders verbunden.

Ausführliche Informationen unter: www.nationalpark-partner.com

ÖFFENTLICHER PERSONEN NAHVERKEHR

Ans Herz legen möchten wir Ihnen die besonderen ÖPNV-Angebote in der Nationalparkregion, die Ihnen umweltschonende Mobilität vor Ort ermöglichen:

Die Waldbahn erschließt die Nationalparkregion bequem. Igelbusse befördern Sie und auch Ihr Fahrrad von Mai bis Oktober nahezu stündlich direkt zu unseren Nationalparkeinrichtungen und zu zahlreichen Ausgangspunkten für Ausflüge und Wanderungen. Auch in der kalten Jahreszeit erreichen Sie viele Ziele mit dem Winter-Igelbus.

Mit dem Gästeservice-Umweltticket GUTi können Feriengäste Bus und Bahn kostenlos nutzen. Das GUTi gilt als Fahrschein für beliebig viele Fahrten an jedem Tag des Aufenthalts im gesamten Bayerwald-Ticket-Tarifgebiet. Informieren Sie sich bei Ihrem Gastgeber oder in der nächsten Tourist-Info.

Weitere Informationen unter: www.bayerwald-ticket.com

IMMER RICHTIG UNTERWEGS; VERHALTENSREGELN UND MARIERUNGSSYSTEMATIK

Gäste gehören zum Nationalpark ebenso wie die Natur, die sie erleben wollen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit und zum Schutz des Nationalparks gelten jedoch bestimmte Verhaltensregeln; die entsprechenden Hinweisschilder finden Sie vor Ort. Hier eine Auswahl der wichtigsten Hinweise:

      Verhalten im Nationalpark