Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Tourenvorschlag

Mit dem Auerhahn über den Rachel




Tourenverlauf:

Gfäll – Waldschmidthaus – Rachel – Rachelkapelle – Rachelsee – Gfäll

Liebe Besucher,

das Waldschmidthaus ist in der Wintersaison geschlossen. Die Öffnungszeiten in der Sommersaison erfahren Sie in unseren Besuchterzentren:

      Hans-Eisenmann-Haus
      Haus zur Wildnis
      Waldgeschichtliches Museum

Ihre Nationalparkverwaltung

Informationen: Weglänge: 11 km, Gehzeit: 4 Std., Höhenunterschied: 530 m im Anstieg, 530 m im Abstieg, Parkplatz: P+R Spiegelau, dann weiter mit dem Igelbus zum Gfäll, Igelbushaltestelle: Igelbus-Haltestelle Gfäll
(Rachelbus (Linie 7595)), Einkehrmöglichkeit: Waldschmidthaus, Info: Mittelschwere Tour mit längerem Anstieg
und größerem Höhenunterschied. Abstieg teils felsig. Festes Schuhwerk unbedingt erforderlich.

Höhenprofil

Höhenprofil

Tourenbeschreibung:

Pictogramm Heidelbeere

Von der Igelbus-Haltestelle Gfäll (955 m ü. NN) folgen wir dem ‚Auerhahn' in Richtung Rachel. Kurz hinter dem Wartehäuschen steigt der Forstweg steil an. Es folgt ein langer, stetiger Aufstieg durch den Bergmischwald der später in den Hochlagenfichtenwald übergeht. Nach ca. 1 1/4 Stunden erreichen wir das Waldschmidthaus (1360 m ü. NN) (im Sommer bewirtschaftet). Hier lohnt sich ein kleiner Abstecher nach rechts zum Seeblick. Der etwa 100m lange Pfad führt uns an einen kleinen Aussichtspunkt mit tollen Blicken über den Rachelsee und die Höhenzüge des Böhmerwaldes. Zurück am Waldschmidthaus folgen wir weiter dem Auerhahn und erklimmen die letzten einhundert Höhenmeter über Felsstufen, bis wir schließlich am Rachelgipfel ankommen (1453 m ü. NN).

Nach der Gipfelrast beginnen wir auf der anderen Seite des Rachels begleitet vom ‚Auerhahn' unseren Abstieg. Der Weg hat fast alpinen Charakter und führt mal sanfter, mal steil über Felsenstufen hinab. An einer Kreuzung halten wir uns rechts und machen einen kleinen Abstecher zur Rachelkapelle (1210 m ü. NN). Erneut bieten sich tolle Ausblicke über den Rachelsee. Weiter queren wir auf dem unteren Weg von der Kapelle zurück zum eigentlichen Wanderweg und steigen nach rechts weiter ab. Nach einiger Zeit knickt der Weg nach rechts ab und führt zu einer Kreuzung. Wir folgen weiter dem ‚Auerhahn', bis unser Weg etwas weiter in eine große Kreuzung mit Wegweiser mündet. Dort halten wir uns rechts und spazieren die letzten Meter zum Rachelsee (1057 m ü. NN). Der idyllische See zeugt von der Vergletscherung der Region während der letzten Eiszeit und ist der einzige, größere natürliche See im ganzen Nationalpark Bayerischer Wald. Bänke am Ufer laden zu einer Pause ein. Nach der Verschnaufpause wandern wir zurück zu der Kreuzung und folgen der uns inzwischen vertrauten Markierung ‚Auerhahn' in Richtung Gfäll. Der Weg schlängelt sich sanft bergab und mündet nach einiger Zeit auf eine Forststraße. Ihr folgen wir fast eben, bis der ‚Auerhahn' nach rechts auf einen Waldpfad weist. Entlang des Hanges geht es ohne erkennbaren Höhenunterschied durch den Bergmischwald. An dem Abzweig bei einer Schutzhütte (Feistenberg) halten wir uns schließlich rechts und wandern wieder zum Gfäll (955 m ü. NN), dem Ausgangspunkt unserer heutigen Tour.

Wissenswertes

Auerhuhn Das Auerhuhn (Tetrao urogallus) ist der größte Hühnervogel Europas. Dementsprechend wird das Männchen als Hahn und das Weibchen als Henne bezeichnet. Der Auerhahn erreicht ein Gewicht von bis zu 5 kg und zeichnet sich durch sein schwarzes Hauptgefieder mit grünlich-glänzender Brust aus. Das deutlich kleinere Weibchen (bis 2,5kg) wirkt dagegen unscheinbar und ist durch sein graubraun gebändertes Gefieder am Boden gut getarnt. Das Auerhuhn kommt nur in naturnahen, lichten Wäldern mit üppiger Bodenvegetation vor. Das extrem störungsempfindliche Tier (besonders im Winter!) ist heute durch die intensive Forstwirtschaft und häufige Störungen durch Sportler und Erholungssuchende vom Aussterben bedroht und steht unter strengem Schutz. Die Hauptnahrung des Auerhuhns bilden Heidelbeeren (Früchte, Knospen, Blätter), sowie weitere krautige Pflanzen.
Rachelsee Der Rachelsee ist der einzige natürliche See im Nationalpark Bayerischer Wald und entstand am Ende der letzten Eiszeit durch Gletschertätigkeit in einem Kar. Die Endmoräne des Gletschers bildete einen natürlichen Damm, wodurch Schmelzwasser aufgestaut wurde. Im 19. Jhd. wurde der natürliche Damm durch Menschen erhöht um die Holztrift zu erleichtern. Heute bedeckt der See eine Fläche von 5,7 Hektar und misst an seiner tiefsten Stelle ca. 13 Meter. Durch das saure (silikatreiche) Ausgangsgestein (Gneis), sowie den Säureeintrag durch den umliegenden Fichtenwald ist das Wasser des Sees natürlicherweise sauer (Ph-Wert ca. 5) und enthält vergleichsweise wenig Wasserlebewesen.

Hinweise

Pictogramm Herabfallende Bäume Zu den typischen Gefahren im Nationalpark gehören umstürzende Bäume und herabfallende Äste - denn hier wird das natürliche Werden, Wachsen und Vergehen in den Lebensgemeinschaften geschützt.
Die Benutzung der Wege erfolgt auf eigene Gefahr!
Pictogramm Wegegebot Wegegebot in bestimmten Bereichen des Nationalparks zum Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten
Pictogramm Gute Ausrüstung Immer für gute Ausrüstung sorgen: Karte, festes Schuhwerk, Trinken, Erste-Hilfe-Set, Schlechtwetterkleidung

Weiterführende Informationen