Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Tourenvorschlag

Schachten und Filze - Perlen im Waldmeer




Tourenverlauf:

Buchenau - Lindberger Schachten - Hirschbach-Schwelle - Hochschachten - Trinkwassertalsperre - Buchenau

Informationen: Weglänge: 20,8 km, Gehzeit: 6,5 Std., Höhenunterschied: 560 m im Anstieg, 560 m im Abstieg, Parkplatz: Wanderparkplatz Buchenau Ortsmitte, Igelbushaltestelle: Buchenau (Falkensteinbus), Einkehrmöglichkeit: In Buchenau, Info: Anstrengende Tour mit einem längeren, teils steilen Anstieg zu Beginn und größerem Höhenunterschied. Unbedingt genug Trinkwasser und Verpflegung einpacken.

Höhenprofil

Höhenprofil

Tourenbeschreibung:

Pictogramm Petwurz

Vom Wanderparkplatz in der Ortsmitte von Buchenau (750 m ü. NN) führt uns die Markierung ‚Pestwurz' in Richtung Lindberger Schachten. Anfangs geht es entlang des Pommerbachs, dann sanft bergauf bis zu einer kleinen Wiese. Nach der Querung von zwei Schotterstraßen wird der Weg durch den Mischwald merklich steiler. Wir steigen stetig bergauf, ehe der Weg nach einer weiteren Forststraße wieder langsam flacher wird. Kurze Zeit später öffnet sich vor uns der Lindberger Schachten (1100 m ü. NN).

Nach einer kurzen Rast wandern wir mit der ‚Pestwurz' weiter, zunächst fast hangparallel mit leichtem auf und ab, bis der schmale Pfad auf einen Forstweg trifft. Hier biegen wir links ab und treffen nach wenigen hundert Metern auf die Hirschbach-Schwelle (1110 m u. NN). Die ‚Pestwurz' weist nach der Dammkrone nach links und steigt sanft zum Zwieselter Filz auf. Der
größte Sattelhochmoorkomplex Deutschlands ist zum Schutz der sensiblen Vegetation und störanfälliger Tiere nur durch einen markierten Bohlenweg erschlossen und darf sonst nicht betreten werden

Schließlich erreichen wir den Kohlschachten (1150 m ü. NN) in dessen Mitte wir auf eine Kreuzung treffen. Wir gehen weiter mit der ‚Pestwurz' geradeaus in das Latschenfilz. Nach kurzer Zeit zweigt ein kleiner Stichweg zum idyllischen Latschensee ab - der Abstecher (ca. 50 m) zu dem ausschließlich aus Regenwasser gespeisten Moorauge lohnt sich. Am Hochschachten (1165 m ü. NN) endet die Wanderlinie ‚Pestwurz'.

Pictogramm Borstgras Wir folgen der neuen Markierung ‚Borstgras' in Richtung Almschachten. Im weiteren Verlauf wechseln sich Bohlenstege durch Moorwiesen und Feuchtbereiche mit Schachten ab. Stellenweise sind die Auswirkungen von Stürmen zu sehen: Umgefallene Bäume eröffnen neue Ausblicke, wie
zum Beispiel kurz nach dem Almschachten auf das Rachelmassiv. Vom Verlorenen Schachten aus fällt der Weg sanft ab bis zu einem scharfen Rechtsknick. Nun geht es deutlich steiler bergab, bis der Wanderweg auf eine Schotterstraße mündet. Die Schotterstraße führt vorbei am Blockhaus
Schachten bis zur Trinkwassertalsperre Frauenau (767 m ü. NN).
Pictogramm Gläserner Steig An der Dammkrone verlassen wir die Wanderlinie ‚Borstgras' und zweigen nach rechts über den Staudamm zum nördlichen Ufer ab. Entlang der Markierung ‚Gläserner Steig' geht es nach links zunächst sanft bergab. An der nächsten Kreuzung halten wir uns rechts und wandern eben, von alten Alleebäumen begleitet zurück nach Buchenau.

Wissenswertes

Schachten Als „Schachten“ werden ehemalige Hochweiden inmitten der bewaldeten Höhenzüge bezeichnet. Seit dem 17. Jahrhunderts wurde im Frühsommer Jungvieh auf die exponierten Wiesen getrieben und von Hirten beaufsichtigt. Die einzeln stehenden, markanten Bäume (oftmals Bergahorne) dienten als Schattenspender für Mensch und Tier. Natürlicherweise würden die Schachten im Lauf der Zeit wieder mit Wald zuwachsen. Da sie unter Denkmalschutz stehen, werden sie jedoch regelmäßig gepflegt und offen gehalten.
Filze „Filz“ ist ein im Bayerischen Wald weit verbreiteter Begriff für Moor. Einige Filz- oder Moorkomplexe im Nationalpark zählen dank des konsequenten Schutzes zu den am besten erhaltenen und naturnahsten Mooren in ganz Deutschland. Sie bieten Lebensraum für eine Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten wie die
Kreuzotter (Vipera berus) oder den Rundblättrigen Sonnentau (Drosera rotundifolia).
Schwelle Als „Schwelle“ oder „Klause“ werden künstliche Stauseen bezeichnet, die besonders im 19. Jahrhundert für die Holztrift erbaut wurden. Mit Hilfe ihres Wassers schwemmte man die in die damals begradigten Bergbäche eingeworfenen Baumstämme aus dem Wald hinaus. Heute stehen die meisten Klausen unter Denkmalschutz.

Hinweise

Pictogramm Herabfallende Bäume Zu den typischen Gefahren im Nationalpark gehören umstürzende Bäume und herabfallende Äste - denn hier wird das natürliche Werden, Wachsen und Vergehen in den Lebensgemeinschaften geschützt.
Die Benutzung der Wege erfolgt auf eigene Gefahr!
Pictogramm Wegegebot Wegegebot in bestimmten Bereichen des Nationalparks zum Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten
Pictogramm Gute Ausrüstung Immer für gute Ausrüstung sorgen: Karte, festes Schuhwerk, Trinken, Erste-Hilfe-Set, Schlechtwetterkleidung

Weiterführende Informationen