Wandern und Erleben

Wandern im Nationalpark
Egal, ob Sie durch den artenarmen Bergfichtenwald, am gurgelnden Bergbach entlang oder durch lichte Buchenkathedralen hindurch wandern - auf über der Hälfte der Fläche im Nationalpark erkennt man inzwischen, dass hier die Natur unbeeinflusst wirken kann. Und was bringt einen näher an die Natur als eine Wanderung? Jederzeit kann man kurz innehalten und die Pflanzen am Wegesrand betrachten, entdeckt vielleicht hier und dort Spuren von scheuen Tieren, wie z.B. Holzsplitter, die ein fleißiger Specht aus dem Baum gehauen hat, und, wenn man Glück hat, sieht man möglicherweise sogar ein scheues Reh im Unterholz verschwinden.
Daher erschließen über 300 km gut markierte Wanderwege den Nationalpark mit seinem scheinbar unendlichen Wäldermeer.
Wanderwege im Nationalpark sind entweder als Wanderlinien mit Pflanzensymbolen auf weißem Grund (sie verbinden Orte und Wanderparkplätze mit attraktiven Zielen im Inneren des Nationalparkes) oder als Rundwanderwege mit Tiersymbolen auf gelbem Grund (man kehrt an den Ausgangspunkt der Wanderung zurück) gekennzeichnet. Bei Fernwanderwegen wurde die außerhalb des Nationalparks verwendete Kennzeichnung weitgehend übernommen.
Markierungszeichen
Eibe
Markierungszeichen Tagpfauenauge
Markierungszeichen
Goldsteig
Eibe: Die Wanderlinie Eibe führt vom Zwieslerwaldhaus auf den großen Falkenstein
Tagpfauenauge: Einmal rund durchs Waldspielgelände geht man, wenn man dem Tagpfauenauge folgt
Goldsteig: Der Goldsteig ist ein zertifizierter Qualitäts-Wanderweg, der über eine Gesamtlänge von 660 km ganz Ostbayern von Marktredwitz bis Passau erschließt)
Um sich über geführte Wanderungen mit ausgebildeten Waldführern oder Nationalpark-Mitarbeitern zu informieren, schauen Sie bitte unter Aktuelles-Führungsangebot.
Übersichtskarte mit den Einkehrmöglichkeiten im Nationalpark Bayerischer Wald
Radfahren im Nationalpark
Mehr als 200 km markierte Radwege durchziehen den Nationalpark und verbinden an drei Grenzübergängen für Fußgänger und Radfahrer bei Ferdinandsthal / Debrník, Gsenget / Prášily und Teufelshäng / Bučina den Nationalpark Bayerischer Wald mit dem Nationalpark Šumava.
Die Topographie (viele Bergstrecken) erfordert zwar gute Kondition, die Wege sind von Ihrer Oberflächenbeschaffenheit aber so ausgelegt, dass ein gutes Tourenrad zweckmäßig, ein ausgesprochenes Mountainbike jedoch nicht erforderlich ist.
Die Radwege führen Sie nahe an die „Highlights“ des Nationalparks heran, die häufig durch reine Wanderwege erschlossen sind. An den Verknüpfungspunkten zwischen Rad- und Wanderwegen bieten wir Ihnen Fahrradabstellplätze mit Haltebügeln zum sicheren Abschließen Ihres Fahrrades an, damit Sie ggf. eine kleine Ergänzungswanderung in Ihre Radtour einschieben können.
E-Bikes werden straßenverkehrsrechtlich wie Fahrräder behandelt - soweit es sich um sog. Pedelecs handelt, die Motorkraft nur unterstützend liefern und nicht vollständig ohne den Einsatz von Muskelkraft selbsttätig fahren. Entsprechend kann mit dieser Art von E-Bikes das Radwegenetz auch im Nationalpark genutzt werden.
Segways hingegen fahren rein motorgetrieben und sind auf den Radwegen im Nationalpark nicht erlaubt. Daran ändert auch eine Begrenzung der Maximalgeschwindigkeit (z.B. auf 20 km/h) nichts. Mit Segways können im Nationalpark nur Straßen genutzt werden, die für den öffentlichen Verkehr freigegeben sind.
Im Nationalpark gibt es vornehmlich Wander- und Radwege, wobei eine gleichzeitige Nutzung durch Reiter nicht möglich ist. Durch den Klingenbrunner Wald führt der einzige Reitweg im Nationalpark, der ein Verbindungsstück für das Reitwegenetz im Nationalparkvorfeld darstellt. Auf den sonstigen Wegen im Nationalpark ist das Reiten jedoch nicht gestattet.
Die Radwege im Nationalpark und dem Nationalparkvorfeld sind mit Ziffern auf diesem Symbol gekennzeichnet
Karte Radwege im Nationalpark Bayerischer Wald
Karte Reitwege im Nationalpark Bayerischer Wald
Übersichtskarte mit den Einkehrmöglichkeiten im Nationalpark Bayerischer Wald

Winterangebote
Der Winter ist die Zeit der Ruhe im Nationalpark Bayerischer Wald. Die Natur wird zugedeckt von einer dicken, weißen Schneedecke, die die Geräusche dämpft und das schwache Sonnenlicht verstärkt. In den eiskalten Bergbächen friert das Wasser um die darin liegenden Steine, während die Pflanzen und viele Tiere schlafend auf den Frühling warten. Nackte Buchen stehen zwischen schneebedeckten Fichten, und in den Hochlagen liegt der Schnee oft meterhoch. Diejenigen Tiere, die noch aktiv sind, brauchen Ruhe und Schonung, damit sie den harten Winter überstehen.
Der Mensch hingegen sucht auch im Winter die Schönheit der Natur. Im Nationalpark Bayerischer Wald könne Sie Langlaufen, Wandern, mit Schneeschuhen den Wald erkunden und an einigen Stellen auch den Berg hinunter rodeln. Wir möchten Sie jedoch bitten, die Ruhezeit, die die Natur braucht, zu respektieren. Jedes schreckhafte Auffliegen oder Flüchten kostet die Tiere viel Energie, die Sie in einem harten Winter gegebenenfalls nicht mehr ersetzen können, weil die Ressourcen sehr knapp sind. Achten Sie bei Ihrem Urlaub im Nationalpark also bitte auf die Pflanzen- und Tierwelt, indem Sie nur die markierten Loipen bzw. Wege benutzen, sowie Betretungsbeschränkungen akzeptieren.
Übersichtskarte mit den Einkehrmöglichkeiten im Nationalpark Bayerischer Wald

Erlebniswege
Ein lokaler Gewittersturm riss im Sommer 1983 große Löcher in die Bergmischwälder am Fuße des Rachel. Abertausende Kubikmeter geworfener Fichten türmten sich zu einem undurchdringlichen Verhau. Die Natur schaffte, was kaum jemand für möglich hielt: in nur einem Jahrzehnt aus einem scheinbaren Chaos einen Märchenwald zu zaubern.
Die Idee der Erlebniswege ist es, Ihnen die schönsten und attraktivsten Stellen im Nationalpark zugänglich zu machen. Sie geben Einblicke in Wälder, die Windwurf und Borkenkäferbefall tiefgreifend verändert haben, in denen sichtbar wird, welch vielfältiges Entstehen, Wachsen und Vergehen sich dort vollzieht. Sie wecken Vertrauen in die Selbstheilungskräfte der Natur und lassen uns Hoffnung schöpfen für den großflächigen, natürlichen Walderneuerungsprozess im Bergfichtenwald.
Jeder der Erlebniswege erschließt den Naturwald mit aus einem neuen Blickwinkel und führt Ihnen wichtige Lebensgemeinschaften und Waldentwicklungsphasen im Nationalpark vor Augen. Die Erlebniswege laden Sie ein, die Natur auf alle Sinne wirken zu lassen: Baumriesen bestaunen, sich vom Plätschern und Rauschen der Bachläufe gefangen nehmen lassen, den Duft von Pilzen und vermoderndem Holz in sich aufsaugen, die feuchte Kühle des Mooses auf dem Waldboden wahrnehmen - lassen Sie sich verzaubern!
Übersichtskarte mit den Einkehrmöglichkeiten im Nationalpark Bayerischer Wald

Einrichtungen in Nationalparkgemeinden
In Zusammenarbeit mit den Nationalparkgemeinden bieten wir unseren Besuchern zahlreiche attraktive Einrichtungen. Hier einige Beispiele:
Im Wanderpark Bayerisch Eisenstein besonders eindrucksvoll und skurril ist die “Galerie der Waldgeister”. Aus einer künstlich angelegten Quelle sprudelt ein kleiner Bach, der einen “Dorfweiher” und eine Naturkneippanlage mit frischem Wasser versorgt.
Ein Besuch im Hirschgehege Scheuereck lohnt sich zu jeder Jahreszeit! Besonders spannend ist die Zeit der Hirschbrunft, die gewöhnlich Ende September/Anfang Oktober ihren Höhepunkt erreicht.
Es ist ein erfrischendes Erlebnis, wenn man im berühmten Storchenschritt die barrierefreie Naturkneippanlage in Spiegelau durchschreitet. Was vom Rachel munter und moorig herunter rieselt, das bietet nun auch für Menschen mit Handicap Zugang zu dieser Erfahrung.
Frei nach dem Motto "Spielend die Natur begreifen" bietet das Waldspielgelände in Spiegelau Spiel- und Naturerlebnis für die ganze Familie. In diesem 50 ha großen, parkartig angelegten Waldgebiet erwarten Sie Spielplätze, ein Naturerlebnispfad und eine Waldwiese mit Grillplatz
Wer auf den Spuren des Luchses wandern will, ist auf dem neu angelegten „Luchspfad“ der Gemeinden Bayerisch Eisenstein und Lindberg richtig.
Die märchenhafte Landschaft des Bergdorfes Waldhäuser inspirierte schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts Maler und Bildhauer zu ihren Werken. Die historischen und zeitgenössischen Spuren der Kunst rund um den Lusen verbindet der Arche-Pfad.
Zu den Einrichtungen in den Nationalparkgemeinden
Übersichtskarte mit den Einkehrmöglichkeiten im Nationalpark Bayerischer Wald

Tourenvorschläge
Im Nationalpark wird das natürliche Werden, Wachsen und Vergehen in den Lebensgemeinschaften geschützt. Vom Wind geworfene oder durch Schnee gebrochene Bäume können vom Borkenkäfer befallen werden. Sie werden deshalb im Randbereich entnommen, um den angrenzenden Wirtschaftswald zu schützen. Eine wirtschaftlichen Interessen dienende Holznutzung findet im Nationalpark nicht statt. In den Naturzonen verbleiben entwurzelte und abgestorbene Bäume im Kreislauf der Natur.
Im Schutz des Totholzes entwickelt sich die junge Baumgeneration. Bitte vergessen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit nicht, auf herabstürzendes Totholz zu achten, und verlassen Sie den Wald bei stürmischem Wind. Besonders auf den Erlebniswegen wird Ihnen die Möglichkeit geboten, besonders urtümliche Natur kennen zu lernen. Deswegen werden hier bewusst jegliche Maßnahmen zur Verkehrssicherheit unterlassen. Bei starkem Wind, Regen und Schneelage ist das Betreten der Erlebniswege aus Sicherheitsgründen nicht zulässig.
Die Benutzung der Wege im Nationalpark erfolgt auf eigene Gefahr! Achten Sie auf herabstürzendes Totholz und verlassen Sie den Wald bei Wind.
Wegeinstandhaltung, der Ausbau von Wegen, Betriebsarbeiten oder auch der Schutz von Tieren z.B. während der Brutzeit machen es im Nationalpark manchmal notwendig, Wege zu sperren bzw. umzuleiten.
Nehmen Sie Rücksicht auf die Natur und bleiben Sie auf den markierten Wegen.
Übersichtskarte mit den Einkehrmöglichkeiten im Nationalpark Bayerischer Wald

