Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

Schachten und Filze

Hochmoore (Foto: Alice Alteneder)

Moore

Das flachwellige Plateau des Hohen Böhmerwaldes beherbergt großflächige Moorkomplexe. Der größte Teil dieser ausgedehnten Moore liegt auf dem Gebiet der Tschechischen Republik im Nationalpark Šumava.

Auf bayerischer Seite gibt es in den Kammlagen lediglich einige wenige, kleinflächige Vermoorungen im Bereich der mitteleuropäischen Wasserscheide (zwischen Donau und Moldau). Zu den bedeutendsten Moorgebieten zählt der sog. Latschenfilz mit dem geheimnisvollen Latschensee und der Hinteren Sulz.

Schachten

Bauern aus der Umgebung von Zwiesel hatten früher das Recht, ihr Vieh während der Sommermonate in die Wälder zur Weide zu schicken. Der von den Bauern beauftragte Hirte war zwischen Juni und September mit den Rindern (vorwiegend Jungvieh) unterwegs in den Hochlagen des Bayerischen Waldes.

Im Laufe der Zeit entstanden zunehmend aufgelichtete Wälder und bald auch nahezu waldfreie Bergwiesen, die im Bayerischen Wald als “Schachten" bezeichnet werden. Den Hirten dienten sie vorwiegend als Übernachtungsplätze, aber auch als Stationen für die Mittagsrast.

Die Waldweide wurde schon in den 50er Jahren aufgegeben. Viele der Laubbäume, die früher als Schattenspender dienten, sind heute eindrucksvolle Baumriesen oder auch schon Baumruinen. Die Schachten sollen als Zeugen einer vergangenen Kulturepoche auch in Zukunft als waldfreie Flächen erhalten bleiben.

Rundweg Wolf
Gehzeit etwa ¾ Std., Höhenunterschied 50 m

Ausgangspunkt ist der Fahrradparkplatz am Hochschachten.Der ca. 2½ km lange Rundgang führt über den Hoch- und den Kohlschachten. Zwischen diesen beiden Bergwiesen liegt der Latschenfilz mit Hochmoortümpeln, z. B. dem Latschensee. Durch das Moor führt ein ca. 700 m langer Bohlenweg. Der Latschenfilz ist besonders repräsentativ für die Sattelhochmoore auf dem Böhmerwald-Plateau.

Tageswanderung

Der Erlebnisweg “Schachten und Filze" ist von Oberfrauenau bzw. vom Info-Pavillon der Trinkwassertalsperre Frauenau, (Markierung Borstgras), oder von Buchenau (Markierung Pestwurz) her zu erreichen (Gehzeit jeweils 3 Std.). Über den “Gläsernen Steig" zwischen Buchenau und der Trinkwassertalsperre Frauenau können die beiden Wanderlinien zu einer Ganztages-Rundwanderung verbunden werden.

Mit dem Fahrrad

Der Nationalpark Bayerischer Wald bietet ein umfangreiches Netz an markierten Radwegen. Damit auch Radfahrer die Möglichkeit haben, Moore (Filze) des Nationalparks zu erleben, wurden an der markierten Radroute am Großen Schachten (Hochschachten) Absperrbügel zum Anlehnen und Absperren der Fahrräder angebracht. Dort befinden sich auch eine Wetterschutzhütte und Orientierungs- und Informationstafeln.

Der Erlebnisweg selbst ist nicht zum Radfahren vorgesehen!