Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Das Kindergartenjahr 2014/15 im Nationalparkzentrum Lusen

Die Kindergartenkinder zeigen Nicole Graf, was sie alles auf dem Waldboden gefunden haben. Mit dabei ist auch immer „Willi Waldwichtel“ (Foto: Sabine Eisch)

"Von froschfressenden Schlangen und klebenden Kleibern"

Kindergartenjahr 2014/ 2015: Kinderhaus St. Anna, Neuschönau erlebt den Verlauf der Jahreszeiten im Nationalpark Bayerischer Wald "

Gemeinsam wurde ausgiebig beobachtet und erkundetMein Herz schlägt ganz schnell, da ist eine Schlange….und die frisst gerade einen Frosch…!" Außer Atem kommt Darius bei Waldführerin Moni und Nationalparkmitarbeiterin Nicki an. Gemeinsam wurde dann ausgiebig beobachtet und erkundet, wie die Mahlzeit einer Ringelnatter eingenommen wird. Das war eines der vielen ganz besonderen Erlebnisse, die die Kindergartenkinder aus Neuschönau im Nationalparkwald machen durften.

Fester Bestandteil war wie im Vorjahr stets der Besuch bei "ihrem" BaumDie Kinder konnten seit letztem Herbst erleben, wie sich der Nationalparkwald je nach Jahreszeit verändert und machten sich auf die Spur von Specht, Kleiber, Luchs und Auerhahn. Fester Bestandteil war wie im Vorjahr stets der Besuch bei "ihrem" Baum im Pflanzenfreigelände des Nationalparkzentrums Lusen, mit dem Namen "Alte Anna". Gerade auch an der "Alten Anna" konnten die Kindergartenkinder sehen und erfahren, wie sich ein Baum im Jahresverlauf verändert und wie seine "Bewohner", die Tiere, die Jahreszeiten erleben.

Eine präparierte Auerhenne und ein Auerhahnpräparat standen zur genaueren Erkundung bereitDer Baum ist den Kindern schon ans Herz gewachsen und wird zur Begrüßung stets umarmt, oder es wird am Stamm gelauscht, ob man etwa einen Käfer krabbeln hören kann. Im Winter wurden die Spuren der Tiere im verschneiten Wald erkundet und die Überlebensstrategien der Tiere im Winter spielerisch erlernt. Der störungsempfindliche Auerhahn stand auf dem Programm, er wurde im Tierfreigelände besucht und Tierpfleger Christoph Wagner erzählte alles Wissenswerte über die großartigen Tiere.

Mit Spielen probierten die Kinder zum Beispiel das Fluchtverhalten der TiereEine präparierte Auerhenne und ein Auerhahnpräparat standen zur genaueren Erkundung bereit und mit Spielen probierten die Kinder zum Beispiel das Fluchtverhalten des scheuen Tieres aus und erfuhren, wie viel Energie es kostet, immer wieder gestört und aufgescheucht zu werden. Marlene, FÖJ im Hans- Eisenmann- Haus, hatte ein Säcklein mit Fichtennadeln dabei, die sie mühevoll gesammelt hatte und erklärte, dass dieser halbgefüllte Gefrierbeutel mit Nadeln gerade einmal die Energie eines Zuckerwürfels hat, damit die Kinder sich vorstellen konnten, wie mühevoll die Futtersuche im Winter ist.

Interessant fanden die Kinder die "Löcher" in den Bäumen, die der Specht gemacht hatDie Handpuppe "Luchsi" erzähle aus dem Leben eines Luchses und das prächtige Tier konnte ebenfalls im Tierfreigelände beobachtet werden. Das mitgebrachte Luchsfell löste große Bewunderung aus, ebenso wie der Besuch beim Elch und die Elchschaufel, die Marlene dabei hatte. Im Frühling und Sommer wurde die Pflanzenwelt im Nationalpark erforscht und die Bewohner der alten Bäume standen auf dem Programm. Interessant fanden die Kinder die "Löcher" in den Bäumen, die der Specht gemacht hat und der kleine Vogel, der die Höhlen der Spechte wieder "zu klebt", um sie zu verkleinern und selbst darin Wohnung beziehen zu können. "Das ist der Kleiber, der läuft mit dem Kopf abwärts am Baum herunter…"erklärt Marlene. Mit dem Spiel "Kleiber und Marder" blieb auch der Name des Vogels besser in Erinnerung, wobei es einigen Kindern aber viel logischer erschien, ihn "Kleber" zu nennen.

Auch die Wasseramsel und der Eisvogel waren als Präparat mit dabeiIm Sommer wurde noch ein kleiner Bach erkundet. Mit Keschern, Becherlupen und kleinen Mikroskopen erforschten die Kindergartenkinder die kleinen Bewohner im Wasser. Auch die Wasseramsel und der Eisvogel waren als Präparat mit dabei und konnten genauer betrachtet werden. Viele weitere Spuren, wie die angenagten Zapfen des Eichhörnchens und der Maus, sowie eine Rupfung mit Federn vom Eichelhäher und eben das Highlight, die Ringelnatter mit dem Frosch im Maul, standen immer wieder bei den Nationalparktagen im Mittelpunkt.

Oftmals ging es singend durch den Wald: "Fichte sticht, Tanne nicht…Aber natürlich auch das Wissen über die Bäume und ihre Früchte, vor allem die Hauptbaumarten im Nationalpark, konnten die Kinder immer wieder vertiefen und oftmals ging es singend durch den Wald: "Fichte sticht, Tanne nicht…" Ein wenig wehmütig verabschiedeten Marlene und Nicki vom Nationalpark und die Waldführer Moni und Ramona am letzten Termin vor den Ferien die Schulanfänger. Auch im nächsten Kindergartenjahr soll es wieder viele Nationalparktage rund ums Nationalparkzentrum Lusen geben, um die Kinder behutsam und spielerisch an die Natur heran zu führen.

Das Kindergartenprogramm des Nationalparks finden sie hier

Nähere Informationen und Ansprechpartner:

Nationalparkzentrum Lusen
Nicole Graf
Tel.: +49 8558 96150
Email: nicole.graf(at)npv-bw.bayern.de

Nationalparkzentrum Falkenstein
Katharina Ries
Tel. +49 9922 5002105
Fax +49 9922 5002 167
Email: katharina.ries(at)npv-bw.bayern.de

Waldspielgelände Spiegelau
Lukas Laux
Email: lukas.laux(at)npv-bw.bayern.de