Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Das Kindergartenjahr 2013/14 im Nationalparkzentrum Lusen

Die Kindergartenkinder zeigen Nicole Graf, was sie alles auf dem Waldboden gefunden haben. Mit dabei ist auch immer „Willi Waldwichtel“ (Foto: Sabine Eisch)

Ein Jahr mit der "alten Anna"

Die Kindergartenkinder des Kinderhauses St. Anna aus Neuschönau waren im Kindergartenjahr 2013/14 2-4 Mal monatlich zu Besuch im Hans-Eisenmann-Haus und haben im Nationalparkwald spielerisch die besonderen Tiere und Pflanzen des Nationalparks kennengelernt (Walderlebnistage)

Das Jahr 2013/14 stand unter dem Motto: „ Bäume im Jahresverlauf“.

Im Pflanzenfreigelände des NPZ Lusen wurde dazu ein Baum ausgesucht, den die Kinder immer wieder besuchen und an ihm auch genau die Veränderungen durch die Jahreszeiten beobachten konnten. Es handelt sich um eine alte Buche mit weitausufernden Ästen und einem dicken Stamm.

Die Kinder vor der alten AnnaDer Baum sollte den Kindern vertraut werden, sie konnten ihn umarmen und die Stärke spüren, horchen, ob man die Baumsäfte fließen oder Krabbeltiere unter der Rinde hören konnte. Nicht nur für die Walderlebnistage sollte der Baum feste Anlaufstelle für die Kinder sein, sondern auch mit ihren Familien, sollten sie den Baum besuchen können. Die Kinder überlegten sich gleich beim ersten Termin einen Namen für den Baum; „Die alte Anna“


Die Kinder vor der alten AnnaDie Veränderungen im Jahreslauf, die Blätter, wie atmet ein Baum, was braucht ein Baum zum Leben, was ist vor allem der Unterschied zwischen einem Wirtschaftswald und dem Nationalparkwald? Was macht den Nationalpark aus? Diesen Fragen gingen die Kinder nach und lernten anhand von Spielen, Rätseln und Untersuchungen einiges über diesen besonderen Wald.


IDie Kindermit der Waldfeem Winter wurden Tierspuren gesucht und die Überlebensstrategien der Tiere im Winter erprobt. Mit Stethoskopen lauschten sie den Rindensäften im Frühjahr und beobachteten das Erwachen der Natur, was sind Knospen und wie können wir daran die Bäume unterscheiden? Wie erwacht die Tierwelt im Frühling? Welche Frühblüher kennst du?- dazu haben wir im Pflanzenfreigelände Blumen bestimmt und die Farbenvielfalt bewundert. Welche Tiere leben in einem alten Baum? Dabei haben wir uns im Sommer einige Käferarten genauer betrachtet, und die Tiere Specht, Kleiber und Eichhörnchen näher erkundet.

Die Kindermit der WaldfeeEinmal wartete sogar eine Waldfee auf die Kinder; der "Baumgeist "der alten Anna. Die Waldfee hat ihnen die Unterschiede zwischen Fichte und Tanne erklärt und welche Früchte die Hauptbaumarten des Nationalparks tragen und erzählt, welche Tiere unter der Rinde oder in den Kronen der alten Anna leben. Die Kinder waren ganz gebannt bei der Erscheinung der Waldfee, die unerwartet bei der alten Anna herumtänzelte und die Aufmerksamkeit war sehr groß. So manch einer hoffte, die Waldfee wieder einmal im Nationalparkwald zu treffen.

Für die Schulanfänger war es dann Ende Juli soweit, sie erwartete ein ganz besonderer Abschluss des Kindergartenjahres: Sie durften im Kindergarten übernachten und besuchten in den Abendstunden noch einmal den liebgewonnenen Baum, die alte Anna. Erwartet wurden sie dort von den Waldführern Ramona Kesten und Moni Deuschinger, sowie den Nationalparkmitarbeitern Hannah Härlen und Nicole Graf. Die hatten etwas ganz Besonderes vorbereitet und die Neugier bei den Kindern war sehr groß. Dann machten wir uns auf den Weg zur alten Anna. Gemeinsam mit den Kindern wurde dann ein Baum aus Holz enthüllt, der mit allen Handabdrücken der Kindergartenkinder versehen wurde. Er steht direkt neben dem Weg im Pflanzenfreigelände und weist auf die Walderlebnistage des Kinderhauses St. Anna hin. Begeistert untersuchten die Kindergartenkinder das Schild, und suchten ihre eigenen Handabdrücke darauf.

Die Kinder vor der alten AnnaDa die alte Anna von den Kindern so lieb gewonnen worden war, musste natürlich auch ein Namensschild für sie her. Mit der sachkundigen und vor allem schnellen Arbeit der Schreinerei und des Servicezentrum Lusens wurde nicht nur der Baum, sondern auch das Namensschild in Buchenblattform für die alte Anna gefräst und befestigt. Auch dieses Schild wurde enthüllt und die Schulanfänger durften die alte Anna richtig taufen. So können die Kinder immer wieder zur alten Anna kommen, auch wenn sie bald zur Schule gehen werden, denn dieser Baum ist für sie etwas ganz besonderes und wertvolles und erinntert sie immer wieder an die Walderlebnistage im Nationalpark.Die Erzieherinnen hatten zusätzlich zu unserem Nationalpark-Kräuter-Zaubertrank noch eine schöne Brotzeit dabei, da fiel es gar nicht weiter auf, dass plötzlich die Betreuerinnen des Nationalparks verschwunden waren. Mitten im Wald gab es dann noch eine Überraschung: Die Waldfee, die alte Anna, das Eichhörnchen Fritzi und der Luchs Luxi warteten.


Zwischen große und kleine Bäume, inmitten von Moospolstern und Farnwedeln, auf die Kinder und führten ein selbstgeschriebenes Theater auf. In dem Theaterstück wurde nochmal nachgespielt, was die Kinder alles das ganze Jahr über erlernt hatten. Die alte Anna war von einem bösen Zauberer verzaubert worden und wollte nicht mehr im Nationalparkwald leben. Eichhörnchen Fritzi und Luchs Luxi, die Ihren Lebensraum im Nationalpark bei der alten Anna haben, mussten ihr dann klar machen, warum sie so wichtig für den wilden Wald ist. Aber nur mit Hilfe der Schulanfänger konnte die alte Anna „entzaubert“ werden und so nahm das kurze Spielstück sein gutes Ende.

Ganz gebannt beobachteten die Kinder das Theaterstück, begeistert von den Kostümen und dem Auftreten der Ihnen bekannten Tiere und der Waldfee. Manch einer ließ sich sogar dazu hinreißen, eingreifen zu wollen, damit die alte Anna nicht so böse ist. Die Kinder haben das Stück richtig mitgelebt.

Die Kindergartenkinder des Kinderhauses St. AnnaMit einem kleinen Schatz wurden die Schulanfänger dann verabschiedet. Mit einem weinenden Auge haben sich die Betreuer des Nationalparks von jedem Kind verabschiedet und Ihnen noch gute Worte mit auf den Weg gegeben. Jedes Kind war sich sicher, dass es immer wieder hierher in den Nationalpark, und zur alten Anna kommen wird.

Die Zusammenarbeit mit dem Kinderhaus St. Anna hat die letzten Jahre sehr gefruchtet und ergänzend zu den praktischen Programmen im Nationalpark, haben die Erzieherinnen im Kindergarten ein Baumbuch angelegt, damit die Kinder die verschiedenen Bäume kennen und unterscheiden lernen. Dokumentiert wurden die Zeichen und Klebearbeiten in einem dicken Ordner. Außerdem haben auch die Kindergartenkinder ein Theaterstück über Bäume einstudiert.

Auch im nächsten Kindergartenjahr wird es wieder diese enge Zusammenarbeit geben und die Kinder werden wieder einiges im wilden Nationalparkwald erleben, darauf freut sich das Team vom Hans- Eisenmann- Haus.

Interessierte Kindergärten können sich im Hans-Eisenmann-Haus unter 08558 /96150 für Kindergartenprogramme anmelden oder das Anmeldeformular mit der Themenauswahl und einer Kurzbescheibung im Internet ausfüllen und dem Hans-Eisenmann-Haus zusenden.

Nähere Informationen und Ansprechpartner:

Nationalparkzentrum Lusen
Nicole Graf
Tel.: 08558 / 96150
Email: nicole.graf(at)npv-bw.bayern.de

Nationalparkzentrum Falkenstein
Katharina Ries
Tel. +49 9922 5002105
Fax +49 9922 5002 167
Email: katharina.ries(at)npv-bw.bayern.de

Waldspielgelände Spiegelau
Lukas Laux
Email: lukas.laux(at)npv-bw.bayern.de