Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Tier- Freigelände im Nationalparkzentrum Lusen

Virtueller Rundgang: Luchs

Luchs im Tier-Freigelände (Foto: David & Micha Sheldon)

Vor etwa 150 Jahren im Bayerisch-Böhmischen Grenzgebirge ausgerottet, gibt es den Luchs als größte europäische Wildkatze heute wieder im Gebiet - dank Wiederansiedlung und Zuwanderung aus Böhmen.

Diese große Wildkatze zählt zum typischen Arteninventar des Bergwaldes und ist für die Region mindestens bis Mitte des 19. Jahrhunderts belegt (letzter Abschuss 1848). Trotz vereinzelter Rückwanderer aus dem Osten gelang die Wiederansiedlung im Grenzgebirge erst durch die Umsiedlung von Wildluchsen aus der Ostslowakei 1970 auf bayerischer bzw. ab 1982 auf tschechischer Seite.

Die großräumige Eignung der Waldlebensräume mit ihrem Beuteangebot erlaubte die rasche Etablierung und Ausbreitung der Luchse, bei deutlicher Schwerpunktbildung auf tschechischem Gebiet. Der regelmäßige Aufenthalt von etwa fünf bis sechs erwachsenen Luchsen im Nationalpark Bayerischer Wald und dessen unmittelbarer Umgebung konnte über winterliche Abspüraktionen, über Rissfunde und Sichtbeobachtungen seit Mitte der 90er Jahre bestätigt werden.

Weitere aktuelle Belege liefert ein seit 2005 laufendes Forschungsprojekt. Wenn die Nationalparkfläche für die Sicherung einer eigenständigen Luchspopulation auch nicht ausreichen kann, so stellt sie doch ein wesentliches Refugium für diese Katze, das sowohl störungsarme Waldgebiete als auch große jagdfreie Zonen bietet.