Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Tier- Freigelände im Nationalparkzentrum Lusen

Barrierefreie Rundwege im Tier-Freigelände (Foto: Alice Alteneder)

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist durch weitläufige Wälder geprägt. Unter dem dichten Kronendach der mitteleuropäischen Laub- und Nadelwälder wächst im spärlichen Sonnenlicht nur wenig energiehaltige Nahrung - zu wenig für eine auffällige oder imposante Großtierwelt, wie zum Beispiel in der afrikanischen Serengeti.

Die Hauptmenge der fressbaren Vegetation befindet sich in den Baumkronen. Das ist der Grund, warum in unseren Wäldern relativ viele Vogelarten vorhanden sind oder Tierarten, die klettern, springen oder fliegen können. Große Säugetierarten gab es in unseren Wäldern von jeher nur wenige.Auch heute gelingt es im reich strukturierten, deckungsreichen Naturwald nur selten, freilebende Tiere zu beobachten.

Wegstrecke

Ein bequemes Netz von Besucherwegen verbindet alle Anlagen in diesem weitläufigen „Landschaftszoo".

Der gesamte Rundweg ist ca. 7 km lang und die Gehzeit inklusive Beobachtungszeiten beträgt 3-4 Stunden. Von den beiden Ausgangspunkten können jeweils auch Abkürzungswege mit etwa 3 km Länge und 1,5 Stunden Dauer gewählt werden. Der Rundweg ist sehr gut beschildert und auch für Kinderwägen und Rollstühle geeignet.

Nehmen Sie sich Zeit für Ihren Besuch im Tier-Freigelände. Es empfiehlt sich, eher einen verkürzten Weg zu gehen, als im Eiltempo den ganzen Weg abzulaufen. Nicht selten erkennt man erst beim zweiten Hinsehen, wo sich ein Tier aufhält.

Informationstafeln entlang des markierten Rundweges erklären die Lebensgewohnheiten und Besonderheiten der Tiergruppen.

Themen des Rundwegs

Im Eingangsbereich ist die ökologische Situation des Waldrandes dargestellt, die vor allem von wärmeliebenden Vogelarten genutzt wird.Die Bedeutung großer Pflanzenfresser für die Entwicklung der Wälder zu "Urzeiten" wird am Beispiel der Wisente erklärt. Vor etwa 150 Jahren wurde der Luchs im Bayerisch-Böhmischen Grenzgebirge ausgerottet, als größte europäische Wildkatze ist er heute wieder im Gebiet zu finden - dank Wiederansiedlung und Zuwanderung aus Böhmen.

Der Uhu gilt als "Kulturfolger", da er vom reichen Beuteangebot auf Waldwiesen, Kahlschlägen, Mülldeponien und freien Landschaften profitiert. Große Raubtiere wie der Wolf bestimmen in natürlichen Waldlebensgemeinschaften - über das Wechselspiel zwischen Pflanzenfressern und Fleischfressern - die Vielfalt und das Wachstum des Bergwaldes.

Die Wildschweintruppe leistet durch kräftige Bearbeitung des Waldbodens wichtige Vorarbeit für die Waldverjüngung. Um ein Überleben der letzten süddeutschen Ottervorkommen im Bayerischen Wald zu sichern, werden Maßnahmen zum Artenschutz vorgestellt. Die vier waldbewohnenden Käuze des Nationalparkgebietes weisen als "Höhlenbrüter" auf die hohe Bedeutung von Höhlen in faulen, dürren oder überalterten Bäumen hin.

Der massige Braunbär ist im Nationalparkgebiet vor 140 Jahren ausgerottet worden. Er ist jedoch als Allesfresser (Gras, Knospen, Beeren, Insekten und Aas) ein im Grunde genügsamer Waldbewohner.

Wenn Naturkatastrophen Waldlichtungen aufreißen, wandern dort Mäuse, Insekten und Singvögel ein. Mäusebussard und Wespenbussard folgen diesem Beuteangebot. Nur Kletterkünstler wie Eichhörnchen oder Baummarder können - neben den Vögeln - Nahrung in den Baumkronen erreichen.

Im natürlichen Kreislauf werden selbst Kadaver und Knochen durch Aasfresser wie den Kolkraben verwertet. Auerhühner sind sehr störungsempfindlich und stark bedroht. Die Beachtung des Wegegebots in den Kerngebieten dient ihrem Schutz.