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Besucherzentrum Hans Eisenmann Haus
Die neue Dauerausstellung "Weg in die Natur"
Hauptattraktion des Hans-Eisenmann-Hauses sind seine Ausstellungen, die Einblicke in die Welt des Nationalparks geben.
Die neue Dauerausstellung steht in dieser Tradition und setzt gleichzeitig neue Perspektiven. Der Besucher ist eingeladen, dem „Weg in die Natur“ zu folgen. Auf ihm begegnet er einer „Geschichte von Wald und Menschen“, die in vielen Facetten betrachtet und erzählt wird.
Da ist zum einen die Geschichte einer Region, ihrer Menschen und eines Naturschutzkonzepts: die Geschichte des Nationalparks Bayerischer Wald. Sie zeigt, dass es nicht nur eine Sicht auf diesen so besonderen Wald gibt. Denn der Wandel des einstigen Nutzwalds zu einem Naturwald war stets begleitet von Traditionen, Hoffnungen, Konfrontationen, Enttäuschungen und Überzeugungen. Sie spiegeln sich in vier Jahrzehnten Waldentwicklung hin zu einer „neuen Wildnis“.
Um zu verstehen, was den Nationalpark und die Menschen, die mit ihm und um ihn herum leben, bewegt, lohnt auch ein Blick in die fernere Vergangenheit – und einer in unsere Köpfe. Welche Vorstellungen gab es von Natur? Wie sah man Wälder früher? Was bringen wir an eigenen Wald-Bildern mit? Die Antworten schärfen das Bewusstsein für aktuelle Diskurse um Naturschutz und Schutzgebiete. Die Erzählung der Ausstellung ist im besten Sinne vielschichtig. Wenn es etwa um scheinbar „reine Naturkunde“ geht, kommen Aspekte des Alltags ins Spiel. Die Welt des Waldes ist nämlich manchmal besser für uns fassbar, wenn wir sie mit Vertrautem vergleichen – was für einen Tacho braucht etwa das „Schneckentempo“? Anders herum: Tiere und Pflanzen des Waldes sind mehr als Biologie. Sie sind Teil unserer Sehnsüchte und unseres Alltags.
Für die Erarbeitung des Konzepts hat der Nationalpark ein fächerübergreifend besetztes Kuratorenteam zusammengestellt. So ergänzen und vernetzen sich kultur- und naturwissenschaftliche Zugänge. Das international renommierte Gestaltungsbüro Holzer Kobler Architekturen verlieh dem Ansatz, jenseits festgefügter Grenzen zu arbeiten, Form. Grundthema der Architektur ist der Wald, die gestalterische Linie ist inspiriert von barocken Heckentheatern. Der Besucher betritt immer wieder neue Räume im Raum und wandert so durch Themen und Geschichten. Auch komplexe Sachverhalte werden dabei spielerisch und überraschend vermittelt.
Überhaupt versteht sich die Ausstellung als Angebot an alle Besucherinnen und Besucher, sich überraschen zu lassen, gleich welches Vorwissen sie mitbringen. Es geht hier nicht ums „Alles Mitkriegen“, sondern ums individuelle Erleben. Auch für Kinder - sie können sich zusammen mit „tierischen Begleitern“ ihr eigenes Bild vom Nationalpark machen und an vielen Stationen Spannendes rund um den Wald hören, bewegen, ertasten. Darüber hinaus gibt es ein eigenes Kinderreich, mitten in der Ausstellung.
Die „Geschichte von Wald und Menschen“ die im Hans-Eisen-mann-Haus erzählt wird, ist alt und neu zugleich – genauso wie das Haus selbst. Da kann man 2012 wirklich alles Gute zum 30jährigen Geburtstag wünschen! Dann wird es mit der „Waldwerkstatt“ eine tolle Überraschung mehr geben – Näheres wird (noch) nicht verraten.
Stationen der Dauerausstellung "Weg in die Natur - Eine Geschichte von Wald und Menschen"
Ideen und Ziele
Als Einstieg in die Ausstellung faltet sich ein illusionistisches Band vom Foyer in den Ausstellungsbereich und führt durch die Grundideen von Nationalparken und Naturschutz. Dieses Band leitet den Besucher zu einem interaktiven Landschaftsrelief, das die Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava, ihre Umgebung und Lebensräume zeigt. Grosszügig öffnet sich hier der Raum und gibt den Blick auf die Waldkulisse frei.
Schritte zur Natur
In Anlehnung an barocke Heckentheater reihen sich die zahlreichen Schichten des Waldes, als schwarz weißes Wandbild interpretiert. Wie ein Scherenschnitt ergänzen sich auf der Vorderseite die Bilder und lassen sich doch nicht als Ganzes erfassen. Der Blick zurück gibt eine andere, abstraktere Szene wieder. Fragmente der Wandformen überlagern sich als grafische Flächen. Schicht für Schicht werden aus immer wechselnder Perspektive die grossen Entwicklungsschritte und Umbrüche des Nationalparks inszeniert. Die räumliche Zeitachse symbolisiert den Weg, den der Wald und die Menschen seit 40 Jahren gemeinsam gehen. Das Schlussbild zitiert das berühmte Gemälde „Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar David Friedrich in einer modernen Auffassung. Der Betrachter sieht der Figur über die Schulter und blickt mit ihr in die unendliche Weite.
Alt und Reich
Die dreidimensionale Raumskulptur nimmt verschiedene Aspekte eines alten und artenreichen Waldes auf. Sie gleicht einer Wurzel, die sich einem eigenwillig in den Weg stellt, einen festhält und entschleunigt. Wie die vom Menschen unbeeinflusste Wildnis des Natur-Waldes, lässt sich auch diese Skulptur nicht so einfach erobern. Die Inhalte bewachsen den Ausstellungskörper und der Besucher muss sich die Zeit nehmen, die Vitrinen, die sich mal auf kleinen Lichtungen, mal in den Wipfeln der Baumriesen befinden, zu entdecken.
Spuren
Auf der Galerie macht man sich auf die Suche nach den „grossen, wilden Tieren“. Doch sie verstecken sich gerne... Gefundene Spuren aus Natur und Kultur werden in bruchstückhaften, bizarr geformten Ausstellungselementen präsentiert und können in der Ausstellung von den Besuchern genau inspiziert werden.
Forschen
Die Schichten des Heckentheaters ragen von unten hoch bis auf die Galerie und unters Dach. Sitzmöbel und Vitrinen liegen wie grosse Steine am Wegrand und laden zum Forschen und Verweilen ein. Und das ist auch das Thema in diesem Raum: die Forschung im Nationalpark. An Medienstationen kann der Besucher sein Wissen testen und interaktiv vertiefen. Wie aus den Baumkronen überblickt man hier das Heckentheater und nimmt es in seiner ganzen Höhe wahr.
Tor zum Wald
Ausatmen. In einem Moment des Innehaltens nimmt der Besucher die Ästhetik der künstlichen Waldstimmung in sich auf. Durch einen Tunnel schreitet er sodann in das eigentliche Exponat, den Wald.


