Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

Ausstellungen im Haus zur Wildnis - Entdecke Deine Fantasie

Ausstellung im Haus zur Wildnis (Foto: Alice Alteneder)

Kunstausstellung "TIKIGAQMUIT"

Interner Link - PDF-Download: Faltblatt zur Ausstellung (PDF 275 KB)Ausstellung vom 26.12.2014 bis 12.04.2015
täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr - Eintritt frei

Masken und Grafiken erzählen vom SEIN der Ureinwohner des Nordamerikanischen Kontinents

Was haben Point Hope – das Ende einer Landzunge in Alaska, der Columbia River im Westen von Oregon und Lac Seul, ein First Nation Ort, im Hohen Norden Kanadas gemeinsam?

Alle drei Orte sind die heutige Heimat von Künstlern deren Vorfahren seit Jahrtausenden in diesen Gebieten lebten. Alle drei Künstler haben sich der Bewahrung von Symbolen und Geschichten ihrer Kultur gewidmet. Alle Drei interpretieren mit ihrer Kunst und ihrem Handwerk, ihr Sein – und das SEIN ihres heutigen Volkes auf eine zeitgenössische Art und Weise.

INUPIAQ so nennt sich eine Gruppe der indigenen Urbevölkerung von Alaska. Die Kultur der Inupiaq reicht sicher 3000 Jahre zurück. Bereits bei den ältesten Fundstücken in dieser Gegend, zeigt sich, dass sich die Menschen aus Tikigaq schon immer einer kunstvollen, ausdrucksstarken Verzierung von Gegenständen widmeten. Sie erzählten damit Geschichten, Geschichten, die heute kaum noch zu deuten sind.

In Point Hope, sprich Tikigaq, lebt und arbeitet Othniel Anaqulutuq Oomittuk Jr. Zur Bewahrung und Neugestaltung seiner Kultur schnitzt er beeindruckende Masken und Skulpturen, vorwiegend aus Holz. Manche Skulpturen werden mit Elfenbein, Fell oder Haaren verziert. Diese Masken spiegeln die Unendlichkeit, das Autarke, die Jagd und die tiefe Verbindung zwischen Tier und Mensch wider.

Zeitgenössische Masken die in der Gegend von Tikigaq entstanden, weisen eine enorme Ähnlichkeit auf mit Fundstücken, die Ende des 19. Jahrhunderts (1891) ausgegraben worden sind. Othniel A. Oomittuk sieht darin die Fortsetzung der Kunst und die generelle Wiederholung der Geschichte. „Wir schaffen, was wir denken – und denken, dies sei etwas Neues, aber im Grunde, wurde es bereits schon gedacht und vollbracht.“

Somit sieht Othniel A. Oomittuk Jr. sein Ziel darin, die Symbole seiner Vorfahren und ihrer Kultur zu studieren. Durch die aktive Parallelität bzw. Wiederholung dieser Symbole, in der heutigen Kultur seines Volkes, will er der Welt zeigen: „Wir leben immer noch, nach unserer eigenen Identität.“ Othniel A. Oomittuk Jr. begegnete Lillian Pitt im Jahre 1980 und war fortan von ihrer Kunst Masken und Figuren zu gestalten, begeistert. Sie war für ihn eine große Inspiration und ein Vorbild.

WARM SPRING – so nennen sich die Leute, die entlang dem „Großen Fluss“, heute Columbia Fluss genannt, bereits vor Jahrtausenden lebten und immer noch leben. Dies sind die Vorfahren von Lillian Pitt, die heute in Portland, Oregon lebt. Der Lachsfang war zentrales Thema dieses Volkes. Es war der Lachs, dem diese Menschen ihre Versorgung verdankten.

Lillian Pitt ist 1943 in Warm Springs geboren. Ihre ethnische Herkunft schließt die Warm Spring, Yakama und Wasco Indianer ein. Ihr indianischer Name ist WAK’AMU. Lillian Pitt, interpretiert mit ihren Masken, die vorwiegend aus Ton, Bronze und Glas gearbeitet sind, die Geschichten ihres Volkes. Mit jedem Kunstwerk honoriert Lillian die Legenden und Traditionen ihrer Ahnen. In ihren Masken finden wir traditionelle Symbole, sowie die Abbildungen von Steinzeichnungen und Steingravierungen, die entlang des Columbia Flusses gefunden wurden. Manche werden auf über 7000 Jahre datiert. Mit ihrer Kunst gelingt es Lillian Pitt das uralte Wissen ihres Volkes am Leben zu erhalten.

ANISHNAWBE - die Anishnawbe, haben sich selbst ihren Namen gegeben. Er bedeutet soviel, wie „Menschen des Landes“ - „people of the land “. Ihre Heimat ist das Land von Ontario und Manitoba im Norden von Kanada. Ahmoo Angeconeb ist ein Anishnawbe und er wurde in Sioux Lookout, Kanada, geboren. Heute lebt er in Lac Seul First Nation. Ahmoo Angeconeb wird der ‚Woodlands School of Art’ zugeordnet, seine Arbeiten entsprechen jedoch nicht dem typischen Woodland Stil. Ahmoo Angeconeb ist ein Meister unterschiedlicher grafischer Techniken und seine Stiftzeichnungen sind geprägt von einer präzisen Linienführung. Die heiligen Mythen und Legenden seines Volkes will er durch technisch fein ausgefeilte Formen weitergeben. Zur Vermittlung der überlieferten Geschichten verwendet auch er traditionelle Formen und Symbole.

Ahmoo Angeconeb fungiert seit Jahrzehnten als Botschafter seines Volkes und seine vielen internationalen Reisen bereichern seine Arbeiten, mit visuellen Elementen anderer indigener Kulturen.

Veranstaltungen zur Ausstellung

Vernissage zur Ausstellung am Freitag, 23. Januar 2015

Othniel Anaqulutuq Oomittuk Jr. erzählt am Samstag, 24.01.2015 um 14.00 Uhr von seiner Heimat in Point Hope, Alaska

“Alaska – into the wild! – Ein Erfahrungsbericht eines sehr neugierigen Menschen“ von Ernst M. Benner am Freitag, 20.03.2015 um 18.30 Uhr


Dauerausstellungen

Das Haus zur Wildnis zeigt sich als überdachte Freifläche. Es ist ein Gebäude, das sich aus dem bestehenden Gelände entwickelt und sich seinem natürlichen Verlauf anpasst.

Im Inneren sind die beiden Geschossflächen mit Rampen verbunden und bieten dem Besucher vielfältige Blickbezüge hin zum umgebenden Wald und dem nahe gelegenen Großen Falkenstein.

Das Gebäude ermöglicht eine schnelle, klare Orientierung für den Besucher und überlässt es jedem ganz individuell das Haus mit Ausstellungen, dem Nationalpark-Laden und der Nationalpark-Gastronomie zu erkunden und in freier Folge zu nutzen.

Besucherinformation

Fachkundige MitarbeiterInnen beraten Sie gerne und geben Ihnen Informationen über Erlebnisangebote in der Nationalparkregion und Tipps wie Sie Ihre Freizeit auf beiden Seiten der Grenze planen und verbringen können.

Wissenswertes über die Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava auf über 1.000m²

Faszinierende Bilder stimmen Sie ein auf die „Wildnis weltweit“: von berühmten Wildnisgebieten der Erde hin zum Grossen Falkenstein, dem Hausberg des Haus zur Wildnis. Wildnis gibt es nicht nur in fernen Ländern und auf anderen Kontinenten; es gibt sie auch bei uns im Nationalpark – vor der eigenen Haustür!

Vielfältige Natur: die deutschen Nationalparke

Vierzehn Nationalparke zwischen Königssee und Königsstuhl spiegeln die ganze Vielfalt unserer Naturlandschaften wieder. Jeder einzelne von ihnen präsentiert sich als ein noch nicht ganz fertiges Kunstwerk der Natur. Reisen Sie mit uns durch Deutschlands große Schatzkammern der Natur bis zu unseren beiden Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava.

„Grünes Dach Europas“

Am Geländemodell präsentieren sich der Nationalpark Bayerischer Wald und sein tschechischer „großer Bruder“, der Nationalpark Šumava, umgeben vom Landschaftsschutzgebiet Böhmerwald und dem Naturpark Bayerischer Wald, mit über 100 Sehenswürdigkeiten, die wir Ihnen gerne empfehlen.

Zeiten der Wildnis

In verschiedenen Ausstellungsteilen möchten wir Ihnen Nationalpark-Ideen vermitteln und bewusst machen, dass der Wald unendlich viel mehr von dem hat was uns ständig fehlt: Zeit.

In der Natur spielen verschiedene Formen der Zeit eine Rolle: zum Beispiel die Tageszeit, die Jahreszeit, die Lebenszeit und die Systemzeit. Begeben Sie sich auf Entdeckertour und erforschen die unterschiedlichen „Zeiten“ im Nationalpark Bayerischer Wald.

Zum Beispiel in der Wildnis im Verborgenen - Der Wurzelgang: zusammen mit der Wurzelspitze einer Buche begeben Sie sich auf eine 300 jährige Reise durch das unterirdische Leben eines Baumes. Entdecken Sie viel Interessantes, das man unter der Erde nicht vermutet. Unser Schratzl begleitet Kinder durch sein Erd-Reich. An verschiedenen Hörstationen, in seiner Höhle und in der Schatzkammer, ist er ständig unterwegs.

Die Geschichte des beliebten Schratzls gibt es auch auf einer CD in den 3 Sprachen deutsch, tschechisch und englisch. Ab sofort kann man diese im Nationalpark-Laden erwerben.

Für Kinder ist ein eigener Raum zum Erkunden, Erleben und Entdecken eingerichtet (siehe Kinderland).