Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Einmalige Verbindung zwischen Natur und Kultur

UN-Auszeichnung für erfolgreiche Kooperation "Ballett und Wildnis" mit Staatsballett

Ballett und Wildnis Illustration

Die Bewahrung der Schöpfung und der natürlichen Lebensgrundlagen kann nur gelingen, wenn der Gedanke der Nachhaltigkeit in den Köpfen und Herzen der Menschen verankert ist. Bei der Auszeichnung als Projekt der "UN-Dekade Biologische Vielfalt" an das Kooperationsprojekt "Ballett und Wildnis" betonte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf: "Kreative themenübergreifende Projekte leisten einen wichtigen Beitrag dazu, möglichst viele Menschen für die Natur zu begeistern.

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Rede von Staatsministerin Ulrike Scharf

10 Jahre Kooperation Bayerisches Staatsballett und Umweltministerium "Ballett und Wildnis" - Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt am 18.11.2014 in München

Staatsministerin Ulrike Scharf (Miite)  bei der Auszeichnung

„Ballett und Wildnis“ begeistert und überzeugt

Sehr geehrter Herr Direktor Liška, Frau Wagner-Bergelt, verehrte Tänzer des Bayerischen Staatsballetts, sehr geehrte Herren Till und Berny Meyer, Frau Dr. h.c. Lejeune, Herr Professor Dr. Schrott , Herr Dr. Lickleder, meine sehr geehrten Damen und Herren!

Ich gestehe: Ich bin ein Fan des Bayerischen Staatsballetts. Die Aufführungen in unserem Nationaltheater gehören zu meinen unvergesslichen Abenden. Umso mehr freue ich mich über die Gelegenheit, Sie heute persönlich zu treffen, sozusagen in Ihren Privaträumen. Dass wir dies auch noch mit dem 10-jährigen Jubiläum unserer Kooperation verbinden können, finde ich besonders schön. Gerne bin ich heute zu Ihnen gekommen!

Als ich zum ersten Mal von „Ballett und Wildnis“ gehört habe, war ich fasziniert und neugierig auf die Philosophie hinter dem Projekt. So ähnlich ging es auch den Verantwortlichen im Umweltministerium, als Sie, Herr Meyer, vor zehn Jahren Ihre Idee präsentierten.

„Ballett und Wildnis“, einen größeren Gegensatz konnte man sich auf den ersten Blick nicht vorstellen. Auf der einen Seite hochkomplexe Kunst, die zu ihrer Entfaltung Raum braucht. Raum, den sie selbst füllt und gestaltet. Auf der anderen Seite Wildnis, deren Wesen und Wert gerade darin liegt, dass sie frei von menschlichen Einflüssen und Gestaltung ist.

Die Frage war: Hilft uns das Ballett die Bedeutung von Wildnis neu zu empfinden und zu verstehen? Sie haben eine starke Antwort gegeben: Ihre Aufführungen in den Nationalparken Bayerischer Wald [2004] und Berchtesgaden [2007] sowie 2013 im Naturschutzgebiet Weltenburger Enge [anlässlich der Feier „150 Jahre Befreiungshalle Kelheim“] waren ein voller Erfolg. Tschechien, Mexiko, USA: Die Ausstellungen und Filme zu „Ballett und Wildnis“ boten Menschen rund um den Globus unvergessliche Eindrücke. Kultur und Natur – diese Sprachen spricht die ganze Welt! Mein Haus hat diesen Erfolg aus tiefer Überzeugung begleitet: Wir haben das Bayerische Naturschutzgesetz ergänzt [2005] - geeignete Landschaftsräume sollen jetzt ihrer natürlichen Dynamik überlassen werden - und einen „Wildnis-Werte-Wirtschaft“ - Kongress [2007 in München] veranstaltet.

Zum 10 jährigen Jubiläum haben wir die Erlebnisse und Erfahrungen mit „Ballett und Wildnis“ in einem Film dokumentiert. Künstler, Geistliche, Wissenschaftler und Experten beleuchten darin das Thema Wildnis. Mein Tipp für Sie! DVD und zugehöriges Booklet, sind bei uns [StMUV] kostenlos erhältlich.

Unser Engagement wurde weltweit anerkannt und gewürdigt:

2007 wurde das Bayerische Staatsballett von der Wild Foundation als „weltweiter Botschafter der Wildnis“ ausgezeichnet und heute wird „Ballett und Wildnis“ als „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ geehrt.

Wir sind stolz auf das Ergebnis. Wir feiern es heute mit voller Freude. Ich hoffe, dass wir an das Erreichte anknüpfen können mit einer weiteren Aufführung bei unseren tschechischen Nachbarn im Böhmerwald. Denn eines ist klar: Bei „Ballett und Wildnis“ ist noch viel Bewegung drin!

Unser Ziel: Mehr Wildnis zulassen!

Meine Damen und Herren! Ich sehe den Erfolg von „Ballett und Wildnis“ auch als klaren Auftrag. Wildnis ist kein Luxus, den man sich gönnt oder nicht. Wildnis ist ein Bedürfnis des menschlichen Geistes [Edward Abbey, † 1989, amerikanischer Naturforscher, Philosoph und Schriftsteller].

Mein Ziel: Wildnis nicht nur in Naturparken und Kernzonen von Biosphärenreservaten. Stattdessen Wildnis zulassen, wo immer es geht. Starke Argumente sprechen dafür: Wissenschaftler [Pädagogen und Neurologen] sind sich einig, dass unberührte Natur besonders geeignet ist, Neues und Komplexes zu erkunden, an Widerständen zu wachsen und den Horizont zu erweitern. Das spüren und wünschen auch die Menschen: Zwei Drittel der Deutschen gefällt die Natur umso besser, je wilder sie ist! [Ergebnis der jüngsten Naturbewusstseinsstudie vom Bundesamt für Naturschutz, Stand April 2014]. Ein gesellschaftlicher Auftrag, den ich gerne annehme!

Meine Damen und Herren, Goethe meint:
"Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen
Und haben sich, eh' man es denkt, gefunden."

Goethe hat Recht! Das haben Sie bewiesen. Dafür danke ich allen an „Ballett und Wildnis“ Beteiligten: Allen voran Ihnen, Herr Liška, mit Ihren Tänzern. [An die 100 Tänzer haben in den zehn Jahren mitgewirkt].

Danke möchte ich auch Till Meyer für die wunderbare Idee, Berny Meyer für die unvergleichlichen Fotos und Michael Springer für die filmische Begleitung.

Last but not least danke ich den Kelheimer Vereinen [Kelheim Zukunft e.V., Kulturförderverein Kelheim, Musikvereinigung Kelheim] und insbesondere Ihnen, Herr Dr. Lickleder. Ohne Sie wäre die Erstellung des Films nicht möglich gewesen. Herzlichen Dank.

Ich freue mich jetzt mit Ihnen gemeinsam auf einen spannenden Abend [Film, Vortrag von Prof Dr. Schrott und Ballettszene aus Gods and Dogs], auf viele gute Gespräche und interessante Begegnungen.