Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Wissenschaftliche Schriftenreihe Heft 9

Spechte

Titelfoto: Weißrückenspecht (Foto: Ch. Reinichs)

Vorwort

Spechte sind ausgesprochene Waldbewohner. Sie gehören zu den wenigen Wirbeltierarten, die auch den Stamm- und Kronenraum von Bäumen nutzen können. Sie reagieren sehr deutlich auf spezifische Elemente in Waldbeständen wie zum Beispiel die vorkommenden Baumarten, Baumdurchmesser oder den Anteil und Vermorschungsgrad toten Holzes. Spechte gelten daher als wichtige Zeigerarten - Bioindikatoren -, die über den Zustand des Waldes, auch über seine Naturnähe Auskunft geben können.

Die vorliegende Arbeit setzt die Untersuchungen über solche Bioindikatoren aus dem Nationalpark Bayerischer Wald fort. So erschien bereits ein Bericht über Rauhfußhühner in dieser Schriftenreihe. Auer- und Haselhuhn gelten als Indikatorarten für den Waldzustand, desgleichen gibt das Birkhuhn Hinweise auf die Veränderungen in der Kulturlandschaft des Vorfeldes und der weiteren Umgegend des Nationalparks.

Weitere Arbeiten aus dem Nationalpark informieren über Höhlenbrüter, speziell Eulen, über den Zustand der Gewässer an Hand der Insekten- und Fischfauna. Dasselbe gilt für Untersuchungen der Wasseramsel- und Fischotterbestände im Inneren Bayerischen Wald. Artenkombination, Verbreitung und Dichte der Flechten im Nationalpark lassen Schlüsse auf die Qualität der Luft zu.

Mit diesen Untersuchungen erfüllt der Nationalpark eine seiner wichtigsten Aufgaben, die Erforschung der natürlichen und naturnahen Lebensgemeinschaften mit ihren heimischen Tier- und Pflanzenarten. Die Ergebnisse können für einen verbesserten Schutz genutzt werden. Darüber hinaus ist die Nationalparkfläche insgesamt als Weiserfläche wertvoll, an der man auch Veränderungen oder Erfolge von Schutzmaßnahmen außerhalb messen kann.

Arbeiten über Bioindikatoren sind wichtig für die Überwachung des Zustandes von Lebensgemeinschaften nicht nur in Schutzgebieten. Das gilt vor allem, so lange über wesentliche Vorgänge in den Lebensgemeinschaften und Ökosystemen nur wenig gesicherte Hypothesen bestehen. So können die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung über Spechte auch dazu beitragen, die Nutzung der Wälder allgemein naturnäher, weniger risikoreich und damit wirtschaftlicher zu gestalten.

Grafenau, im Dezember 1982
Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

Herausgeber: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Autor(en): W. Scherzinger
Ausgabe: Dezember 1982
Umfang: 119 Seiten, 60 Abbildungen, 15 Tabellen
Typ: kartoniertes Heft
Lieferung durch: Nationalparkladen Haus zur Wildnis
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94227 Lindberg
Telefon 09922/5002-113
E-Mail: hzw@nationalparkladen.de
Preis: 7,20 €
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ISBN 3-930977-10-9