Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

  • Druckversion

Festakt zum 40-jährigen Jubiläum am 07. Oktober 2010

Natürlich ließ es sich unser Umweltminister Dr. Markus Söder nicht nehmen, nach der Begrüßung durch Nationalparkleiter Karl Friedrich Sinner eine erfrischende, mit viel Beifall bedachte Festrede zu halten, in der unser Minister den Nationalpark Bayerischer Wald als eine Erfolgsgeschichte des Bayerischen Naturschutzes für Natur und Mensch bezeichnete und – in Bezug auf dessen vitale Natur – von einem „Fort Knox“ Bayerns sprach, in dem dieser Schatz für die kommenden Generationen bewahrt wird. Er betonte auch, dass bereits jetzt auf 12.500 Hektar – und bis zum Jahr 2027 auf 75% der Gesamtfläche – das Prinzip „Natur Natur sein lassen“ gilt. Dadurch wird, so der Minister, der Nationalpark Bayerischer Wald zu einem bedeutenden Rückzugsraum, in dem rund 2.500 Tier-, 800 höhere Pflanzen- und 1.300 Pilzarten leben, darunter auch zahlreiche vom Aussterben bedrohte Arten wie Auerhuhn, Luchs und Wanderfalke oder seltene Farn- und Bärlapparten.

Mit den Worten „Der Nationalpark Bayerischer Wald ist auch ein starker ökonomischer Faktor für die ganze Region“, hob der Minister den großen wirtschaftlichen Stellenwert hervor und untermauerte seine Aussage mit der beeindruckenden Zahl von jährlich 750.000 Besuchern, die für eine zusätzliche jährliche Wertschöpfung von fast 28 Millionen Euro steht und fast 1.000 Arbeitsplätze generiert.

Der Minister sparte auch nicht mit nachdenklichen Worten. So sei der 40. Geburtstag des Nationalparks auch Anlass, sich zu überlegen, wie der Mensch künftig mit der Welt umgehen sollte. Es gehe um den Verlust von Schöpfung und um genetische Verarmung in einem Zeitalter des Massensterbens.





Die über 200 geladenen Festgäste, darunter auch der niederbayerische Regierungspräsident Heinz Grunwald, die Landräte von Freyung-Grafenau, Ludwig Lankl, und von Regen, Heinz Wölfl, der Präsident des Deutschen Naturschutzringes und Pionier des Nationalparks, Hubert Weinzierl, der Präsident des Bund Naturschutz in Bayern, Prof. Dr. Hubert Weiger und der langjährige frühere Nationalparkleiter Dr. Hans Bibelriether – und natürlich last not least Amtschef Ministerialdirektor Wolfgang Lazik, Abteilungsleiterin Ministerialdirigentin Christina Kreitmayer sowie Dekan Kajetan Steinbeißer und Pfarrerin Sonja Schuster.




Der Leiter des Nachbar-Nationalparks Šumava, Ing. Frantisek Krejci, hob in seinem Grußwort hervor, dass seine Verwaltung stets auf den „großen Bruder“ Nationalpark Bayerischer Wald schaue, wenn es um die erfolgreiche und gemeinsame Weiterentwicklung beider Nationalparke gehe.

„Mehr Mut zum Nichtstun“ forderte Hubert Weinzierl in seinem Grußwort, und Prof. Dr. Weiger appellierte: „Lasst die Motorsäge aus dem Nationalpark“.

Die große Bedeutung für die Region stellte der Landrat von Freyung-Grafenau, Ludwig Lankl, in seinen Grußworten heraus und berichtete mit sichtlichem Stolz, dass der Nationalpark Bayerischer Wald jetzt in den Herzen der Bevölkerung angekommen sei.




Mit einer ökumenischen Besinnung durch Dekan Steißbeißer und Pfarrerin Schuster, die ebenfalls den Wert der Schöpfung zum wesentlichen Inhalt hatte, endete unter dem Schall der „Grafenauer Blechbläser“ bei einem regionaltypischen Büffet der Direktvermarkter ein fast euphorischer Festakt, in dessen Anschluss Minister Söder und Nationalparkchef Sinner zu gefragten „Medienstars“ für Rundfunk und Fernsehen wurden und alle am Fest Beteiligten bei zünftiger Volksmusik von der „Schwirzamusi vo da Howareit“ noch viel Zeit fanden für Gespräche und Erinnerungen

Fotos: Alice Alteneder