Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Renaturierung Moore

Im Großen Filz bei Riedlhütte wurde der entwässernd wirkende Triftkanal bis zur alten Hochmooroberfläche angestaut (Foto: Hans Kiener)

Moorwälder und offene Moore gehören zu den ökologisch wertvollsten Lebensräumen des Nationalparks. Sie beherbergen viele seltene und hochspezialisierte Arten und sind somit wahre „Hotspots der Biodiversität“. Zudem gelten sie nach der FFH-Richtlinie als prioritäre Lebensräume und damit als besonders schützenswert.

Die Verpflichtung zur Erhaltung bzw. Renaturierung ergibt sich sowohl aus dem Bayerischen Naturschutzgesetz als auch aus der Nationalparkverordnung. Detaillierte Maßnahmen werden im Natura 2000-Managementplan vorgeschlagen und im Anlageband „Renaturierung“ des Nationalparkplans konkretisiert.

Bei zahlreichen entwässerten Mooren kann davon ausgegangen werden, dass sich frühere schädigende Eingriffe in absehbaren Zeiträumen von selbst wieder ausgleichen. In Niedermooren mit Baumbeständen in der Naturzone ist in vielen Fällen zu erwarten, dass früher oder später durch Absterben und Zusammenbrechen der derzeitigen Baumgeneration die Entwässerungssysteme ohne menschliches Zutun unwirksam werden. Eine Renaturierung scheint hier in der Regel nicht notwendig.

In entwässerten Niedermooren im Randbereich des Nationalparks ergibt sich nach Entstehung von Kahlflächen im Zuge des Borkenkäfermanagements die einmalige Gelegenheit, diese Flächen wieder zu vernässen, ohne die gebotene Vorsorge für angrenzende Privatwälder zu vernachlässigen.

Zahlreiche Hochmoore des Nationalparks wurden im vorigen Jahrhundert mehr oder weniger erfolgreich entwässert, mit der Folge, dass sich deren Pflanzenbestand teilweise gravierend verändert hat. In solchen entwässerten Hochmooren ohne nennenswerten Baumwuchs, müsste mit extrem langen Zeiträumen einer natürlichen Regeneration gerechnet werden. Hier sollen gezielte Maßnahmen die Regeneration der Moore beschleunigen.

Moorflächen leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, da sie in ihrem Torfkörper große Mengen Kohlenstoff speichern. Durch die Entwässerung der Moore kommt es zur Mineralisierung von Torf, bei der klimaschädliches CO2 entsteht. Durch Renaturierungsmaßnahmen kann diese Entwicklung gestoppt oder zumindest gebremst werden. Gelingt es, ein Moor durch Renaturierung als „wachsendes Hochmoor“ wiederzubeleben, so trägt es aktiv zur Kohlenstoffspeicherung bei und senkt damit wieder den CO2-Gehalt der Luft.

Gemäß gängiger Verfahren in anderen Moorgebieten wurde auch im Nationalpark Bayerischer Wald nach vorausgehendem Einbau von Abflusssperren im Zuge der Borkenkäferbekämpfung gehäckseltes und zwischengelagertes Holz- und Reisigmaterial in die Gräben gefüllt, damit sich der naturgemäße Wasserhaushalt wieder einstellen und darüber wieder eine Torfmoosdecke wachsen konnte. Nach neueren Erkenntnissen und den bisherigen Erfahrungen kann dadurch zwar ein weiterer Schwund des Torfes und bis zu einem gewissen Niveau eine Wiedervernässung erreicht werden, kaum jedoch eine Wiederbelebung als wachsendes Hochmoor. Deshalb kam 2008 erstmals eine Methode zur Anwendung, bei der Entwässerungsgräben durch massive, durch einen speziellen Moorbagger erstellte, überhöhte Querverbauungen abgedämmt werden und das aufgestaute Wasser seitlich in die Moorflächen geleitet wird. Wenn diese Methode den gewünschten Erfolg zeigt, sollen an weiteren, auch bereits renaturierten Mooren entsprechende Nacharbeiten stattfinden.