Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Renaturierung

Renaturierung Fließgewässer (Foto:Hußlein)

Im Gegensatz zu vielen anderen Gebieten in Mitteleuropa sind die Wälder des Nationalparks durch die relativ kurze Nutzungsgeschichte noch in einem verhältnismäßig naturnahen Zustand. Allerdings sind auch hier während der Zeit der (forst-) wirtschaftlichen Nutzung die Wälder mit einem Netz an Infrastruktureinrichtungen (Forststraßen, Triftanlagen, Brückenbauwerke, Schlittenziehbahnen, Jagdeinrichtungen, Wirtschaftsgebäuden usw.) überzogen worden, Auch sensible Lebensräume wie Moore und Fließgewässer sind mitunter kleinflächig stark verändert worden.

Entsprechend der Zielsetzung des Nationalparks sollen die Folgen dieser Eingriffe durch aktive Maßnahmen dann beseitigt werden, wenn

- naturschutzfachlich unbefriedigende Zustände entstanden sind, und

- eine natürliche Rückentwicklung („Selbstheilung“) nicht oder nur über sehr lange Zeiträume zu erwarten wäre, oder

- durch den Zustand der Einrichtung (Baufälligkeit) Gefahren oder Beeinträchtigungen für Mensch und Umwelt ausgehen.

Renaturierung zielt darauf ab, mit einem Minimum an Eingriff eine Initialzündung zu schaffen, die auf natürliche Weise zu einer sukzessiven Annäherung an die ursprünglichen Lebensraumbedingungen führt.

40 Jahre Renaturierung im Nationalpark - eine Bilanz

Gebäuderückbau:

35 Wildfutterscheunen, 23 Wildfutterkeller, 27 Siloanlagen, 13 Forstdiensthütten, 16 Werkzeughütten, 10 Zolldiensthütten, 2 Wohnhäuser, 4 Sprengstoffbunker, 21 sonstige Gebäude.

Moorrenaturierung:

rd. 117 Hektar

Forststraßenrückbau:

Stillegung/ ggf. Öffnung der Fleißgewässer 34 km, Umbau zu Fuß- oder Schlepperweg 28 km, vollständige Renaturierung 73 km

Gewässerrenaturierung:

Partielle Maßnahme an folgenden Hauptbächen und deren Zuflüssen: Gr. Deffernik, Schmalzbach, Gr. Höllbach, Kolbersbach, Schleicherbach, Waldhüttenbach, Föhraubach, Seebach, Tiefe Seige, Gr. Ohe, Knotenbach, Kl. Ohe, Sagwasser, Steinbach, Reschbach.