Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Naturschutz im Nationalpark Bayerischer Wald

Naturschutz im Nationalpark Bayerischer Wald (Foto: Stefan Thierfelder)

Gemäß internationaler Empfehlungen (IUCN) schützen Nationalparke vorrangig großräumige, noch weitgehend intakte Naturlandschaften bei bewußtem Zulassen naturgegebener Entwicklungen. Wirtschaftsbestimmte Nutzungen von Naturgütern hingegen sind ausgeschlossen bzw. sind ehestmöglich abzubauen.

Im kulturgeprägten und dicht besiedelten Mitteleuropa sind ursprüngliche, wenig zerschnittene und durch menschliche Nutzung veränderte Naturräume selten geworden. Das geschlossene Waldgebiet im Inneren Bayerischen Wald entlang der Staatsgrenze zur Tschechischen Republik ist eine der wenigen intakten Großlandschaften, die diese Prädikate noch vorzuweisen hat. Es beherbergt nahezu das gesamte ursprüngliche Arteninventar und kann daher für den Schutz der biologischen Vielfalt national und international einen überragenden Beitrag leisten.

Dies war die entscheidende Voraussetzung, im Jahr 1970 hier im Bayerischen Wald den ersten deutschen Nationalpark einzurichten und 1997 zu erweitern.

Nach dem Motto "Natur Natur sein lassen" entwickeln sich die Wälder des Nationalparks bereits heute auf nahezu 14.000 Hektar ohne lenkende Eingriffe des Menschen wieder zu Naturwäldern (Prozessschutz). Naturereignisse wie Windwurf und Schneebruch sind zusammen mit Insekten- und Pilzbefall Motor einer natürlichen Walddynamik. Langfristig sollen mindestens 75% seiner Fläche sich ungestört ausschließlich nach den Gesetzen der Natur entwickeln können.