Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Arten- und Biotopschutz

Wanderfalke (Foto: Z. Tunka, LBV Bildarchiv)

Wanderfalke

Bis in die 60er Jahre autochthon als Brutvogel verbreitet, verschwand der Wanderfalke zeitweilig aus den Brutgebieten des Inneren Bayerischen Waldes. Ursache dafür waren primär Umweltgifte, aber auch zunehmender Störungsdruck und gezielte Nachstellungen. Durch ein Verbot der hauptverantwortlichen Pestizide und intensive Bemühungen der Naturschutzverbände und -behörden konnte Ende der 80er Jahre eine Trendwende erreicht werden. Die bundesweit einsetzende Bestandserholung führte dazu, dass diese größte heimische Falkenart in die klimatisch wie edaphisch benachteiligten Gebiete im Böhmerwald zurückkehrte, letztlich seit 1998/1999 auch in den Nationalpark Bayerischer Wald.

2011/2012 waren alle 4 traditionellen Nistplätze im Nationalpark von Wanderfalkenpaaren besetzt. Günstige Witterungsbedingungen während der Balz-, Brut- und Aufzuchtzeit und geringe Verluste durch Prädation ermöglichten einen überdurchschnittlich guten Bruterfolg, sodass mindestens 10 Jungfalken ausfliegen konnten.

Trotzdem haben aber die Vorkommen im Bayerischen Wald, im Unterschied zu anderen Verbreitungszentren, im langjährigen Durchschnitt einen für den Bestandserhalt deutlich zu geringen Bruterfolg, sind für den Bestandserhalt somit nach wie vor auf Zuwanderung aus anderen Regionen angewiesen und können daher noch nicht als gesichert angesehen werden.

Die Bedeutung des Wanderfalken im gesamteuropäischen Kontext spiegelt sich in der Auflistung der besonders zu schützenden Tierarten für das Natura 2000-Gebiet Nationalpark Bayerischer Wald wider.

Wegen der außerordentlichen Störungsempfindlichkeit der Falken im Bereich der Horststandorte werden die Horstfelsen soweit als möglich von touristischen Aktivitäten freigehalten. Zu den Bemühungen des Nationalparks für diese Art zählen deshalb auch temporäre Sperrungen von Wanderwegen während der Brut- und Aufzuchtzeiten. Zusätzlich findet eine intensive Beobachtung der Brutplätze statt, um Störungen bzw. Nachstellungen in diesem Bereich zu verhindern.

Um bei allen Bemühungen die regionale Teilpopulation im Blick zu haben, arbeitet die Nationalparkverwaltung im Bereich des Wanderfalkenmonitoring und -schutzes eng mit dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V., den Regierungen von Niederbayern und der Oberpfalz sowie den Landratsämtern Freyung-Grafenau und Regen zusammen.

Foto: Wanderfalke (Bildautor: Z. Tunka, LBV Bildarchiv)