Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Arten- und Biotopschutz

Schwarzstorch-Familie (Foto: Michael Göggelmann)

Schwarzstorch

Bereits zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in der Region ausgestorben, hat der Schwarzstorch im Zuge seiner großräumigen Rücksiedlung nach Mitteleuropa zunächst das Moldautal im heutigen Nationalpark Šumava, letztlich auch die peripheren Lagen des Nationalparks Bayerischer Wald wieder besetzt. Wegen der besseren Nahrungsgrundlage im Vorfeld des Nationalparks wählen die störungsempfindlichen Schwarzstörche meist randständige Brutgebiete, so dass hier Konflikte mit dem forstlichen Management im Randbereich des Nationalparks nicht ausgeschlossen sind.

Die Bedeutung des Schwarzstorchs im gesamteuropäischen Kontext spiegelt sich in der Auflistung der besonders zu schützenden Tierarten für das Natura 2000-Gebiet Nationalpark Bayerischer Wald wider.

Im Nationalpark werden zum aktiven Schutz des Schwarzstorches u. a. die Fließ- und Stillgewässer weiter renaturiert, die Lebensraumansprüche der Störche bei der Pflege eigener Wiesen berücksichtigt und die Horst- bzw. Brutgebiete soweit möglich während der Balz-, Brut- und Aufzuchtszeit von touristischen wie betrieblichen Störungen freigehalten.

Bereits 1970, zu Zeiten der Nationalparkgründung, wurden einzelne Schwarzstorchsichtungen registriert. Endgültig bestätigt wurde die Besiedlung des Nationalparkgebietes einschließlich seinem Vorfeld Mitte der 1990er Jahre durch die Entdeckung zweier Horste. Hier wurden von 1993 bis 1997 bzw.2005 jährlich Brutpaare und auch erfolgreiche Bruten nachgewiesen. Danach endete diese Serie, wenn auch anhaltende Sichtbeobachtungen darauf schließen lassen, dass der Schwarzstorch weiter im Gebiet etabliert blieb.

Im Jahr 2012 konnte nun im Nationalpark wieder ein erfolgreicher Brutnachweis mit zwei Jungvögeln verzeichnet werden.

Künftig werden auch die zunehmende Anwesenheit des Bibers und dessen Bautätigkeiten zu einer weiteren Steigerung der Lebensraumattraktivität führen. Die aufgestauten Bäche, neu entstandenen Stillgewässer und Feuchtflächen stellen neue Lebensräume für Fische und Amphibien dar - und damit ein gesteigertes Nahrungsangebot für den Schwarzstorch.

Foto: Schwarzstorch-Familie (Bildautor: Michael Göggelmann)