Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Arten- und Biotopschutz

Habichtskauz (Foto: Bruno d´Amicis)

Der Habichtskauz

Diese langschwänzige Waldeule war Ende des 19. Jahrhunderts über große Teile des Bayerisch-Böhmischen Grenzgebirges als Brutvogel verbreitet. Der letzte Artnachweis (Abschuss) erfolgte um 1926 bei Sušice (Schüttenhofen).

Seit den Gründungsjahren bemüht sich die Nationalparkverwaltung um eine Wiederansiedlung des auch im übrigen Deutschland ausgestorbenen Kauzes. Aus Nachzuchten konnten zwischen 1975 und 2005 insgesamt 212 Habichtskäuze im Nationalparkgebiet freigelassen werden. Auch im Jahr 2012 wurden im Nationalpark wieder sieben Junghabichtskäuze aus Gefangenschaftsnachzuchten in die freie Wildbahn entlassen.

Ein 2006 im Nationalpark Bayerischer Wald unter Teilnahme zahlreicher internationaler Experten abgehaltenes Habichtskauzsymposium bewertete das bisherige Wiederansiedlungsprojekt als positiv. Als langfristig für das Gelingen des Projekts wesentlichen Faktor wurde gesehen, eine Anbindung der jetzt inselartigen Kleinpopulation im Bayerischen Wald / Böhmerwald zu Hauptverbreitungsgebieten des Habichtskauzes in der Slowakei und Slowenien herzustellen.

Seit 1991 wird das Projekt durch Freilassungen im Nationalpark Šumava ergänzt, ab 2001 durch eine österreichische Initiative auch ins Mühlviertel ausgeweitet.

Da diese Eule selbst keine Nester anlegt, vielmehr große Baumhöhlen zur Brut oder entsprechende Greifvogelhorste benutzt, wurden zur Unterstützung der Ansiedlung ca. 80 große Nistkästen als Überbrückungsmaßnahme angeboten. 2006 und 2007 konnten erstmals im Nationalpark Bayerischer Wald erfolgreiche Bruten von Habichtskäuzen auf hohen, abgebrochenen Baumstümpfen nachgewiesen werden. 2012 fanden alle sechs bekannten Bruten an natürlichen Nistplätzen statt - es wurden insgesamt zehn Jungtiere nachgewiesen.

Aktuell wurden auf bayerischer Seite mindestens 9 Territorien, bestätigt. Zusammen mit den Beobachtungen aus Tschechien kann von rund 30-40 Revieren im Bayerisch-Böhmischen Grenzgebirge ausgegangen werden.

Die Bedeutung des Habichtskauzes im gesamteuropäischen Kontext spiegelt sich in der Auflistung der besonders zu schützenden Tierarten für das Natura 2000-Gebiet Nationalpark Bayerischer Wald wider.

Foto: Habichtskauz (Bildautor: Bruno d´Amicis)