Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Arten- und Biotopschutz

Isslers Flachbärlapp (Diphaiastrum Isserli) (Foto: K. Horn)

Gefäßsporenpflanzen

Flachbärlappe und Kleinfarne

Trotz der insgesamt geringen natürlichen Vielfalt der Farn- und Blütenpflanzen im Gebiet befinden sich unter ihnen, vor allem bei den Bärlappgewächsen und Farnen eine ganze Reihe von Arten, die von deutschlandweiter, teilweise sogar von europaweiter Bedeutung sind.

Viele dieser Arten sind punktuell auf anthropogen überprägten Standorten im Gelände anzutreffen (z. B. Straßen- und Wegränder, ehemalige Sandgruben etc.). Wegen ihrer geringen Konkurrenzkraft kann ihr Fortbestand nur durch regelmäßige Pflegemaßnahmen gesichert werden. Deshalb soll an den bekannten Vorkommen bei Bedarf durch gezielte Managementmaßnahmen die Konkurrenzvegetation kleinstandörtlich beseitigt werden. Zusätzlich sind ein permanentes Monitoring und eine konsequente Überwachung der Wuchsorte wichtig.

Die Vielteilige Mondraute (Botrychium multifidum) gehört zu den Farnen, genauer zur Familie der Natternzungengewächse. In Deutschland gab es neun Vorkommen, die nach 1990 noch nachgewiesen wurden. Sieben dieser Vorkommen befanden sich im Naturraum Bayerischer Wald. Derzeit sind deutschlandweit nur noch die sechs Wuchsorte im Nationalparkgebiet bekannt. Einige dieser Wuchsorte weisen sogar relativ individuenreiche Bestände auf. Somit kommt dem Nationalpark Bayerischer Wald eine herausragende Bedeutung für den Erhalt dieser Pflanzenart in Europa zu.

Im Nationalparkgebiet sind ferner alle sechs in Mitteleuropa vorkommenden Flachbärlapparten (Diphasiastrum sp.) zu finden:

- Alpen-Flachbärlapp (Diphasiastrum alpinum),
- Gewöhnlicher Flachbärlapp (Diphasiastrum complanatum),
- Isslers Flachbärlapp (Diphasiastrum issleri),
- Oellgaards Flachbärlapp (Diphasiastrum oellgaardii),
- Zeillers Flachbärlapp (Diphasiastrum zeilleri), und
- Zypressen-Flachbärlapp (Diphasiastrum tristachyum).

Von besonders hoher Bedeutung sind einige Wuchsorte, an denen mehrere bzw. alle sechs Arten nebeneinander vorkommen.

Foto: Isslers Flachbärlapp (Diphaiastrum Isserli) (Bildautor: K. Horn)