Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Tiere

Luchsfamilie (Foto: David & Micha Sheldon)

Die faunistische Artenausstattung des Nationalparkgebiets spiegelt sowohl die geografischen wie auch die standörtlichen Besonderheiten des Mittelgebirgskamms im Inneren Bayerischen Wald wider: Zum einen treffen an dieser kontinentalen Wasserscheide Faunenelemente des Donauraumes und des Moldau/Elbe-Systems aufeinander (z. B. Huchen und Lachs), zum anderen haben in den hochmontanen Lagen kälteangepasste Formen in weitgehend isolierten Vorkommen überlebt, die - als Relikte der Eiszeit - heute vor allem für die Alpen, Fennoskandien oder sogar Grönland typisch sind (z. B. Rauhfußkauz, Dreizehenspecht, Norwegische Wolfsspinne).

Gleichzeitig wird das Artenpotential durch das saure Grundgestein und durch hohe Niederschlagssummen bei relativ niedrigen Jahresdurchschnittstemperaturen deutlich eingeschränkt. Einen gravierenden Einfluss auf die natürliche Biodiversität haben die typischerweise hohe und lang anhaltende Schneebedeckung (betrifft vor allem Prädatoren wie Uhu, Wildkatze und große Pflanzenfresser) und die deutlich sauren Gewässer, speziell in Moorgebieten (betrifft speziell limnische Insekten, Muscheln, Krebse, Salamander, Frösche, Fische).

Des weiteren limitiert die vergleichsweise artenarme und gleichförmige Waldvegetation unter einem zumeist großflächig geschlossenen Kronendach die faunistische Artenvielfalt (betrifft vor allem sonnen- und wärmebedürftige Insekten (z. B. Ameisen) sowie blütenbesuchende Insekten (z. B. Hummeln) und Reptilien.

Umgekehrt ermöglichen die relative Naturnähe alter Waldbestände genauso wie Strukturvielfalt und Totholzreichtum sich entwickelnder „Wildnisgebiete" und die naturbelassenen Sonderstandorte auf Hochmooren, Felskuppen und Blockfeldern eine überdurchschnittliche Artenvielfalt in der Tierwelt.
Insgesamt sind bis dato 156 Arten an Wirbeltieren und 3.693 Arten an Wirbellosen registriert worden. Statistische Berechnungen der Gesamtartenzahl für den Nationalpark über alle Tierartengruppen hinweg führen zu einer Zahl von 9.200 bis 10.750 Tierarten.

Bisher wenig bearbeitet ist die Bodenfauna. Aktuell laufen hierzu Forschungsarbeiten.