Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

Pilze

Ästiger Tannenstachtelbart (Foto: Maria Hußlein)

Pilze sind aus zweierlei Gründen sehr bedeutende Lebewesen in nahezu allen Ökosystemen. Zum einen sind sie enorm artenreich; sie stellen nach Schätzungen die zweithäufigste Artengruppe nach den Insekten auf der Erde dar. Des Weiteren sind Pilze aufgrund ihrer vielseitigen Lebensweise wichtig für das Funktionieren der Ökosysteme. Ohne Mykorrhiza (=Mutualistische Beziehung zwischen Baum und Pilz) könnten beispielsweise unsere Bäume im Nationalpark nicht zu über 50m hohen Riesen heranwachsen; die Hyphen der Pilze unterstützen ganz wesentlich die Wasser- und Nährstoffaufnahme von Tanne, Fichte und Buche.

Eine Vielzahl der Pilzarten des Nationalparks, welche diese Symbiose bilden, gehört zur Gruppe der Ständerpilze (Basidiomyceten). Diese Gruppe an Pilzen ist im Nationalpark relativ gut untersucht. Insgesamt konnten bislang ca. 1300 Ständerpilze im Nationalpark nachgewiesen werden. Zu diesen gehört neben den Mykorrhizapilzen jedoch auch eine Vielzahl an Pilzarten, die Holz und Streu abbauen.

Gerade die Holzabbauer spielen im Nationalpark eine gewichtige Rolle. Während im Wirtschaftswald den Holzpilzen konsequent die Ressource entzogen wird, können sie sich im Nationalpark frei entfalten. Durch Windwurf und Borkenkäfer wurden Totholzmengen angehäuft, die man nur noch in Urwäldern findet. Nicht verwunderlich, dass deshalb im Nationalpark Holzpilzarten angetroffen werden können, die weltweit sehr selten geworden sind. Einige von ihnen kommen deutschlandweit nur noch im Nationalpark Bayerischer Wald vor.