Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pflanzen

Berg-Troddelblume (Soldanella Montana) (Foto: Sven Zellner)

In Bayern sind 2502 einheimische und 361 eingebürgerte Farn- und Blütenpflanzen bekannt. Verglichen damit beherbergt der Nationalpark Bayerischer Wald mit ca. 760 nachgewiesenen Gefäßplanzenarten nur eine relativ geringe Anzahl. Lediglich 425 Arten können als typisch für diese Landschaft mit ihren dichten Wäldern, Mooren und Felsformationen gelten, die übrigen verdanken ihre Verbreitung der Veränderung der Landschaft in der Vergangenheit durch den wirtschaftenden Menschen.

Dies bedeutet jedoch nicht, daß der Nationalpark keine Besonderheiten bieten könnte. So finden sich im Gebiet einige Arten mit arktisch-alpinem Verbreitungsschwerpunkt, die als Eiszeitrelikte gelten, wie das Resedenblättrige Schaumkraut (Cardamine resedifolia), das Nickende Weidenröschen (Epilobiom nutans), die Rieselsegge (Carex paupercula) oder der Alpen-Flachbärlapp (Diphasiastrum alpinum). Aber auch die anderen fünf Flachbärlapp-Arten (D. tristachyum, D. complanatum, D. issleri, D. zeilleri, D. oellgaardi) finden sich im Gebiet. Von der Vielteiligen Mondraute (Botrychium multifidum), einem sehr konkurrenzschwachen Kleinfarn, sind derzeit nur Vorkommen im Nationalpark bekannt, sie ist eine der am stärksten gefährdeten Arten in ganz Europa!

Im Gegensatz zur Artenarmut bei den Farn- und Blütenpflanzen ist die Vielfalt bei den Moosen außerordentlich. Mit ca. 490 Arten sind etwa 42% der in Deutschland bekannten Moose im Nationalpark nachgewiesen, hier spielt der Einfluß des Menschen auf die Landschaft eine deutlich geringere Rolle. Der überwiegende Teil der Arten kann als natürlich für dieses Mittelgebirge angesehen werden. Die seit einigen Jahren ablaufenden dynamischen Veränderungen in der Landschaft, die durch das Altern und den natürlichen Zerfall von Wäldern verursacht werden, lassen sogar ein Anwachsen der Artenvielfalt erwarten. So wurden in den zurückliegenden Jahren einige bemerkenswerte Erstnachweise für den Bayerischen Wald oder sogar für ganz Bayern erbracht.