Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Zonierung im Nationalpark Bayerischer Wald

Die Richtlinien der IUCN sehen grundsätzlich die Möglichkeiten der Zonierung für Nationalparke der Kategorie II vor. Nach entsprechenden Übergangszeiten sollen jedoch mindestens drei Viertel der Fläche entsprechend dem primären Schutzzweck verwaltet werden.

In der Nationalparkverordnung und dem Anlageband „Walderhaltungs- und Waldpflegemaßnahmen“ sind Bereiche festgelegt, in denen bestimmte Maßnahmen zulässig sind, bzw. erforderlich werden können. Darüber hinaus machen auch die für das Erweiterungsgebiet (Falkenstein-Rachel-Gebiet) des Nationalparks vorgesehenen Übergangsregelungen eine Einteilung des Nationalparkgebiets in Zonen mit unterschiedlichen Maßnahmen erforderlich.

Die Zonen des Nationalparks Bayerischer Wald werden nachfolgend näher beschrieben und sind in der Karte     Aktuelle Karte Naturzonen im Nationalpark dargestellt:

Zone I (Naturzone)

Die Zone I beinhaltet sämtliche Flächen des Nationalparks, auf denen grundsätzlich keine menschlichen Maßnahmen vorgesehen sind. Hier sollen sich die Wälder wieder zu Naturwäldern, zur Waldwildnis entwickeln. In der Naturzone hat der Ablauf natürlicher Prozesse Vorrang. Mittelfristig soll die Zone I mindestens drei Viertel der Nationalparkfläche umfassen.

Entsprechend der Zielsetzung des Nationalparks werden in der Naturzone auch keine Borkenkäferbekämpfungs- und Pflanzmaßnahmen ergriffen. Menschliche Eingriffe sind ausnahmsweise nur vorgesehen, sofern in den Hochlagen die natürliche Walderneuerung flächig oder längerfristig ausbleibt aus Gründen der Verkehrssicherung Insgesamt nimmt die Zone I derzeit eine Fläche von 16477,3 ha ein (= 68,03 % der Nationalparkfläche). (Stand 1.11.2017).

Am 1. November 2017 wurde die Naturzone des Nationalparks um 184,5 ha erweitert - siehe grüne Schraffur auf der Karte.

Zone II (Entwicklungszone)

Die Wälder der Zone II sollen innerhalb eines Übergangszeitraumes schrittweise der natürlichen Entwicklung überlassen und der Zone I (Naturzone) zugeführt werden.

Dabei sollen bestehende Nutzungen, die mit dem Zweck des Nationalparks nicht vereinbar sind, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten ehestmöglich beendet werden. Die natürliche Waldentwicklung ist in der Zone II mittelfristig vor allem durch Borkenkäferbekämpfungs-
maßnahmen eingeschränkt. Dadurch soll in einem Zeitraum bis zum Jahr 2027 eine Ausbreitung des Borkenkäfers auf die Wälder der Hochlagen zwischen Falkenstein und Rachel verhindert werden.

Die Zone II ist nur im Erweiterungsgebiet ausgewiesen. Sie umfasst 2.167,2 ha ( = 8,75 % der Nationalparkfläche). (Stand 1.11.2017) Die Untergliederung der Teilgebiete ist im Nationalparkplan-Anlageband "Walderhaltungs- und Waldpflegemaßnahmen" beschrieben.

Zone III, Randbereich

Im Randbereich sollen auf Dauer alle erforderlichen ordnungsgemäßen und wirksamen Waldschutzmaßnahmen ergriffen werden, um die an den Nationalpark angrenzenden Wälder vor Schäden, die auf eine unbeeinflusste Waldentwicklung im Nationalpark zurückgehen, zu bewahren. Damit soll letztendlich der primäre Schutzzweck des Nationalparks, eine natürliche Waldentwicklung in der Naturzone zuzulassen, sichergestellt werden.

Die Fläche der Zone III, in welcher Borkenkäferbekämpfungsmaßnahmen notwendig werden können, beträgt 5171,4 ha (= 21,35 % der Nationalparkfläche). (Stand 1.11.2017) Die Abgrenzung ist in der Karte „Zonierung“ dargestellt.

Zone IV (Erholungszone)

In der Zone IV soll durch Managementmaßnahmen sichergestellt werden, dass die Verkehrssicherheit und die Funktionen der Besuchereinrichtungen gewährleistet sind.

Diese Einrichtungen ziehen eine große Zahl von Besuchern an. Aktive Maßnahmen sind deshalb schon allein aus Verkehrssicherungsgründen dauerhaft notwendig. Des Weiteren können gestalterische Eingriffe erforderlich sein, um die Attraktivität der Einrichtung zu erhalten, die Besucher entsprechend zu lenken und ihnen die Möglichkeiten für Naturerleben im Nationalpark zu erschließen.

Soweit die Zone IV im Randbereich liegt, sind die Belange der Borkenkäferbekämpfung zu beachten. Die Fläche der Zone IV beträgt rund 405,9 ha (= 1,68 % der Nationalparkfläche). (Stand 1.11.2017)