Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Ziele - Konzept

Rotwild im Wintergatter (Foto: Rainer Pöhlmann)

Entsprechend der Zielsetzung des Nationalparks, das Wirken der natürlichen Umweltkräfte und die ungestörte Dynamik der Lebensgemeinschaften zu gewährleisten sollen auch die Schalenwildbestände grundsätzlich nicht durch menschliche Maßnahmen reguliert werden („Natur Natur sein lassen“).

Allerdings können Eingriffe notwendig werden, wenn bestimmte Nationalparkziele oder die Eigentumsrechte angrenzender privater Grundbesitzer (insbes. in den Enklaven) gefährdet werden. Sofern dies der Fall ist, sollen notwendige Management- bzw. Regulationsmaßnahmen möglichst außerhalb des Nationalparks oder zumindest auf den Randbereich des Nationalparks verlagert, auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt und möglichst störungsfrei, artgerecht und an natürliche Prozesse angepasst durchgeführt werden.

Reguliert werden derzeit ausschließlich die Schalenwildarten Rothirsch und Wildschwein. Die notwendigen Eingriffe erfolgen durch das Personal der Nationalparkverwaltung, in erster Linie durch die Berufsjäger. Der Einsatz von Jagdgästen ist nicht zulässig. Die vorherrschenden Methoden der Schalenwildregulierung sind die Einzeljagd und beim Rothirsch der Abschuss im Wintergatter sowie bei Wildschweinen der Einsatz von Saufängen. Die Regulierung erfolgt im Rahmen der gesetzlichen Jagdzeiten grundsätzlich in der Zeit vom 1. September bis 31. Januar eines jeden Jahres und nur außerhalb der Kerngebiete und der Naturzonen.

Auf Verbiss- und Schälschutzmaßnahmen (Einzelschutz, Zäune, ...) wird im Nationalpark grundsätzlich verzichtet. Lediglich zum Schutz der Enklaven vor Schäden durch Wildschweine werden Elektrozäune eingesetzt.

Mit dieser zeitlichen und räumlichen Bündelung der Maßnahmen werden große zusammenhängende Gebiete im Nationalpark - im Rachel-Lusen-Gebiet etwa 10 500 ha, im Falkenstein-Rachel-Gebiet etwa 7.700 ha - von jagdlichen Eingriffen frei gehalten. Die Wildtiere können dieses Gebiet im Sommerhalbjahr somit ungestört als Lebensraum nutzen und ihre natürlichen Verhaltensweisen entwickeln.