Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

Wildschwein

Wildschweine (Foto: Ronald Wittek)

Das bis Anfang der 80 iger Jahre im Nationalpark Bayerischer Wald relativ selten vorkommende Wildschwein hat sich seit ca. 15 Jahren auch im Inneren Bayerischen Wald stark vermehrt und ist inzwischen im Nationalpark zu einem festen Bestandteil der Fauna geworden. Allerdings unterliegt die Wildschweinpopulation stärkeren Schwankungen als die Population von Rehen und Hirschen. Nach Buchen-Mastjahren ist ein deutlicher Anstieg der Population festzustellen, nach strengen Wintern dagegen eine Abnahme. Mittlerweile kommen Wildschweine fast im gesamten Nationalpark vor, konzentriert und ganzjährig allerdings vor allem im Umfeld der Rothirsch-Wintergatter.

Zum Schutz der im Bestand gefährdeten Auerhühner und insbesondere zur Abwehr von gravierenden Schäden an landwirtschaftlichen Grundstücken - in Enklaven und am Rande des Nationalparks - wird der Wildschweinbestand bei Ausbleiben ausreichender natürlicher Verluste mit gezielten Eingriffen auf begrenzter Fläche wirkungsvoll abgesenkt. Wildschweine werden im Rahmen der Rothirsch- und Rehregulierung mit erlegt. Allerdings ist der Regulierungseffekt beschränkt, da Wildschweinkirrungen aufgrund der Nationalparkzielsetzung in der Regel nicht zur Anwendung kommen. Deshalb werden intervallartig die in der Nähe gefährdeter Enklaven errichteten Saufänge genutzt, um den Bestand abzusenken.

Auch beim Wildschwein werden bevorzugt Jungtiere (Frischlinge und Überläufer) und weibliche Tiere erlegt. Stärkere Keiler sollen nach Möglichkeit nicht abgeschossen werden. Im Durchschnitt der letzten Jahren wurden etwa 70 (zwischen 20 und 170) Wildschweine pro Jahr erlegt (inclusive Fallwild).