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Rothirsch

Das Rothirschvorkommen im Bayerischen Wald beschränkt sich fast ausschließlich auf das behördlich festgelegte Rotwildgebiet entlang der bayerischen Grenze von Bayerisch Eisenstein bis zum Dreisessel. Bei einem Flächenanteil von rund 40 Prozent am Rotwildgebiet (insgesamt rund 57.000 ha) kommt dem Nationalpark eine wesentliche Rolle für die Erhaltung der größten noch frei lebenden Tierart des Bayerischen Waldes zu. Im Hinblick auf eine dauerhafte Sicherung der Rothirschpopulation im Inneren Bayerischen Wald soll ein Bestand von ca. 250 Tieren (Frühjahrsbestand) – das entspricht etwa einem Stück pro 100 Hektar – in arttypischer Sozialstruktur im Nationalparkgebiet erhalten werden.
Als Ausgleich für heute weitgehend fehlende Überwinterungsgebiete im Vorfeld des Nationalparks gibt es derzeit vier Wintergatter. In den im Durchschnitt 30 bis 40 Hektar großen umzäunten Arealen werden die Rothirsche von etwa Ende Oktober bis Anfang Mai gefüttert. Als Futter wird vor allem Heu und Grassilage angeboten. Um die Rothirsche bei der Futteraufnahme vor unerwünschten Störungen durch Besucher zu schützen, wurden im Umgriff der Gatter Wildschutzgebiete ausgewiesen. Außerhalb der Wintergatter wird nicht gefüttert.
Die Regulierung der Rothirsche erfolgt schwerpunktmäßig in den Wintergattern durch die Berufsjäger des Nationalparks. Hier werden die überzähligen Tiere möglichst ohne Störung der anderen Tiere entnommen. Im Randbereich wird darüber hinaus Rotwild auch im Rahmen gezielter Ansitzjagd erlegt. Dabei werden grundsätzlich nur weibliche Tiere, Kälber und Junghirsche der Klasse III erlegt, im Rachel-Lusen-Gebiet auch einige mittelalte Hirsche. Im Durchschnitt der letzen Jahre wurden etwa 140 Stück pro Jahr (inclusive Fallwild) erlegt.
In zwei der vier Wintergatter werden im Zeitraum von Ende Dezember bis etwa Mitte März einmal wöchentlich Führungen für interessierte Besucher angeboten.
Im Wintergatter Neuhüttenwiese werden die Tiere möglichst vollständig mit Ohrmarken versehen, um Erkenntnisse über die Entwicklung des Rothirschbestandes zu erhalten.
Zusätzlich werden seit mehreren Jahren einige Tiere mit GPS-GSM-Halsbandsendern ausgestattet, um Einblicke in die Raumnutzung und die Wanderbewegungen der Rothirsche zu erhalten.

