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Reh

Mit der Einrichtung des Nationalparks wurden die bestehenden Rehfütterungen Zug um Zug aufgelassen. Dadurch sind die saisonalen Wanderungen der Rehe wieder in Gang gekommen. Je nach dem Zeitpunkt des Wintereinbruchs und der Schneehöhe verlässt ein mehr oder weniger großer Teil der Rehpopulation ab dem Spätherbst das Nationalparkgebiet, um in den schneeärmeren tiefergelegenen Arealen des Vorfelds zu überwintern. Da jedoch außerhalb des Nationalparks in den meisten Eigen- und Gemeinschaftsjagdre-vieren zahlreiche Fütterungen aufrechterhalten werden, die auch von den auswandernden Tieren aus dem Nationalpark aufgesucht werden, wird der winterliche Nahrungsengpass als ein natürliches Bestandsregula-tiv für die Rehwildpopulation kaum wirksam.
Der gegen Ende der 80iger Jahre zugewanderte Luchs ist mittlerweile fester Bestandteil der Artenausstat-tung im Nationalpark und gilt als wichtigster Prädator des Rehwildes. Seit dem Jahr 2007 wird daher in Absprache mit den Reviernachbarn das Rehwild im Rachel-Lusen Gebiet nicht mehr bejagt. Sollte sich zeigen, dass die Einstellung der Rehwildjagd keine negativen Auswirkungen auf die gewünschten stand-ortsheimischen und ursprünglichen Laubbaumarten und die Weißtanne hat, könnte künftig auch im Rachel-Falkenstein Gebiet auf eine Bejagung des Rehwildes verzichtet werden.
Nach wie vor werden grundsätzlich nur weibliche Tiere und Kitze sowie einige einjährige männliche Tiere erlegt. Die Regulierung erfolgt ausschließlich durch Personal der Nationalparkverwaltung, in erster Linie durch die Berufsjäger im Wege der Einzeljagd oder bei Gemeinschaftsansitzen. Im Durchschnitt der letzten Jahre wurden etwa 70 Stück pro Jahr (inclusive Fallwild) erlegt, d.h. etwa 0,3 Stück pro 100 ha und Jahr.
Seit Ende 2005 werden im Rahmen eines Forschungsprojekts mehrere Rehe mit GPS-GSM-Halsbandsendern ausgestattet, um Erkenntnisse über die Raumnutzung und Wanderbewegungen sowie über die Räuber-Beute-Beziehung der Rehe zum Luchs zu gewinnen.

