Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Waldschutz

Unterpflanzung naturferner Fichtenreinbestände soll ihre Entwicklung zu naturnahen Mischbeständen unterstützen (Foto: Ingo Brauer)

Walderhaltung

Grundsätzlich sind Walderhaltungsmaßnahmen (Pflanzungen) im Hochlagenwald nur unter folgenden Voraussetzungen vorgesehen:

Soweit die natürliche Walderneuerung flächig und längerfristig ausbleibt, soll die Entwicklung einer stand ortgerechten, natürlichen Waldzusammensetzung unterstützt werden (§ 14 Abs. 4 NP-VO).
In den Hochlagenwäldern des Falkenstein-Rachel-Gebietes soll die natürliche Walderneuerung dort, wo die Borkenkäferbekämpfung die Verjüngung beeinträchtigt oder keine ausreichende Verjüngung im Sinne von § 14 Abs. 4 NP-VO vorhanden ist, durch Ausbringung autochthoner Hochlagenpflanzen unterstützt werden.

Durch periodische Inventuren wird die Entwicklung der Verjüngung in den Hochlagen des Rachel-Lusen-Gebietes genau beobachtet. Die Ergebnisse dieser Inventuren zeigen, dass auf Pflanzungen verzichtet werden kann. Laut Hochlageninventur 2011 finden sich durchschnittlich 4363 Verjüngungspflanzen (größer 20 cm) je Hektar.

In den Hochlagen des Falkenstein-Rachel-Gebietes wurde 2012 erstmals ebenfalls eine Hochlageninventur durchgeführt. Durchschnittlich wurden dabei 1986 Verjüngungspflanzen (größer 20 cm) je Hektar gefunden. Lediglich auf 11 von 355 Probeflächen waren keine jungen Bäume vorhanden.

Waldpflege

Entsprechend den Festlegungen im Nationalparkplan sind Waldpflegemaßnahmen grundsätzlich möglich, allerdings auf den Randbereich beschränkt.

Durch Waldpflegemaßnahmen soll erreicht werden, dass der Randbereich des Nationalparks seine Schutzfunktion gegenüber dem angrenzenden Wirtschaftswald bestmöglich erfüllen kann.

Im Randbereich des Falkenstein-Rachel-Gebietes sollen vorrangig in jüngeren und mittelalten sowie weniger naturnahen Beständen Mischbaumarten gefördert werden. In älteren Beständen ist in erster Linie die Einbringung von Tanne und Laubbaumarten vorgesehen, wo diese sich nicht ausreichend natürlich verjüngen.

Insgesamt wurden in den Jahren 2008 bis 2016 auf einer Fläche von rund 55 ha ca. 109.000 Buchen und 3.000 Tannen gepflanzt.

Auch im Randbereich des Rachel–Lusen Gebietes sind Waldpflegemaßnahmen in weniger naturnahen Waldbeständen grundsätzlich möglich. Sie beschränken sich in der Regel auf die Pflanzung von Mischbaumarten in ausgeräumten „Käferlöchern“ und fichtenreichen Altbeständen, sofern keine ausreichende natürliche Verjüngung von Tanne und Laubbaumarten zu erwarten ist und ggf. auf die punktuelle Begünstigung von Mischbaumarten.

Tatsächlich wurden in den Jahren 1998 bis 2016 Waldpflegemaßnahmen nur in sehr geringem Umfang - vor allem im Zusammenhang mit der Abgewährung von Forstrechten - durchgeführt.