Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Orkan am 13.Juli 2011

Luftaufnahme nach dem Orkan vom 13.07.2011

Nach dem Orkantief “Kyrill" hat ein neuer schwerer Sturm am 13. Juli 2011 seine Spuren hinterlassen. Innerhalb weniger Minuten ließ ein relativ kleinflächig tobender Orkan tausende Buchen und Fichten im Nationalpark zwischen Rachel und Falkenstein auf den Boden krachen. Von den unteren Tallagen rund um Buchenau und Spiegelhütte bis hinauf in die Hochlagen um Kiesruck und Hahnenbogen und über die Ostseite hinunter zum Nationalpark Sumava entstanden Windwurfflächen riesigen Ausmaßes. Die Gesamtmenge außerhalb der Naturzonen und im Randbereich wird auf etwa 104.000 cbm geschätzt. Davon liegen 100.000 cbm im Falkenstein-Rachel-Gebiet und 4.000 cbm im Rachel-Lusen-Gebiet.

Aufarbeitung

Die Windwurfflächen im Randbereich des Rachel-Lusen-Gebietes werden zum Schutz der Privatwälder aufgearbeitet. Im Falkenstein-Rachel-Gebiet werden die Windwürfe im Randbereich und außerhalb der Naturzonen (Wildnisbereiche) aufgearbeitet. Dort ist der Anteil an Naturzonen noch gering. Die Aufarbeitung und die damit verbundenen Beeinträchtigungen für Besucher waren an vielen Orten spürbar.

Interner Link - PDF Download: Windwurfholzeinschlag 2011 (PDF 10 KB)

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Beeinträchtigungen für Besucher und Anwohner

Durch den enormen Holzanfall kam es insbesondere im Falkenstein-Rachel-Gebiet zeitweise zu erheblichen Beeinträchtigungen von Besucherwegen. Zum Teil mussten aus Sicherheitsgründen Besucherwege auch gesperrt werden. Wanderer und Radfahrer wurden durch Seilkräne, Harvester, Rückefahrzeuge, Holztransporter und den Lärm zahlreicher Motorsägen gestört. Dies führte zu zahlreichen Beschwerden bei der Nationalparkverwaltung und in den Informationszentren. Um diese Beeinträchtigungen etwas abzumildern wurden in der Hauptferienzeit vor Ort einheitliche Hinweisschilder für die Besucher angebracht und wo immer möglich, Umleitungen von Besucherwegen ausgeschildert. Auch im Internet wurde laufend auf aktuelle Sperrungen und Beeinträchtigungen hingewiesen.

Diese verstärkte Information der Besucher hat sich bewährt und soll 2012 fortgeführt werden.

Aber auch die Bewohner der Nationalparkgemeinden wurden besonders durch den Abtransport des angefallenen Holzes stark beeinträchtigt. Mit Umleitungen über weniger „ortsnahe“ Straßen und Einbahnregelungen konnte die Nationalparkverwaltung zumindest teilweise für Abhilfe sorgen.

Natur Natur sein lassen

Die Natur kennt keine Katastrophen. Deshalb wird in den Naturzonen des Nationalparks nichts getan.

So wurde in diesem Jahr ein Teil des Windwurfes in der Waldabteilung Gfällei nicht aufgearbeitet und gemeinsam mit angrenzenden Flächen in eine Naturzone überführt. Damit wird der junge Wald geschützt, die Kinderstube für eine neue Wildnis.

Kraft und Lebendigkeit wilder Wälder zeigt eindrucksvoll die Entwicklung auf naturbelassenen Windwurfflächen aus den Jahren 1983 und 1984.

Weiterführende Informationen