Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Großes Borkenkäfer-Symposium am 02.07.2009 im Haus zur Wildnis

Borkenkäfersymposium, v.l.n.r Staatsminister Brunner, Staatssekretärin Huml, Nationalparkleiter K.F. Sinner

Wichtigste Ergebnisse

In einem wissenschaftlich-fachlichen und einem politischen Teil wurden am 02.07.2009 im Haus zur Wildnis die mit dem Auftrag des Nationalparks, dem Prinzip Natur Natur sein lassen und der Sorge der Privatwaldbesitzer zusammenhängenden Fragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln erörtert. Im Mittelpunkt stand das Borkenkäfermanagement des Nationalparks.

Aus den auf umfangreichen Untersuchungen beruhenden Fachaussagen der Experten aus der Schweiz, der Slowakei, Norddeutschlands und Bayerns geht eindeutig hervor:

- Stürme und Borkenkäfer sind in Fichtenwäldern natürliche Steuerungselemente.
- Nach jedem Sturmereignis vermehrt sich der Borkenkäfer im Fichtenwald.
- Eine Bekämpfung kann dies nicht verhindern, sondern nur die Größenordnung des Befalls beeinflussen. Deshalb wird in der Schweiz ein Teil der Windwürfe im Wirtschaftswald nicht aufgearbeitet.
- 92% jeglichen Neubefalls im Nationalpark findet in einer Entfernung maximal 300 m zum Käfernest des Vorjahres statt.
- Eine Bekämpfungszone von 500 m ist nach den vorliegenden Untersuchungen ein aus-reichender Schutz für die angrenzenden Wälder.
- Im Nationalpark Bayerischer Wald ist die Bekämpfungszone aus Sicherheitsgründen im Lusengebiet im Durchschnitt 800 m tief, im Falkensteingebiet bis zu 7 km.
- Langzeituntersuchungen belegen, dass eine Verjüngung im Hochlagenwald ab 10 cm Höhe eine Überlebensrate von über 90 % hat und damit als gesichert anzusehen ist.
- Der Borkenkäfer hat keine negativen Auswirkungen auf den Tourismus.
- Wildnis und Naturerleben sind als Markenqualität Nationalpark Bayerischer Wald von höchstem Wert.

Der politische Teil des Symposiums wurde durch die klare Aussage von Staatssekretärin Melanie Huml für das Umweltministerium und als Haltung der Bayerischen Staatsregierung zur Zielset-zung des Nationalparks und dem Prinzip Natur Natur sein lassen eingeleitet.

Staatsminister Brunner formulierte zur Umsetzung des Nationalparkkonzeptes eine Reihe von Fragen, die im Wesentlichen durch die Fachaussagen am Vormittag beantwortet wurden.

Als vorläufiges Ergebnis der beim letzten Borkenkäfersymposium in Regen im Jahre 2007 gefor-derten wissenschaftlichen Überprüfung des Borkenkäfermanagements bleibt festzuhalten, dass keine Erkenntnisse vorliegen, die eine Änderung des Borkenkäfermanagements erfordern.

Wie bereits 1998 wurde betont, dass jeder Eigentümer eines Fichtenwirtschaftswaldes zur besonderen Sorgfalt gegenüber dem Borkenkäfer verpflichtet ist.

Wie angekündigt können die Präsentationen der Wissenschaftler bwz. Referenten hiernach alle in Form von PDF-Dokumenten heruntergeladen werden.

Bitte haben Sie Verständnis, dass sämtliche Präsentationen nicht durch die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald erstellt wurden, sondern durch die Referenten selbst und dass diese nicht barrierearm zur Verfügung gestellt werden können.

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