Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

  • Druckversion

Borkenkäferbekämpfung

Handentrindung (Foto: Franz Baierl)

Um eine wirksame Bekämpfung sicherzustellen, müssen befallene Bäume möglichst frühzeitig erkannt werden. Deshalb werden alle befallsgefährdeten Fichtenbestände ab etwa Ende April bis Oktober laufend kontrolliert.

Befallene Bäume werden bei größerem Holzanfall und ausreichender Erschließung eingeschlagen, gerückt, verkauft und schnellstmöglich aus dem Wald abtransportiert. Sofern aus Waldschutzgründen und vom Arbeitsumfang her vertretbar, werden befallene Bäume lediglich gefällt und von Hand entrindet, jedoch nicht abgefahren.

Auf Sonderstandorten (Felspartien, Nassstandorte) ist Handentrindung und Liegenlassen des Holzes das Regelverfahren, um Schäden am Boden und Vegetation durch den Abtransport des Holzes zu vermeiden. Bei größeren Käferholzmengen kommt auch Hubschrauber- oder Seilkranbringung in Betracht.

In der Naturzone werden keine Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt. Die Entwicklung des Borkenkäfers wird dort über eine jährliche Befliegung erfasst.

Holzeinschlag durch Borkenkäferbekämpfung

Der Einschlag von Käferholz in den Jahren 1998 bis 2016 in den Teilgebieten Rachel-Lusen und Falkenstein-Rachel ist in untenstehender Grafik dargestellt.

Klicken Sie bitte auf die Grafik um das Diagramm ald PDF-Datei (ca. 2 MB) herunterzuladen:

Interner Link - PDF Download: Diagramm Borkenkäferholzeinschlag im Falkenstein-Rachel- und im Rachel-Lusen-Gebiet seit 1998 (PDF 2 MB)

Die Borkenkäfersituation 2016

Außerhalb der Naturzonen werden befallsgefährdete Fichtenbestände im Nationalpark Bayerischer Wald sehr intensiv kontrolliert, um befallene Bäume frühzeitig zu erkennen. Diese werden dann schnellstmöglich aufgearbeitet und aus dem Wald abtransportiert oder handentrindet und als Biomasse auf der Fläche belassen.

Schwärmverlauf

Die Schwärmaktivität des Buchdruckers begann 2016 in der zweiten Maiwoche. Maximal wurden dabei 9.200 Buchdrucker innerhalb einer Woche in einer Falle gefangen. Im Juni wurden dagegen wegen der nasskalten Witterung relativ wenige Buchdrucker in den Fallen registriert. Ende Juli kam es dann zum Ausflug der Jungkäfer der ersten Generation. Durch den warmen, trockenen Herbst wurden bis Ende September noch Buchdrucker in den Fallen gefangen.

Verteilung des Käferholzeinschlages

Insgesamt wurden 2016 im Nationalpark Bayerischer Wald rund 17.500 fm Käferholz eingeschlagen. Dies bedeutet einen Rückgang um ca. 15 Prozent gegenüber 2015.Vom Gesamteinschlag entfallen ca. 4.500 fm auf das Rachel-Lusen-Gebiet und ca. 13.000 fm auf das Falkenstein-Rachel-Gebiet.

Differenziertes Vorgehen bei der Bekämpfung

Bei der Borkenkäferbekämpfung im Nationalpark wurde sehr differenziert vorgegangen. Etwa 2.500 fm wurden lediglich gefällt und vor Ort entrindet, so dass die Biomasse komplett im Wald verbleibt. Auf stabilen Böden mit ausreichender Erschließung wurden die Käferbäume herkömmlich von Waldarbeitern oder Forstunternehmern aufgearbeitet. Durch diesen Einsatz unterschiedlicher Methoden kann sowohl eine rasche und effektive als auch eine möglichst schonende Bekämpfung auf Sonderstandorten sichergestellt werden.

Beeinträchtigung der Besucherwege

Trotz des geringeren Holzanfalls kam es zeitweise zu Beeinträchtigungen von Besucherwegen. Um diese etwas abzumildern wurden in der Hauptferienzeit vor Ort einheitliche Hinweisschilder für die Besucher angebracht und wo immer möglich, Umleitungen von Besucherwegen ausgeschildert. Auch im Internet wurde laufend auf aktuelle Sperrungen und Beeinträchtigungen hingewiesen. Diese verstärkte Information der Besucher hat sich bewährt und soll 2017 fortgeführt werden.