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Borkenkäferbekämpfung

Um eine wirksame Bekämpfung sicherzustellen, müssen befallene Bäume möglichst frühzeitig erkannt werden. Deshalb werden alle befallsgefährdeten Fichtenbestände ab etwa Ende April bis Oktober laufend kontrolliert.
Befallene Bäume werden bei größerem Holzanfall und ausreichender Erschließung eingeschlagen, gerückt, verkauft und schnellstmöglich aus dem Wald abtransportiert. Sofern aus Waldschutzgründen und vom Ar-beitsumfang her vertretbar, werden befallene Bäume lediglich gefällt und von Hand entrindet, jedoch nicht abgefahren.
Auf Sonderstandorten (Felspartien, Nassstandorte) ist Handentrindung und Liegenlassen des Holzes das Regelverfahren, um Schäden am Boden und Vegetation durch den Abtransport des Holzes zu vermeiden. Bei größeren Käferholzmengen kommt auch Hubschrauber- oder Seilkranbringung in Betracht.
In der Naturzone werden keine Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt. Die Entwicklung des Borkenkäfers wird dort über eine jährliche Befliegung erfasst.
Holzeinschlag durch Borkenkäferbekämpfung
Der Einschlag von Käferholz in den Jahren 1998 bis 2011 in den Teilgebieten Rachel-Lusen und Falkenstein-Rachel ist in nebenstehender Grafik dargestellt.
Klicken Sie auf die Grafik um das Diagramm ald PDF-Datei herunterzuladen
Die Borkenkäfersituation 2011
Außerhalb der Naturzonen wird der Fichtenborkenkäfer im Nationalpark Bayerischer Wald gemäß Verordnung sehr intensiv kontrolliert, um befallene Bäume frühzeitig zu erkennen. Diese werden dann schnellstmöglich aufgearbeitet und aus dem Wald abtransportiert oder handentrindet und als Biomasse auf der Fläche belassen.
Schwärmverlauf
Die Schwärmaktivität des Buchdruckers begann in diesem Jahr zwischen dem 21. und dem 26. April. Während dieser ersten Schwärmwelle wurden an vielen Fallenstandorten hohe Anflugzahlen mit ca. 5.000 - 10.000 Käfern pro Falle innerhalb einer Woche registriert. Anschließend war der Mai geprägt von zahlreichen kühlen, regnerischen Tagen, was die Schwärmaktivität des Buchdruckers deutlich einschränkte. Erst im Juni und Anfang Juli wurden bei warmer Witterung wieder höhere Anflugzahlen erreicht.
Verteilung des Käferholzeinschlages
Insgesamt wurden im Nationalpark Bayerischer Wald rund 81.000 fm Käferholz eingeschlagen. Allerdings war die Entwicklung in den Teilgebieten sehr unterschiedlich. Im Rachel-Lusen-Gebiet wurden rund 4.200 Festmeter Käferholz eingeschlagen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich damit der Holzanfall noch einmal um ca. 30 % verringert. Im Falkenstein-Rachel-Gebiet sank der der Käferholzanfall auf die Hälfte des Vorjahreseinschlags ,war aber mit rund 77.000 Festmetern immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Die Schwerpunkte des Befalls lagen wie im Jahr 2010 in den Waldgebieten nahe der Grenze zum Nationalpark Šumava zwischen Rachel und Lackenberg, wo auf tschechischem Gebiet der Einschlag befallener Bäume Mitte 2007 eingestellt wurde. Aber auch in den Hang- und Tallagen des Falkenstein-Rachel-Gebiets wurden zahlreiche größere Befallsstellen mit bis zu 500 fm gefunden.
Differenziertes Vorgehen bei der Bekämpfung
Bei der Borkenkäferbekämpfung im Nationalpark wurde sehr differenziert vorgegangen. Rund 34.000 fm wurden mit vier mobilen Seilkrananlagen zur Waldstraße gerückt. Damit wird der Waldboden und die vorhandene Naturverjüngung weitgehend geschont. Etwa 18.000 fm wurden lediglich gefällt und vor Ort entrindet, so dass die Biomasse komplett im Wald verbleibt. Auf stabilen Böden mit ausreichender Erschließung wurden die Käferbäume herkömmlich von Waldarbeitern und mit sogenannten Harvestern aufgearbeitet. Durch diesen Einsatz unterschiedlicher Methoden kann sowohl eine rasche und effektive als auch eine möglichst schonende Bekämpfung auf Sonderstandorten sichergestellt werden.
Beeinträchtigung der Besucherwege
Durch den enormen Holzanfall kam es insbesondere im Falkenstein-Rachel-Gebiet zeitweise zu erheblichen Beeinträchtigungen von Besucherwegen. Zum Teil mussten aus Sicherheitsgründen Besucherwege auch gesperrt werden. Wanderer und Radfahrer wurden durch Seilkräne, Harvester, Rückefahrzeuge, Holztransporter und den Lärm zahlreicher Motorsägen gestört. Dies führte zu zahlreichen Beschwerden bei der Nationalparkverwaltung und in den Informationszentren. Um diese Beeinträchtigungen etwas abzumildern wurden in der Hauptferienzeit vor Ort einheitliche Hinweisschilder für die Besucher angebracht und wo immer möglich, Umleitungen von Besucherwegen ausgeschildert. Auch im Internet wurde laufend auf aktuelle Sperrungen und Beeinträchtigungen hingewiesen.
Diese verstärkte Information der Besucher hat sich bewährt und soll 2012 fortgeführt werden.
Aber auch die Bewohner der Nationalparkgemeinden wurden besonders durch den Abtransport des angefallenen Holzes stark beeinträchtigt. Mit Umleitungen über weniger „ortsnahe“ Straßen und Einbahnregelungen konnte die Nationalparkverwaltung zumindest teilweise für Abhilfe sorgen.
Weiterführende Informationen
- Borkenkäfer - Biologie und Befallsverfahren
- Großes Borkenkäfer-Symposium am 02. Juli 2009 im Haus zur Wildnis
- Totholzkarte Rachel-Lusen-Gebiet
- Totholzkarte Falkenstein-Rachel-Gebiet
- Holzeinschlag durch Borkenkäferbekämpfung 1998 - 2010
- Memorandum Borkenkäfermanagement Mai 2010
- Karte zum Memorandum Borkenkäfermanagement Mai 2010

