Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Forschungsziele im Nationalpark Bayerischer Wald

Fraßbild (Foto: Alfred Schiener)

Kenntnisse über natürliche Entwicklungen und Prozesse in Naturwäldern Mitteleuropas sind bisher immer noch lückenhaft. Der Nationalpark Bayerischer Wald setzt deshalb einen Schwerpunkt der Forschung auf die Beobachtung und Analyse von Gesetzmäßigkeiten seiner Naturwälder.

Dabei werden prägende Einflussgrößen wie Borkenkäfer, Stürme und Schneedruck als Impulse für temporäre Ungleichgewichte besonders berücksichtigt. An das Forschungs-Leitthema „Steuergrößen natürlicher Waldentwicklung“ werden spezielle Fragestellungen angegliedert und in Form von Projekten behandelt. Projektforschungen können auf Datenbeständen aufbauen, die seit Nationalparkgründung (1970) im Rahmen von Inventarisierungen, Monitoring und langfristigen Dauerbeobachtungen angelegt, weitergeführt und vervollständigt werden. Gegenstand solcher Untersuchungen sind z.B. Fragen zum Wasserhaushalt, zur Stoffumsetzung, Bodenversauerung und Klimaänderung. Ebenso sind Vorkommen, Verhalten ,Verbreitung und Interaktionen von Tier- und Pflanzenarten wichtige Untersuchungsthemen. In nächster Zeit wird ein verstärktes Augenmerk auf die hier noch wenig erforschte Tiergruppe der Insekten vor allem in Abhängigkeit vom Lebensort Totholz gelenkt werden. Neben der Ökosytemforschung wird die auf vielen Flächen erlebbare Rückkehr der Wildnis zum Thema sozialempirischer und sozialökonomischer Studien.

Prinzipiell werden zur Freiland-Forschung nur naturverträgliche Methoden eingesetzt. Oft werden bewährte Feldforschungsmethoden mit neuer Technik (z.B. GPS-GSM-Telmetrie an Wildtieren) und modernen Analysemethoden kombiniert.

Langfristige Beobachtungen, Monitoring und Dokumentationen werden hauptsächlich durch eigenes Personal durchgeführt. In Kooperation mit zahlreichen Hochschulen und Forschungsinstitutionen des In- und Auslandes werden in kürzerfristigen Projektuntersuchungen (v.a. in Form von Studienarbeiten) spezifische Fragen erörtert.