Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Forschung im Nationalpark Bayerischer Wald

Aufbau eines grenzüberschreitenden sozio-ökonomischen Monitoringsystems in den Nationalparken Šumava und Bayerischer Wald

Lusental (Foto: Dr. Franz Leibl

 

1 Einführung

Zum 1.1.2017 wurde im EU-Förderprogramm Ziel ETZ Freistaat Bayern-Tschechische Republik (INTERREG V) Prioritätsachse 2 das Projekt 37 „Aufbau eines grenzüberschreitenden sozio-ökonomischen Monitoringsystems in den Nationalparken Šumava und Bayerischer Wald/Zavedení přeshraničního socioekonomického monitorovacího systému v Národních parcích Šumava a Bavorský les“ bewilligt. Leadpartner ist die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald (Sitz in 944811 Grafenau, Freyunger Str. 2, Deutschland), weiterer Partner ist die Nationalparkverwaltung Šumava (Sitz in 385 01 Vimperk, 1. Máje 260, Tschechien). Das Projekt hat die dauerhafte Etablierung eines grenzüberschreitenden Besuchermonitoringsystems als Hauptbaustein für ein Sozio-ökonomisches Monitoring in den beiden Nationalparken Bayerischer Wald und Šumava zum Ziel.

2 Projektskizze

Die steigende Erholungsnutzung und die daraus resultierenden Konflikte zwischen verschiedenen Nutzergruppen und mit Belangen des Naturschutzes stellen heutzutage eine der zentralen Herausforderungen des Managements von Großschutzgebieten dar. Nur durch verlässliche Daten über die Quantität und die qualitativen Eigenschaften von Besuchern kann ein Management durchgeführt werden, das den Besuchern das erwartete Naturerlebnis ermöglicht und den Schutzzielen der Nationalparke Rechnung trägt. Daten über das raumzeitliche Verhalten, die soziodemographische Struktur, aber auch über die Wünsche, Erwartungen und die Vorbildung der Besucher stellen eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige Umweltbildungs- und Besucherinformationsarbeit dar. Aufgrund der Sprachbarrieren und der Wegeverbindungen zwischen den Schutzgebieten kann nur durch ein gemeinsames, grenzüberschreitendes sozio-ökonomisches Monitoring (SÖM) eine fundierte Datengrundlage für gute Managemententscheidungen erarbeitet werden. Im Rahmen des Projektes soll ein dauerhaftes grenzüberschreitendes Besuchermonitoring als Hauptbestandteil eines umfassenden sozio-ökonomischen Monitorings in den beiden Nationalparken Šumava und Bayerischer Wald nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen konzipiert und eine Erstaufnahme durchgeführt werden.

Zur Etablierung eines gemeinsamen, grenzüberschreitenden Besuchermonitorings wird die bereits bestehende und im Nationalpark Bayerischer Wald erprobte Methodik (Kombination aus automatisierten und manuellen Zählungen sowie hochstanstardisierten Face-to-face-Befragungen) in Ihren Grundsätzen auf die Gebietskulisse des Nationalparks Šumava und die dortige Zugangs und Besuchersituation übertragen um die Vergleichbarkeit und Zusammenführbarkeit der Daten zu gewährleisten. Im Nationalpark Šumava werden zunächst die vielen Zutrittsmöglichkeiten erhoben und klassifiziert. An den relevanten Standorten wird dann über den Zeitraum eines vollen Jahres eine Grundlagenerhebung, bestehend aus Besucherzählungen und Besucherbefragungen incl. Erfassung der Besucherrouten durchgeführt, woraus sich statistisch abgesicherte (belastbare) Daten zu Besuchszahlen für den Zeitraum eines vollen Jahres, Besucherstruktur und raumzeitlichen Verhalten der Besucher ergeben, die in einer grenzüberschreitenden Auswertung aufgearbeitet werden.

Weiterhin werden in enger Zusammenarbeit mit den Nationalparkmitarbeitern verschiedener Fachabteilungen insgesamt fünf thematische Erhebungsmodule entwickelt. Besonderes Augenmerk wird auf grenzüberschreitende Besucherströme, auf die Evaluierung mehrsprachiger Angebote und kulturelle Unterschiede in Erwartungshaltung und Wahrnehmung der Besucher gelegt. Ein zentrales Anliegen ist es, hierdurch die Bedürfnisse der jeweils ausländischen Besucher besser kennenzulernen und mit entsprechenden Angeboten darauf zu reagieren, um den grenzüberschreitenden Austausch zu fördern.

Ziel ist es, alle fünf thematischen Erhebungen innerhalb der Projektlaufzeit durchzuführen und aus den ausgewerteten Daten Managemententscheidungen abzuleiten. Nach Ende der Projektlaufzeit sollen alle thematischen Erhebungen jeweils jährlich (ein Paket pro Jahr) in geringerem Umfang (durch Eigenmittel der Nationalparkverwaltungen finanziert) durchgeführt werden. Daraus ergibt sich eine Wiederholung jeder Erhebung im Fünf-Jahres-Turnus, woraus Trends abgeleitet werden können.

3 Projektorganisation

Das Projekt ist für eine Laufzeit von 36 Monaten (1.1.2017 bis 31.12.2019) angelegt. Zur Abwicklung des Projektes wurden im Nationalpark Bayerischer Wald ein Projektokoordinator (Florian Porst), im Nationalpark Šumava zwei Projektkoordinatoren (Barbora Matt Kučeravá und Josef Štemberk) eingestellt.

 

Foto: Maria Hußlein

 

Logos Projekt-Sponsoren

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