Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Forschung im Nationalpark Bayerischer Wald

Modelluntersuchungen zum Wildtiermanagement in Schutzgebieten am Beispiel des Nationalparks Bayerischer Wald

Modellierungsgrafik

Projektlaufzeit: 2009-2013
Projektbearbeiter: Mirjana Bevanda
Projektleiter: Dr. Marco Heurich

Seit der Nationalparkgründung 1970 wurden zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen über Rehe und Rothirsche und deren Einfluss auf die Waldentwicklung durchgeführt. Obwohl man dadurch über ein großes Detailwissen auf der Ebene einzelner Arten verfügt, ist über das komplexe Zusammenspiel zwischen Wildtieren und langfristiger Waldentwicklung im Nationalpark nur wenig bekannt.

Ziel dieses Projektes ist es, mit Hilfe von Methoden aus der ökologischen Modellierung die Ergebnisse und Daten aus 38 Jahren Nationalparkforschung zu analysieren und in logisch konsistenter Weise zu integrieren. Durch diese Synthese soll zum einen ein verbessertes Systemverständnis erreicht werden. Zum anderen sollen aufeinander abgestimmte Modelle erstellt werden, die es erlauben, die Auswirkungen von Eingriffen auf das Wald-Wild-System eingehend zu analysieren, um eine Minimierung von Managementmaßnahmen im Nationalpark und eine verbesserte Zusammenarbeit mit dem Umfeld des Nationalparks zu erreichen. Dafür sollen räumlich explizite Modelle entwickelt werden, die die wesentlichen Prozesse im Beziehungsgeflecht zwischen Wildtieren und Walddynamik abbilden.

Die Modellierungsarbeit ist in zwei eng miteinander verbundene Teilprojekte gegliedert: Im ersten Teilprojekt werden grundsätzliche Einflussfaktoren und Regeln der Bewegungsmuster von Rehen und Hirschen untersucht und daraus Waldnutzungsmuster abgeleitet; im zweiten Teilprojekt werden diese Informationen als Eingangsgrößen für ein Waldsukzessionsmodell verwendet, um den Einfluss der Pflanzenfresser auf die langfristige Waldentwicklung zu untersuchen.