Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Forschung im Nationalpark Bayerischer Wald

Fachgebiet Sozioökonomie

Besucherbefragung im Tier-FreigeländeIIn einer über viele hundert Jahre entwickelten Kulturlandschaft wie Mitteleuropa ist das Verständnis von ursprünglicher Natur weitgehend verloren gegangen. So ist es nicht verwunderlich, dass bei der Umsetzung des Nationalpark-Leitprinzips „Natur Natur sein lassen“ bei Bewohnern wie Besuchern der Nationalpark-Region angesichts ungewohnter Vorgänge wie Nichteingreifen bei Borkenkäferbefall oder Liegenlassen von Windwürfen unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen werden, die von freudiger Zustimmung über Desinteresse bis zur strikten Ablehnung reichen.

Im Fachbereich Sozioökonomie ist die Forschung Management orientiert. Sie soll helfen, die unterschiedlichen Sichtweisen der Gruppen von Einheimischen und Touristen und ihre Gründe (Motivforschung) zu analysieren. Die jeweiligen Beweggründe der Menschen bilden die Basis, die parallel laufende Bildungsarbeit abzustimmen und Maßnahmen zur Regionalförderung zielgerichtet einzusetzen.

Da sich Einstellungen, Sicht- und Verhaltensweisen relativ rasch ändern können, ist es opportun, diese in kürzeren Intervallen mit wissenschaftlichen Methoden langfristig zu beobachten (Monitoring). Wichtige Aufgaben sind dabei, Trends in Mensch-Umwelt-Beziehungen zu erfassen und mögliche Konfliktpunkte zu Naturschutzzielen des Nationalparks zu erkennen. Gelingt dies, kann das Management zeitnah reagieren.