Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Forschung im Nationalpark Bayerischer Wald

Fachgebiet Naturschutzbiologie

LuchsDie Naturschutzbiologie beschäftigt sich mit der Artenvielfalt und den Gründen für ihre Gefährdung und ihren Rückgang. Darüber hinaus werden Maßnahmen gegen den Artenschwund evaluiert. Im Nationalpark steht der Erhalt gefährdeter Waldarten und Waldlebensräume im Vordergrund.

Typische Fragen sind hier die Populationsgröße und Überlebensfähigkeit von Zielarten im Naturschutz, wie beispielsweis Luchs, Auerhuhn, Berglasschnecke und Vielteilige Mondraute. Dabei wird auch die genetische Diversität der Populationen berücksichtigt und untersucht, um rechtzeitig Inzuchteffekten oder auch das Entstehen neuer Unterarten zu entdecken.

Im nächsten Schritt werden die Gefährdungsursachen untersucht. Dazu entwickelt man auf Basis von Nachweisen (Telemetrie, Kartierungen, Zufallsbeobachtungen) Habitatmodelle, die zeigen, wo geeignete Lebensräume zu finden sind, und ob diese noch genutzt werden.

Auf dieser Basis werden Managementempfehlungen für den Nationalpark und auch sein Umfeld als konkrete Schutzmaßnahmen entwickelt. Auch der Erfolg von Wiederansiedlung und Bestandesstützung von Arten (z.B. Habichtskauz, Kolkrabe) ist ein Gegenstand der Forschung. Zuerst muss hier belegt werden, dass die Gründe für das Aussterben aufgehoben wurden. Nach der Freilassung der Tiere ist ein Monitoring notwendig, um die Etablierung im Freiland zu überwachen.

Darüber hinaus beschäftigt sich dieser Forschungszweig auch mit der Renaturierung durch den Menschen veränderter Lebensräume. Beispielsweise wurden im Nationalpark Moore entwässert, Forststraßen gebaut und Flüsse begradigt. Hier müssen Konzepte entwickelt und überprüft werden, wie diese Eingriffe rückgängig gemacht werden können.