Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Forschung im Nationalpark Bayerischer Wald

Fachgebiet Mykologie

Pholiota squarrosoides (Bleicher Schüppling), eine Rote Liste Art, die man allerdings im Nationlapark hin und wieder finden kann (Foto Bässler)Mykologie ist die Wissenschaft von den Pilzen, welche es nachweislich seit über 450 Mio. Jahren auf der Erde gibt. Pilze bilden neben den Tieren und Pflanzen ein eigenes Reich. Der Weltbestand an Arten wird derzeit auf 4-6 Mio. geschätzt. Pilze erfüllen wichtige Aufgaben in unseren Ökosystemen. Beispielsweise tragen sie als Symbionten erheblich zur Ernährung unserer Waldbäume bei, weiterhin sind nur Pilze in der Lage, pflanzliches Material (z.B. Lignin) effektiv abzubauen.

Insbesondere Holzpilze sind sehr gute Indikatoren für die naturschutzfachliche Bewertung von Waldökosystemen. Gerade der Nationalpark mit seinen besonderen Waldstrukturen (z.B. viel Totholz, alte Waldbestände) trägt besondere Verantwortung zum Schutz dieser Organismengruppe. Insgesamt konnten für den Nationalpark bislang ca. 1850 Arten nachgewiesen werden, manche von ihnen sind einmalig in Deutschland oder sogar neu für die Wissenschaft. Seit einigen Jahren verstärkt die Nationalparkverwaltung die mykologische Forschung, um mehr zu Lebensweise, Ökologie und Funktion dieser eher kryptisch lebenden Artengruppe in Erfahrung zu bringen.