Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Gewässerkundliche Messungen

Forschungsprojekt "Große Ohe"

Projektart:

Monitoring (seit 1978)

Projektpartner:

  • Bayerisches Landesamt für Umwelt
  • Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft

Ziel:

  • Erforschung des Wasserhaushalts im Einzugsgebiet der „Großen Ohe“.
  • Beobachtung hydrologischer Prozesse in einem relativ unbeeinflussten bewaldeten Gebiet zur langfristigen Dokumentation und Analyse ablaufender Prozesse.
  • Erkenntnisse zur Einwirkung von Witterung und Klima auf das hydrologische Regime eines Waldgebietes.

Kurzbeschreibung

Das Einzugsgebiet:

Das Einzugsgebiet ist 19,1 qkm groß. Die vertikale Ausdehnung erstreckt sich von 769 bis 1.452 m ü. NN und deckt die drei ökologischen Höhenstufen (Tallage, Hanglage und Hochlage) des Nationalparks Bayerischer Wald ab. An der Messstation „Pegel Taferlruck“ befindet sich ein enger Geländedurchlass, an dem sich alle Einzugsgebietsbäche zur Großen Ohe verbinden. An dieser Stelle wird das gesamte Wasser des Einzugsgebietes über die Große Ohe abgeleitet (kein Grundwasserbegleitstrom).

Gewässerkundliche Messungen:

Aufgrund der Lage in der Kernzone des Nationalparks dient das Einzugsgebiet der Großen Ohe als Referenz zu anderen bewirtschafteten Einzugsgebieten. Es werden gewässerkundliche Daten erhoben, um eine vorbildliche, dauerhaft umweltgerecht handelnde Wasserwirtschaft in Verbindung mit langfristigen und flächenwirksamen Vorsorgestrategien zu erhalten.

Die Daten dienen zur Zielfindung einer umweltvertäglichen und nachhaltigen Gestaltung von Wassernutzungen sowie der Erhaltung und Verbesserung der ökologischen Funktionen und der Beschaffenheit der ober- und unterirdischen Gewässer. Auch der Schutz des Menschen vor den Gefahren des Wassers ist Gegenstand der Untersuchungen.

Eine wichtige Fragestellung ist die Reaktion des hydrologischen Systems auf großflächige natürliche Veränderungen der Wälder des Nationalparks. Hierbei steht beispielsweise die Frage im Vordergrund, wie sich der Borkenkäferbefall auf den Wasser- und Stoffhaushalt auswirkt.

Messgrößen:

  • Bilanz (Niederschlag-Abfluss)
  • Wasserstand und Abfluss (Bestandteil eines bayernweiten Pegelmessnetzes)
  • Fließgewässerbeschaffenheit (Chemie, Biologie-Saprobie)
  • Regionalmessnetz Versauerung oberirdischer Gewässer (biolog., chem. Untersuchungen)
  • Niederschlag (Niederschlagsmessnetz)
  • Temperatur
  • Luftfeuchtigkeit
  • Globalstrahlung
  • Sonnenscheindauer

Messbetrieb:

Für die Bewältigung der zahlreichen Arbeiten im Zusammenhang mit der Erhebung zuverlässiger Daten im Einzugsgebiet der Großen Ohe sind 3 Pegelwarte, die bei der Nationalparkverwaltung angestellt sind, eingesetzt.
Zu den Aufgaben der Pegelwarte gehört u.a. folgendes:

  • Technische Betreuung der Einrichtungen (Wartungen, Eichungen)
  • Durchführung von Messungen (z.B. Niederschlagsmessungen)
  • Teilanalysen von Proben
  • Probenaufbereitung und Versendung an die Kooperationslabore
  • Dokumentation der Rohdaten