Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Forschung im Nationalpark Bayerischer Wald

Fachgebiet Botanik

SoldanelleIm Nationalpark Bayerischer Wald bietet sich die einmalige Gelegenheit, auf großer Fläche die Entwicklung von Pflanzengemeinschaften und ihren Arten ohne direkte menschliche Einflußnahme zu beobachten und zu erforschen.

Neben der Erfassung der Naturaustattung liegt das Hauptaugenmerk auf der Entwicklung seiner Wälder, bedecken sie doch 97% der Nationalparkfläche. Sie unterliegen seit den 1980´er Jahren tiefgreifenden Veränderungen, ausgelöst durch Windwürfe und Insektenkalamitäten, die viele spannende Fragen aufwerfen:

  • Welche Rolle spielen großflächige Störungen in der natürlichen Walddynamik?
  • Welchen Einfluß haben sie auf die Biodiversität?
  • Verändert sich dadurch das Verteilungsmuster von Pflanzen und entstehen neue Lebensräume für konkurrenzschwache Arten

Im Nationalpark können aber auch langfristige Veränderungen in der Vegetation durch den prognostizierten Klimawandel dokumentiert werden, stellt er doch eine Referenzfläche ohne menschliche Einflußnahme dar.

Auch die Moore, Blockmeere, Gewässer und ehemalige Weiden sind Gegenstand botanischer Forschung, denn dort finden sich viele bemerkenswerte Pflanzenarten: In den Mooren und auf Felsen und Blockmeeren sind dies absolute Überlebenskünstler, die Strategien entwickelt haben, mit extremen Lebensbedingungen fertig zu werden. Auf alten Weideflächen, den sog. Schachten, findet man noch Pflanzen, die vielerorts durch Intensivierung der Landwirtschaft verschwunden sind. Alte Holzlagerplätze und Wegeböschungen bieten zumindest für einige Zeit Refugien für konkurrenzschwache Arten, wie die Flachbärlappe. Hier stellt sich die Frage, ob durch die atemberaubende Walddynamik im Nationalpark wieder natürliche Lebensräume für derartige Pflanzenarten entstehen können.