Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Aktuelles Bildungsprojekt

Kollegiale Begleitung der Bildungsakteure in der außerschulischen Umwelt-bildung

Der Nationalpark Bayerischer Wald bietet ein umfangreiches und vielfältiges Angebot an Bildungsveranstaltungen an. Diese Bildungsangebote wurden von 2012 bis 2014 im Rahmen des von der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) geförderten Projektes „Qualitätsentwicklung in der Bildungsarbeit von Großschutzgebieten“ von der Universität Hamburg in Kooperation mit der Universität Regensburg einer formativen Evaluation unterzogen.

Diese externe Evaluation der Bildungsarbeit im Nationalpark Bayerischer Wald wird aktuell in Anlehnung an die in der Lehreraus- und -fortbildung bekannte kollegiale Hospitation in eine interne Evaluation überführt: Bildungsakteure begleiten sich als wertschätzende und kritische Kollegen bei ihren Führungen und tauschen sich in einem anschließenden Reflexionsgespräch aus. Diese gegenseitige Begleitung unter Kollegen ist ein Instrument zur Qualitätssicherung und sie dient der persönlichen professionellen Weiterentwicklung. Die kollegiale Begleitung basiert auf Freiwilligkeit, auf einer Begegnung auf Augenhöhe und auf Vertraulichkeit.

Das Ziel ist die Förderung einer offenen, selbstreflexiven Haltung sowie die Etablierung einer Reflexionskultur unter den Bildungsakteuren im Nationalpark Bayerischer Wald. Die kollegiale Begleitung ist im Juni 2014 mit 20 Teilnehmern gestartet, die sich in Tandems maximal zweimal jährlich als „kritische Freunde“ gegenseitig begleiten. Dieser Prozess hat Modellcharakter unter den deutschen Nationalparks und wird im Zeitraum 2014 bis voraussichtlich 2018 von der Universität Hamburg (Fakultät für Erziehungswissenschaft, Prof. Dr. Ulrich Gebhard) und der Universität Regensburg (Institut für Didaktik der Biologie, Prof. Dr. Arne Dittmer) wissenschaftlich begleitet. Diese bieten u.a. jährlich zwei Workshops zur Supervision sowie zur Vertiefung didaktischer und naturpädagogischer Themen für die beteiligten Bildungsakteure an.

Die kollegiale Hospitation bietet Lernmöglichkeiten für alle Beteiligten: So lernt der Bildungsakteur, der ein Feedback erhält, sich selbst und die eigene Arbeit mit anderen Augen zu sehen, Alltagsroutinen sowohl konstruktiv zu hinterfragen als auch wertzuschätzen. Indem ein Waldführer andere Kollegen in Situationen beobachtet, die er selbst aus eigener Erfahrung kennt, erlebt er, wie andere sich in diesen Situationen verhalten und lernt so auch als Beobachter dazu.

Um Beobachtung und Feedback konstruktiv zu gestalten, wurde ein Leitfaden entwi-ckelt, der eine kriteriengeleitete Selbstreflexion der Bildungsakteure anregen soll und dabei die Kriterien des Leitbildes der Bildungsarbeit im Nationalpark Bayerischer Wald, welches im Zuge der formativen Evaluation 2012-2014 erarbeitet wurde, aufgreift. Dieser Leitfaden unterliegt einer kontinuierlichen Weiterentwicklung.

Der Nationalparkverwaltung ist dieser Beitrag zur Professionalisierung ihrer Bildungsakteure ein Anliegen und sie strebt einen festen Teilnehmerkreis von 20 bis 30 Personen an, die sich regelmäßig im Feld begleiten und die dabei erlebten positiven Erfahrungen an ihre Kollegen weitertragen, um den Kreis der Teilnehmer kontinuierlich zu erweitern.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Arne Dittmer (arne.Dittmer@biologie.uni-regensburg.de)
Prof. Dr. Ulrich Gebhard (ulrich.Gebhard@uni-hamburg.de)
Thomas Michler (thomas.michler@npv-bw.bayern.de)


Externer Link: Uni Hamburg Externer Link: Uni Regensburg