Bildung und Erholung
Naturnahe Erholung
Da in Mitteleuropa Gebiete mit ursprünglicher Natur kaum noch vorhanden sind, ist hier das Bild von der Natur stark von der Kulturlandschaft geprägt. Ziel des Na-tionalparks Bayerischer Wald ist es daher auch, Möglichkeiten zu schaffen, um wieder - nicht der Kontrolle durch den Menschen unterworfene - Natur („Wildnis“) zu erleben. Je mehr in den Ballungsgebieten und Industriezentren die Entfremdung von der natürlichen Umwelt voranschreitet, umso mehr wächst das Bedürfnis nach wilder Natur.
Im Nationalpark können dabei alle Facetten einer natürlichen Waldentwicklung – vom großflächigen Absterben der Bäume zwischen Rachel und Lusen bis hin zur kleinflächigen Walderneuerung in den Urwaldgebieten „Mittelsteighütte“ und „Höllbachgespreng“ – beobachtet werden. Mit „Erlebniswegen“ (z. B. Seelensteig) werden diese Entwicklungen – neben den vielen individuellen Möglichkeiten – für eine Vielzahl von Besuchern anschaulich erlebbar gemacht.
Bildungsarbeit im Nationalpark
Die Bildungsarbeit im Nationalpark mit seiner faszinierenden Naturausstattung setzt zwangsläufig bei der originären Naturerfahrung an, die sich als wichtige Grundlage für eine weiterreichende Arbeit im Sinne einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung nutzen lässt. Naturerfahrung als ein vertieftes Naturerlebnis setzt ein aktives Erleben und eine gezielte Reflexion voraus. Über ein gewecktes Interesse an der Natur werden Lernerfahrungen möglich, die auch auf andere Lebensbereiche übertragbar sind. Nicht nur die Natur, sondern auch der Mensch, mit seinen Entwicklungsmöglichkeiten steht im Mittelpunkt.
Zur „Wildnispädagogik“ oder „Wildnisbildung“ im Nationalpark gehört nicht nur die Vermittlung der Nationalpark-Zielsetzung („Natur Natur sein lassen“) sowie der natürlichen Prozesse. Ebenso sind das aktive Erleben von Natur und die Freude an der Waldwildnis wesentliche Komponenten, um im Rahmen der Bildungsarbeit, Einstellung und Verhalten zu Natur und Umwelt nachhaltig zu prägen.
Bildung für eine nachhaltige Entwicklung umfasst diejenigen Bildungsprozesse, die Menschen befähigen, die globalen Probleme der Gegenwart und Zukunft zu erkennen und zu bewerten sowie sich an den Entwicklungs- und Gestaltungsschritten zu beteiligen, die nötig sind, um heutigen und künftigen Generationen den Zugang zu den Ressourcen zu ermöglichen, die sie zur Erfüllung ihrer Bedürfnisse benötigen. Oberstes Ziel ist es, die Kompetenzen zu fördern, die benötigt werden, um die komplexen Zusammenhänge zwischen der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimension nachhaltiger Entwicklung nachzuvollziehen und an Lösungen für heutige und künftige Probleme mitzuarbeiten. Dazu gehört auch, eigene Bedürfnisse und Lebensstile zu reflektieren und die Tragweite des eigenen Handelns in Bezug auf die Ziele nachhaltiger Entwicklung abschätzen zu können, um sich je nach Situation bewusst für, oder aber auch gegen nachhaltiges Handeln entscheiden zu können.
Nationalparke sind zudem geeignete Lernorte für Globales Lernen. Das weltumspannende Schutzgebietskonzept eröffnet eine globale Perspektive für gemeinsames Lernen, in einer Welt, die keine Grenzen mehr kennt, in deren Komplexität man sich allzu leicht verlieren kann. Hier ist der heimische Nationalpark Anker im weltweiten Netz. Kooperationen mit Schutzgebieten weltweit eröffnen die Möglichkeit, sich über den unterschiedlichen Umgang mit Natur und Wildnis, aber auch über Lebensstilfragen aus zu tauschen.
Daneben stellt aber auch die Vermittlung der Natur-, Nutzungs- und Kulturgeschichte der Nationalpark-Region und seiner Bewohner eine wichtige Aufgabe dar. Nur so kann der Bogen von der ursprünglichen Landschaft, ihrer Veränderungen durch die Nutzungen des Menschen hin zur neu entstehenden Wildnis gespannt werden.
Einen Schwerpunkt der Bildungsarbeit im Nationalpark stellt die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen dar.
Ausführliche Informationen zur Bildungsarbeit im Nationalpark Bayerischer Wald
Nationalparkwacht - Ranger
Wenn Sie den Nationalpark Bayerischer Wald besuchen und dabei die Natur erleben möchten, werden Ihnen bei Ihren Wanderungen oder Radtouren früher oder später freundliche Männer und Frauen in olivgrünen Uniformen begegnen. Dies sind Vertreter der Nationalparkwacht, auch „Ranger“ genannt, die dafür da sind, Ihnen im Gelände Auskünfte zu erteilen und zu helfen, wenn Sie Fragen haben. Außerdem achten sie darauf, dass die Nationalparkregeln und die gesetzliche Schutzvorschriften eingehalten werden.
Über 25 solcher Wächter gibt es im Nationalpark Bayerischer Wald, die aus der lokalen Bevölkerung rekrutiert werden und nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Nationalpark eine Weiterbildung zum/zur Geprüften Natur- und Landschaftspfleger/-in machen können.
Die Nationalparkwacht arbeitet intensiv mit den Kollegen im benachbarten tschechischen Nationalpark Šumava zusammen - denn Tiere und Pflanzen und ihre Lebensräume kümmern sich nicht um vom Menschen gemachte Grenzziehungen. Seit dem Beitritt Tschechiens zum Schengen-Raum gibt es auch im Bereich der beiden aneinandergrenzenden Nationalparke neue Wegeverbindungen für die Besucher. Durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit können die Ranger bestmöglich über den Naturraum und das Besucherangebot beider Nationalparke informieren. Die Nationalparkwacht hat ihren Sitz im Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau.
Seit 1998 managt die Nationalparkwacht das Junior-Ranger-Projekt, das Jugendliche und Kinder für die Natur und den Nationalpark begeistern soll.
Kontakt zur Nationalparkwacht:
Tel. Mo-Fr im Sommer von 08:00 - 19:00 Uhr: 00 49 (0)8558 972980
Tel. Mo-Fr im Winter von 08:00 - 16:00 Uhr: 00 49 (0)8558 972980
Tel. Wochenende: 00 49 (0)8558 972 9823
npwacht(at)npv-bw.bayern.de
Weiterführende Informationen
Aktuelle Projekte
Qualitätsentwicklung in der Bildungsarbeit von Großschutzgebieten
Formative Evaluation bestehender Bildungsangebote sowie Fortbildung von Bildungsakteuren
10 Jahre Wildniscamp am Falkenstein
Im Rahmen des Deutsch-Tschechisch-Österreichischen Jugendcamps vom 1. bis 11. Au-gust 2012 finden die Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen des Wildniscamps am Fal-kenstein statt. Ansprechpartner: Achim Klein - achim.klein(at)npv-bw.bayern.de
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Nationalparkschulen
Im Juli 2011 wurden die Bildungsangebote des Nationalparks Bayerischer Wald für Schulklassen durch das Projekt „Nationalpark-Schulen“ erweitert
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