Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

23.03.2017
Nr. 21/2017
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Abschied von Karl Friedrich Sinner

Auf dutzenden Bürgerwanderungen erklärte Sinner die Nationalparkphilosophie „Natur Natur sein lassen“. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Auf dutzenden Bürgerwanderungen erklärte Sinner die Nationalparkphilosophie „Natur Natur sein lassen“. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Karl Friedrich Sinner leitete den Nationalpark Bayerischer Wald von 1998 bis 2011. (Foto: Herbert Pöhnl)

Karl Friedrich Sinner leitete den Nationalpark Bayerischer Wald von 1998 bis 2011. (Foto: Herbert Pöhnl)

Offene Gespräche suchte Sinner nicht nur mit den Bürgern, sondern beispielsweise auch mit den Tourismus-Experten der Region. (Foto: Josef Wanninger/Nationalpark Bayerischer Wald)

Offene Gespräche suchte Sinner nicht nur mit den Bürgern, sondern beispielsweise auch mit den Tourismus-Experten der Region. (Foto: Josef Wanninger/Nationalpark Bayerischer Wald)

Grafenau/Langensendelbach. Völlig überraschend starb unser langjähriger Leiter Karl Friedrich Sinner am 18. März 2017 bei einem Spaziergang in seinem Wohnort Langensendelbach (Oberfranken). Noch wenige Tage zuvor hatte er sich mit seinem gewohnt ruhigen, sachlichen aber zugleich nachdrücklichem Ton im Bayerischen Landtag für einen dritten Nationalpark stark gemacht. Schließlich setzte sich unser hoch geschätzter Kollege auch nach dem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2011 weiterhin äußerst engagiert für den Waldnaturschutz in Bayern, Deutschland und Europa ein. Sein Tod hinterlässt somit nicht nur im Bayerwald, sondern weit darüber hinaus eine große Lücke.

Mit Karl Friedrich Sinner verliert der Nationalpark Bayerischer Wald einen unermüdlichen Förderer, Freund und Mitstreiter, der bei seinen Mitarbeitern wegen seiner menschlichen Art sehr geschätzt war. 1998, ein Jahr nach der Erweiterung um das Falkenstein-Rachel-Gebiet, übernahm der studierte Forstmann die Leitung der Nationalparkverwaltung. Es waren unruhige Zeiten, in denen die Philosophie „Natur Natur sein lassen“ noch viel Gegenwind ausgesetzt war.

Wo andere versucht hätten, den hitzigen Diskussionen auszuweichen, war Sinner nahezu omnipräsent. Seine Bürgerwanderungen waren legendär. Und auch in den Bayerwald-Wirtshäusern scheute er keinen Dialog. Nicht selten schaffte er es dabei, sein Gegenüber von der Nationalparkidee zu überzeugen oder gar zu begeistern. Dass der Großteil der Einheimischen den Nationalpark mittlerweile als „ihren Park“ wahrnimmt, ist vornehmlich dem Einsatz von Sinner zu verdanken

Die gesteigerte Akzeptanz fußte freilich nicht nur aus der verbalen Überzeugungskraft des Nationalparkchefs, sondern auch auf den deutlich sichtbaren Erfolgen seines Handels, gerade im touristischen Bereich. So installierte Sinner ein Netz an Besucherinfrastruktur und Umweltbildungseinrichtungen, das in Europa seinesgleichen sucht. 

In seiner Amtszeit wurden das Haus zur Wildnis, das Wildniscamp am Falkenstein und der Baumwipfelpfad gebaut. Außerdem übernahm der Nationalpark das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald, welches generalsaniert wurde. Und auch im Hans-Eisenmann-Haus gab es stetige Verbesserungen. So setzte sich Sinner nicht nur für den grundlegenden Aufbau der Einrichtungen im neu hinzugekommen Teil des Nationalparks ein, sondern auch für die Weiterentwicklung des Rachel-Lusen-Gebiets.

Eine seiner größten Leistungen war aber die nationalparkkonforme Weiterentwicklung des Falkensteingebiets. Dort setzte Sinner vor allem in puncto Naturzonenerweiterung echte Akzente. Dadurch wurde der Grundstein dafür gelegt, dass sich die Natur auch zwischen Falkenstein und Rachel gemäß der Nationalparkphilosophie „Natur Natur sein lassen“ entwickeln konnte.

Dass sich Sinner der Nationalparkidee auch im Ruhestand verschrieb, zeigte etwa sein Engagement bei Europarc Deutschland, der Dachorganisation der Nationalen Naturlandschaften, wo er bis zuletzt als stellvertretender Vorsitzender wirkte. Und auch im Nationalpark Bayerischer Wald war er nach seiner Pensionierung ein stets gern gesehener Gast, dessen Rat weiter Gewicht hatte.

Karl Friedrich Sinner wird uns fehlen.

 

Bildunterschriften:

Bild 1: Karl Friedrich Sinner leitete den Nationalpark Bayerischer Wald von 1998 bis 2011. Foto: Herbert Pöhnl. (Foto: Herbert Pöhnl)
Bild 2: Auf dutzenden Bürgerwanderungen erklärte Sinner die Nationalparkphilosophie „Natur Natur sein lassen“. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)
Bild 3: Offene Gespräche suchte Sinner nicht nur mit den Bürgern, sondern beispielsweise auch mit den Tourismus-Experten der Region. (Foto: Josef Wanninger Kiener/Nationalpark Bayerischer Wald)

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