Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

17.01.2014
Nr. 004/14
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Ausstellungseröffnung im Haus zur Wildnis: Ruth Hecker präsentiert Steinzeitkunst unter dem Motto „Hingabe an das Leben“

Fast 30.000 Jahre alt: Die Venus von Willendorf

Fast 30.000 Jahre alt: Die Venus von Willendorf

Steinzeitliche Pferdegemälde aus der Höhle von Pech Merle

Steinzeitliche Pferdegemälde aus der Höhle von Pech Merle

Am Samstag, dem 25. Januar 2014 lädt der Nationalpark ein ins Haus zur Wildnis zur Vernissage der Ausstellung „Hingabe an das Leben Urbilder der Zwiesprache mit den schöpferischen Kräften der Natur“ von Ruth Hecker. Gezeigt werden gut 60 Exponate, vor allem figürliche Repliken, aber auch Reproduktionen von Höhlenmalereien und Tierhautzeichnungen der Altsteinzeit. Die Künstlerin führt mit einem Vortrag über steinzeitliche Höhlen und Funde in die Ausstellung ein. Veranstaltungsbeginn ist 18.30 Uhr; der Eintritt ist frei. Ab 17.45 Uhr gibt es einen kostenlosen Shuttle-Service vom Parkplatz Haus zur Wildnis.

Das Leben der Menschen der Jüngeren Altsteinzeit, die als Jäger und Sammler im eiszeitlichen Europa lebten, war völlig durch die Gesetzmäßigkeiten der Natur bestimmt. Sie kannten keine Schrift; Malereien in Höhlen und kleine Skulpturen waren daher der bildhafte Ausdruck ihrer Vorstellungen über die Zusammenhänge des Lebens. Diese frühen Kunstwerke, zwischen 35.000 und 12.000 Jahre alt, sind Zeugnisse ihrer intensiven Beziehung zu Natur und Tierwelt. In ihnen spiegelt sich der Dialog der Menschen mit den Leben spendenden Kräften sowie mit der Welt der Ahnen und (Tier-)Geister.

Anhand ausgewählter Repliken und Rekonstruktionen beleuchtet die von Ruth Hecker geschaffene Schau „Hingabe an das Leben – Urbilder der Zwiesprache mit den schöpferischen Kräften der Natur“ die mögliche Weltsicht der Menschen jener Zeit. Abbildungen von Tier-Mensch-Mischwesen geben Hinweise auf Praktiken, bei denen sich der Mensch in andere Bewusstseinsdimensionen begab als Grundlagen einer ganzheitlichen schamanistischen Weltsicht. Phallus- und Vulvendarstellungen zeigen ihr Wissen um die Leben spendende Ergänzung von Mann und Frau. Zahlreiche Frauenstatuetten aus Siedlungsresten von Westfrankreich bis Sibirien stellen meist Schwangere, Mütter oder Ahninnen dar. In ihnen wird das Verständnis der Menschen von Leben und Sterben, Sexualität und Geburt, von Fruchtbarkeit und Initiation sichtbar.

Die Ausstellung öffnet ein faszinierendes Fenster in das älteste komplexe symbolische System, in welchem die Ursprünge menschlicher Spiritualität deutlich werden. Gleichzeitig macht sie ein Stück „Erinnerung“ an unsere eigene Vergangenheit erfahrbar. Die Ausstellung ist bis einschließlich 27. April 2014 täglich von 9.00 – 17.00 Uhr im Haus zur Wildnis zu sehen; der Eintritt ist frei.

Ruth Hecker, Jahrgang 1958, ist Natur- und Wildnispädagogin sowie Urgeschichtlerin mit Schwerpunkt altsteinzeitliche Kunst und Techniken sowie Rekonstruktion steinzeitlicher Kunst. Zudem leitet sie regelmäßig Reisen zu den Steinzeithöhlen Frankreichs und Spaniens.

Bildunterschriften:

  1. Fast 30.000 Jahre alt: Die Venus von Willendorf
  2. Steinzeitliche Pferdegemälde aus der Höhle von Pech Merle

Fotos: Ruth Hecker

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