Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

11.12.2013
Nr. 186/13
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Abschied vom alten Fichten-Duo an der Racheldiensthütte

Müssen aus Sicherheitsgründen noch dieses Jahr gefällt werden: Die alten Zwillingsfichten an der Racheldiensthütte.

Müssen aus Sicherheitsgründen noch dieses Jahr gefällt werden: Die alten Zwillingsfichten an der Racheldiensthütte.

Aus Sicherheitsgründen sieht sich die Nationalparkverwaltung veranlasst, die beiden zwischen 150 und 200 Jahre alten Fichten zu fällen, die den Außensitzplatz für Gäste auf dem Gelände der Racheldiensthütte beschatten. Grund ist der schlechte Gesundheitszustand der beiden Baumriesen, der sie besonders anfällig für Windwurf und damit zu einem Sicherheitsrisiko für die Menschen und Gebäude in ihrer unmittelbaren Umgebung macht.

Für Wanderer und Radfahrer zwischen Rachel und Lusen ist die Racheldientshütte ein beliebter Anlaufpunkt für die Einkehr. Neben dem historischen um 1908 erbauten Forsthaus prägen die beiden markanten alten Fichten mit über einem Meter Durchmesser und rund 30 Metern Höhe inmitten der Häusergruppe die urige Atmosphäre des Rastplatzes.

Diese beiden Fichten sollen nun in den nächsten Tagen aus Sicherheitsgründen gefällt werden, um einem Windwurf und der damit verbundenen Gefährdung von Menschen und Gebäuden zuvorzukommen. Eine der beiden Fichten weist deutliche Dürreschäden auf und hat fast alle Nadeln verloren. Beide Bäume leiden darüber hinaus an verschiedenen Sekundärerkrankungen: Bohrkernuntersuchungen weisen auf Fäulnis hin; außerdem ist für geschwächte Bäume typischer Pilzbefall zu erkennen.

Grund für die Erkrankungen ist nach Auffassung der Forstfachleute die über Jahrzehnte durch den intensiven Besucherverkehr erfolgte Bodenverdichtung im unmittelbaren Umfeld des Wurzeltellers der Baumzwillinge. Die Folge: Das Wasser kann nicht mehr ausreichend in den Boden eindringen, sondern läuft oberflächlich ab, weshalb die Wurzeln nicht mehr genügend Wasser und Nährstoffe aufnehmen, die Bäume unterversorgt waren und so anfällig für Parasitenbefall wurden. Bereits Mitte der 90er Jahre musste ein ursprünglich vorhandener dritter Stamm der Fichtengruppe aus ähnlichen Gründen entfernt werden.

„Die Entscheidung, uns von diesen beeindruckenden alten Bäumen zu trennen, ist uns nicht leicht gefallen, zumal wir im Nationalpark ja die Philosophie verfolgen, dem Werden und Vergehen der Bäume seinen natürlichen Lauf zu lassen“, erläutert Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Wir haben überlegt, ob vielleicht die noch nicht abgestorbene Fichte für eine Weile zu halten ist. Aber durch ihren schiefen Wuchs wäre sie ohne das Gegengewicht des Schwesterbaumes extrem umsturzgefährdet. Ein solches Sicherheitsrisiko können wir an einem so stark touristisch genutzten Ort nicht eingehen“, so Leibl weiter. Allein, um jetzt die beiden Baumriesen ohne Gefahr für die umstehenden Gebäude zu fällen, sind besondere Sicherungsmaßnahmen mit Schlepperseilwinden notwendig.

Ganz werden die beiden alten Zwillingsfichten jedoch nicht aus der Nationalparköffentlichkeit verschwinden. Ein Teil ihres Holzes soll als große Kriechröhren für den Naturerlebnispfad des Spiegelauer Waldspielgeländes verwendet werden.

 

Bildunterschrift:

Müssen aus Sicherheitsgründen noch dieses Jahr gefällt werden: Die alten Zwillingsfichten an der Racheldiensthütte.

Foto: Kristin Beck

 

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