Nationalparkverwaltung
Bayerischer Wald

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Pressemitteilung

06.12.2012
Nr. 182/12
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Herbstpersonalversammlung der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

Angespannter Haushalt – aber keine betriebsbedingten Kündigungen

Die anlässlich der Herbstpersonalversammlung geehrten Mitarbeiter mit v. l. Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl, Ingo Brauer, Dieter Wellisch, Marianne Schreiner, Hubert Döringer, Rita Dageförde, Ingeborg Dorner, Josef Wittensöllner, Georg Küblböck, Manfred Hartl und Personalratsvorsitzender Josef Nußhardt

Die anlässlich der Herbstpersonalversammlung geehrten Mitarbeiter mit v. l. Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl, Ingo Brauer, Dieter Wellisch, Marianne Schreiner, Hubert Döringer, Rita Dageförde, Ingeborg Dorner, Josef Wittensöllner, Georg Küblböck, Manfred Hartl und Personalratsvorsitzender Josef Nußhardt

Fast 200 Mitarbeiter konnte Personalratsvorsitzender Josef Nußhardt zur traditionellen Herbstpersonalversammlung der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald im Hans-Eisenmann-Haus begrüßen und auf ein breit gefächertes Programm einstimmen, das wie immer eine mit Spannung erwartete Rede des Nationalparkleiters zum Höhepunkt hatte.

Zuvor rief der Personalratsvorsitzende zu einer Schweigeminute für die verstorbenen ehemaligen Mitarbeiter Hubert Süß (82) aus Klingenbrunn und Franz Haydn (84) aus Mauth auf und riss in groben Zügen die regen Tätigkeiten des Personalrates während des Sommerhalbjahres auf. Sie reichten von der Einführung von Arbeitszeitkonten über diverse Dienstvereinbarungen, einem einheitlichen Erscheinungsbild mittels Dienstkleidung bis zur Teilnahme an Auswahl- und Einstellungsgesprächen neuer Mitarbeiter. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Nationalparkleitung hob Nußhardt besonders hervor.

Nationalparkchef Dr. Franz Leibl sprach zunächst seinen Dank und großen Respekt an alle Mitarbeiter für ihre Zuverlässigkeit und geleistete Arbeit aus. „Jetzt, nachdem ich in meiner eineinhalbjährigen Amtszeit als Nationalparkleiter alle Betriebsteile besichtigt habe und deren vielfältigen Aufgaben kenne, bin ich sehr positiv überrascht über die ausgezeichnet gute Zusammenarbeit und die spontane gegenseitige Unterstützung“, lobte der Nationalparkchef und fügte an: „Wir sind ein gemeinsames Team mit Erfolg“.

Anders als in den Personalversammlungen zuvor ließ Dr. Leibl nicht sachgebietsweise die Ereignisse des Sommerhalbjahres Revue passieren, sondern konzentrierte sich auf die wirklichen „Highlights“ und bevorstehenden Veränderungen.

„Es war das Jahr der Jubiläen und damit verbundener Ministerbesuche“, resümierte Dr. Leibl und zählte auf: Glasfest, 10 Jahre Schachtenpflege, 30 Jahre Hans-Eisenmann-Haus mit Ehrung des 5 000 000sten Besuchers, 2 000ster Juniorranger, Filmpremiere Wildes Deutschland …. . Nicht ohne Stolz erwähnte er, dass Staatsminister Dr. Marcel Huber trotz sehr engem Terminkalender viermal die Zeit für einen Besuch des Nationalparks fand.

Erfreuliches konnte der Nationalparkleiter auch von den „Baustellen“ im Nationalpark berichten. So sei der Anbau eines Schlechtwetterarbeitsplatzes am Betriebshof Kreuzstraßl fertig gestellt, der Ausstellungsbau im Untergeschoß  des Waldgeschichtlichen Museums St. Oswald kurz vor der Vollendung und auch der Rückbau von nicht mehr benötigten Forststraßen nach Plan verlaufen. Erhellte Miene zeigte Dr. Leibl dieses Mal beim Punkt „Borkenkäfer“. Mit einem zwangsbedingten Borkenkäferholzeinschlag außerhalb der Naturzonen in Höhe von nicht einmal 18.000 Festmeter im Falkenstein-Rachelgebiet lag man nur bei etwa 25% des Vorjahresanfalls.

Von einer positiven Entwicklung sprach Dr. Leibl in der Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Waldverein und den Nationalparkpartnern, die nach der Aufnahme von z. B. Busunternehmen etc. jetzt 75 Mitglieder zählen.

Im kommenden Jahr möchte Dr. Leibl vermehrt Kontakt mit der Bergwacht suchen, die wie der Waldverein wertvolle und unverzichtbare Arbeit im Nationalpark leistet und deshalb wichtige Partner sind.

Als sehr erfreulich bezeichnete Dr. Leibl auch die konstant hohe Zahl von über 300 000 Besucher in den beiden Nationalparkzentren. „Allein damit wird der Nationalpark zur Attraktion für die Region“, stellte er fest.

Schwieriger geworden sei hingegen die Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Šumava wegen deren unklaren künftigen Ausrichtung in Bezug auf die Qualitätskriterien der Internationalen Naturschutzorganisation IUCN. Im Nationalpark Šumava wird angestrebt, Gebietsteile in die weit weniger strenge Kategorie IV einzustufen, die u. a. auch aktive Eingriffe in die Natur, z. B. Borkenkäferbekämpfung erlaubt. Als weniger zufriedenstellend ordnete Dr. Leibl auch den Stand der bereits für den Sommer 2012 erhofften Öffnung neuer grenzüberschreitender Wegeverbindungen ein. Lediglich der Übergang an den „Blauen Säulen“ in direkter Linie durch das Lusental nach Pürstling (Breznik) gilt nach Auskunft der Nationalparkverwaltung Šumava ab 2013 jeweils vom 15. Juli bis 15. November als gesichert. In diesem Zusammenhang räumte Dr. Leibl auch die landläufige Meinung aus, der Nationalpark Bayerischer Wald sei für die Ausweisung neuer Grenzübertrittsmöglichkeiten oder Wanderwege verantwortlich. „Gemäß der geltenden Nationalparkverordnung ist dafür auf bayerischer Seite die Regierung von Niederbayern zuständig“, stellte Dr. Leibl klar und fügte an: „der Nationalpark mache diesbezüglich lediglich gut begründete Vorschläge im Rahmen eines Antragsverfahrens an die Bezirksregierung“. Aktueller Fall: Die von der Bevölkerung des Falkenstein-Rachelgebietes gewünschte Markierung des sog. Adamweges erfordert zwangsläufig als Kompensation die publizierte Umwidmung des Wanderweges entlang der Steinbachfälle zu einem unmarkierten Weg, der im Kerngebiet gemäß Verordnung nur in der Zeit vom 15. Juli bis 15. November begangen werden darf. Die Regierung von Niederbayern entscheidet nach einem förmlichen Anhörungsverfahren, ob dem Antrag stattgegeben werden kann.

Bezüglich der alljährlich zum 1. November auszuweisenden neuen Naturzonen im Falkenstein-Rachelgebiet vermeldete der Nationalparkchef, dass knapp 300 Hektar in drei Blöcken im Einvernehmen mit dem Kommunalen Nationalparkausschuss realisiert wurden und damit der Naturzonenanteil aktuell bei 56% liege.

Mit verfinsterter Miene teilte Dr. Leibl mit, dass 2013 ein Sparjahr für den Nationalpark sein wird, in dem bei allen Betriebsteilen der Rotstift angesetzt wird. „Betriebsbedingte Kündigungen wird es aber nicht geben“, versicherte der Nationalparkleiter am Ende seiner sehr bemerkenswerten Rede, die mit viel Beifall bedacht wurde.

„Der Forstwirt hat auch in Zukunft im Nationalpark eine berufliche Heimat“, versicherte Dr. Leibl seinen Mitarbeitern, „deshalb wird auch eine dritte Stelle eines Forstwirtschaftsmeisters geschaffen“.

Gemeinsam mit dem Personalratsvorsitzenden Nußhardt ehrte Dr. Leibl für ihr 25jähriges Dienstjubiläum Raffaella Scala, Max Kufner, Dieter Wellisch, Günther Wenzl, Reinhold Gaisbauer und Ingo Brauer und für 40 Dienstjahre Ingeborg Dorner von der Nationalparkinfostelle Mauth.

Der Tagesordnungspunkt Betriebliche Gesundheitsförderung wurde von Christian Mitterdorfer und Petra Zeitlhöfer von der AOK-Direktion Bayerischer Wald übernommen. Nach der Vorstellung und Auflistung der verschiedenen Beratungsfelder ist es Frau Zeitlhöfer gelungen, die gesamte Belegschaft mit praktischen Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur „mitzunehmen“, so dass die Einladung zu einem Kurs von der Nationalparkverwaltung spontan angenommen wurde.

Natürlich durften Vorträge zum Bereich Arbeitssicherheit durch Herrn Hubert Döringer und der Bericht des Sicherheitsbeauftragten Forstwirtschaftsmeister Martin Plechinger nicht fehlen. Die erfreuliche Bilanz: trotz facettenreichem Arbeitsspektrum gab es nur zwölf leichte Arbeitsunfälle zu melden – nur ein einziger in der klassischen Waldarbeit.

Umfassend informierte der stellvertretende Nationalparkleiter Forstdirektor Karl Barthmann die Mitarbeiter über die bereits von Dr. Leibl kurz angesprochene Haushaltssituation. Barthmann begründete die Entstehung der angespannten Lage mit der Umsetzung der Forderung des Bayerischen Obersten Rechnungshofes, die Einnahmen aus dem Verkaufserlös von Borkenkäferholz dem Freistaat Bayern zuzuführen und nicht wie bisher möglich, zum Teil in Investitionen wie dem Bau neuer Ausstellungen im Hans-Eisenmann-Haus und Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald, umfangreichen Brandschutzmaßnahmen an den öffentlichen Gebäuden der Nationalparkverwaltung oder in der barrierearmen Umgestaltung des Nationalparkzentrums Lusen direkt zu investieren.

Der stellvertretende Nationalparkleiter beruhigte jedoch die Gemüter mit: „Es wird keine „scharfe Axt“ geschwungen, keine Kündigungen im Personalbereich geben, sondern einfach nur das unbedingt Notwendige verwirklicht. Investitionen in den Fuhrpark z. B., werden 2013 nicht möglich sein, ebenso wie „Luxusausgaben“ tabu sind.

Mit dem Schlussappell des Nationalparkchefs, den Nationalpark Bayerischer Wald stets positiv zu verkaufen und den Wünschen für ein unfallfreies 2013 endete die Personalversammlung versöhnlich in angenehmer Atmosphäre.

Rainer Pöhlmann 

Bildunterschrift:

Die anlässlich der Herbstpersonalversammlung geehrten Mitarbeiter mit v. l. Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl, Ingo Brauer, Dieter Wellisch, Marianne Schreiner, Hubert Döringer, Rita Dageförde, Ingeborg Dorner, Josef Wittensöllner, Georg Küblböck, Manfred Hartl und Personalratsvorsitzender Josef Nußhardt

Foto: Rainer Pöhlmann

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